Allmacht und ewiges Leben: Faszination Vampir

BRAM STOKER'S DRACULA

Sie ernähren sich von menschlichem oder tierischem Blut, schlafen tagsüber in Särgen, sind unsterblich und treiben Nachts ihr Unwesen: Vampire. Kaum ein anderes Wesen löst eine solche Faszination aus und wird von Mythen umrankt wie die blutsaugenden Untoten. Spätestens mit  Bram Stoker`s Roman DRACULA (1897) wurde das allgemeine Interesse an der Figur des Vampirs geweckt. Mittlerweile haben die Knoblauch hassenden Blutsauger längst einen Stammplatz in der Populärkultur gefunden – ob Hörspiele, Bücher für Erwachsene und Kinder, Computer- und Onlinespiele oder Filme. Warum aber sind wir Menschen so fasziniert von Vampiren, den blutsaugenden Nachtgestalten?

Ursachen des Vampirglaubens

Unwesen oder Dämonen waren seit Menschengedenken ein Ausdruck von Urängsten wie Tod, aber auch Wünschen wie Macht, Reichtum oder sexuelle Energie. Gerade aber die Urängste versuchten die Menschen damals wie heute auch noch durch mythische, fiktive dämonische Wesen erklärbar zu machen. Hierzu zählt auch der Vampir, der blutsaugende Untote. Die Faszination von Menschen mit mythischen Wesen ist dabei eng mit dem Volksglauben wie auch der Religionsgeschichte verbunden. Auf der einen Seite steht das Gute, auf der anderen Seite steht das Böse. Beim Vampirmythos ist dies der Verstorbene, der zu Lebzeiten eine Schuld begangen hat. Und so wird er verdammt, als ewig Lebender in der Nacht sein Unwesen zu treiben.

 

Die Faszination des Unnatürlichen

Wie Monster und Fabelwesen auch, entführen Vampire in die Welt des Unnatürlichen. Im Gegensatz zu Einhörnern, Drachen oder der Medusa mit dem Schlangenkopf sind Vampire aber dem Menschen optisch am ähnlichsten – und damit einher geht ein intensiveres Miterleben als Zuschauer von Vampirfilmen. War der Vampir in  NOSFERATU (1922), DRACULA (1958) oder JOHN CARPENTER’S VAMPIRES (1998) noch als echtes Monster dargestellt, wurde er über die Jahre Teilwiese zu einem romantischen Wesen stilisiert, unnahbar schön und trotzdem umgeben von einer düsteren Aura – ob in der TWILIGHT-Reihe, in INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR (1994) oder in der Serie THE VAMPIRE DIARIES. Der Faszination Vampir können bereits Kinder nicht wirklich entkommen, wie DER KLEINE VAMPIR zeigt. Ob im wahrsten Sinne todernst, parodistisch oder komödiantisch – der Vampir ist universell einsetzbar, und das über alle Altersklassen hinweg.

Neue DRACULA Netflix-Serie in Produktion

Und so hält mit der Co-Produktion von BBC und Netflix DRACULA, angelehnt an die berühmte Romanfigur von Bram Stoker, demnächst eine weitere Vampirserie Einzug in die Wohnzimmer der Welt. Das Veröffentlichungsdatum wurde zwar noch nicht bekannt gegeben, aber Netflix wird im Frühjahr mit der Produktion der neuen Serie beginnen. Alle, die die Wartezeit bis zum Beginn der „Dracula”-Serie überbrücken wollen, können einfach einen der vielen Vampirfilme schauen, Bücher lesen oder den Dracula Slot bei 888casino spielen.

Der Traum vom ewigen Leben

Lebende Untote – Vampire können nicht sterben und sind zum ewigen Leben verbannt. Aber gerade der Wunsch danach, die Zeit anhalten zu können, ist ein weiterer Baustein für die Faszination Vampir. Figuren wie Claudia (Kirsten Dunst in INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR), die als kleines Mädchen zum Vampir wird und daraufhin nicht mehr altert, verdeutlicht dies ebenso wie der Vampir Damon in der Serie THE VAMPIRE DIARIES: „Es ist cool, nicht alt zu werden. Ich bin gerne der ewig junge Hengst”. Die damit verbundene ewige Schönheit hat mit dem „Vampire Lifting”, einer Eigenbluttherapie zur Verjüngung des Aussehens, auch ihren Platz in der Schönheitsbranche gefunden – Blut als ewig schönes Lebenselixier sozusagen.

 

Fledermaus, Sarg und Holzpflock

Vampire haben neben ihrem ewigen Leben noch weitere besondere Fähigkeiten. Sie können sich unsichtbar machen, Wände senkrecht hochlaufen, sich in Wölfe oder Fledermäuse verwandeln und tagsüber in Särgen schlafen. Erst wenn die Nacht einbricht, erwachen sie und gehen auf blutige Nahrungssuche. Zudem können Vampire übernatürliche Kräfte besitzen wie außergewöhnliche Stärke oder extreme Schnelligkeit. Aber auch Vampire haben ihre Schwächen. So kann man ihnen mit einem Holzpflock durch das Herz, mit Feuer oder beim Kontakt mit Tageslicht den Gar ausmachen und sie mit Abwehrmitteln wie Knoblauch, Kreuzen oder Weihwasser vom Hals halten. Oder, sollte man einen Vampir als solchen identifiziert haben, sie ganz einfach nicht ins Haus lassen. Denn ein Vampir betritt ein Haus oft nur, wenn er darum gebeten wird.

 

Mythos und Legenden der blutsaugenden Ungeheuer

Nicht erst seit Bram Stoker`s Meisterwerk DRACULA hat sich die Vampirfigur in die Nerven der Menschen eingebissen. In fast allen Kulturkreisen weltweit, von Europa, Südamerika über Afrika bis hin zu Asien finden sich im antiken Volksglauben Vorstellungen und Mythen von blutsaugenden und bluttrinkenden Ungeheuern, wie zum Beispiel die indische Göttin Kali, die der Sage nach einem unbesiegbaren Dämon den Kopf abtrennte und anschließend das herausfließende Blut trank. Oder auch die Azteken, für die Blut allein als angemessene Nahrung für die Götter galt, wie Mythenforscher und Vampirologe Hans Meurer betont.

Liebe, Unmoral und Sexualität

Neben den Themen der Unsterblichkeit und Blut spielt auch das Thema Liebe, Unmoral und Sexualität eine große Rolle in vielen Vampirgeschichten. Denn der Vampir steht für die Verführung der Unschuld und unmoralische Gedanken, der Blutdurst für sexuelles Verlangen. Die Figur des Vampires zeigt uns: Das Böse ist nicht in einem selbst, sondern es kommt von extern und wir können ihm entweder erliegen oder versuchen, dagegen anzukämpfen. So findet die Romantik des Vampirismus ihren Höhepunkt in der ideellen Vorstellung vom ewigen Leben, das einen hohen Preis hat: Man erhält das ewige Leben, und wird im Gegenzug zur ewigen Bestie verdammt.

 

Die Faszination für Vampire wird die Menschen immer beschäftigen. Denn gerade die Kombination aus den oft tabuisierten Themen Tod, Religion und Sexualität vereint der Vampir als mystisches Unwesen wie kein anderes. Der Vampirmythos – er ist abschreckend und doch faszinierend zugleich.

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