Buch-Review: ES von Stephen King

 

 
Overview
 

Autor: Stephen King
 
Verlag: Heyne
 
Veröffentlichung: 1986
 
Bewertung
10.0
10.0/ 10


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Posted 26. März 2017 by

Egal, wie die zweite Verfilmung des Stephen King – Romans ES aufgenommen wird, es dürfte schon jetzt klar sein, dass wir dabei über den meistdiskutierten Film 2017 reden.

Wir wollen uns heute ebenfalls mit ES beschäftigen, gehen dafür aber zurück auf den Roman selbst. Ein (je nach Sprache und Version) über 1000 Seiten starker Wälzer, der den Hauptteil seiner Geschichte über mehrere Jahrzehnte hinweg erzählt und nicht nur wegen des ausufernden Schreibstils Kings zu den epischsten Horrorgeschichten aller Zeiten zählt.

1957. In einer kleinen Stadt in Maine geschehen schreckliche Morde an Kindern. Während die Polizei nach dem Mörder fahndet, ist es eine Gruppe von Kindern um Bill Denbrough, dessen Bruder selbst Opfer des Killers wurde, die bemerken, dass ein uraltes böses Wesen, das in verschiedenen Formen auftreten kann, für die schrecklichen Taten verantwortlich ist.
Die sieben Kinder nennen sich selbst „Der Klub der Verlierer“, weil sie allesamt Außenseiter sind, z.B. ein Stotterer, ein Schwarzer, ein Dicker etc., aber zusammen dennoch dem Monster, das sich gerne als Pennywise der Clown zeigt, Widerstand bieten können.

Wie eingangs erwähnt, spielt die Handlung über verschiedene Zeiträume, nämlich im Sommer 1957, der Kindheit unserer Helden, und 1985, als diese es erneut mit ES aufnehmen müssen.
Dazu kommen verschiedene tiefere Rückblicke, die vielleicht nicht schlachtentscheidend sind und im Zweifel sogar überblättert werden könnten, aber Details (sowie weiteren Schrecken) liefern.

Schrecken wird aber so oder so zu genüge zelebriert und Stephen King beweist wieder einmal, dass er keine Scheu davor hat, Kinder / seine Helden sterben zu lassen.
Zwar ist die Charakterisierung wie oft in den Büchern des Autors recht klar in gut und böse unterteilt, wir tauchen dennoch tief in die Hintergründe der Figuren ein und die werden – je nach Auslegung – zu guten Freunden oder echten Feinden.

Was ES aber von etlichen anderen Horrorgeschichten, nicht nur aus der Feder Kings, abhebt, ist die Wandelbarkeit des Schreckens.
Pennywise steht wie kaum eine andere Schreckgestalt gleichermaßen für fiktiven Horror (z.B. Werwolf, Mumie), denen King dadurch seine Hochachtung erweist, aber auch echten Ängsten und Phobien (Spinnen, Hunde), die Menschen plagen.
Wenn du es denken kannst, kann ES auch seine Gestalt annehmen.

Von allem Grusel und Brutalität abgesehen, ist ES aber auch eine Geschichte über Freundschaft, das Erwachsenwerden, kindliche Fantasien und verlorene Träume. Dass der Autor diese Themen ebenfalls liebt, kennt man aus seinen weniger aggressiven Geschichten wie STAND BY ME (als Kurzgeschichte: DIE LEICHE), GREEN MILE oder DIE VERURTEILTEN (als Kurzgeschichte PIN UP).

Verfilmung 1990

Wie nah sich die Neuadaption an den Roman anlehnt, wird sich erst noch zeigen müssen. Klar ist, dass die Kindheitszeit der Helden dort in den 80ern angesiedelt sein wird, die Erwachsenen dementsprechend im hier und jetzt gegen Pennywise antreten.
Das war in der TV-Verfilmung von 1990 noch anders. Andererseits ist der Miniserie von 1990, trotz ihrer vielen Fans, anzumerken, dass man versuchte unwichtige Details des Romans zu importieren, durch fehlendes Budget aber auch Abstriche bei Schauspielern und Effekten machen musste.
In jedem Fall ist es schwer, dem schieren Umfang des Romans in Gänze gerecht zu werden.

Wer es gerne kurz und knackig mag, wird wohl ohnehin kein King-Leser sein, ES gehört aber zu den Standardwerken des Grauens und jeder der des Lesens mächtig ist, sollte sich den Wälzer einmal im Leben vornehmen.

Oder um es mit den Worten einer Horror-Journalistin zu sagen:
ES ist mein ultimativer Horror.
Wenn du keinen Horror in Form eines erschaffenen Wesens mehr hast, bist du verloren in der grausamsten, furchtbarsten und höllenhaftesten Welt die es gibt: der Erwachsenenwelt.

 

 

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