Bücher auf der Leinwand: Jack Ketchum

Jack Ketchum war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er wurde, unter dem Namen Dallas William Mayr, am 10. November 1946 in Livingston, New Jersey, geboren. Als dieser versuchte er sich in vielen Bereichen und bemühte sich als Sänger, Literaturagent, Lehrer und Schauspieler bis er im Jahr 2015 seinen Durchbruch als Schriftsteller schaffte. Laut eigener Aussage war für sein Pseudonym „Jack Ketchum“ ein Wildwest-Outlaw namens Thomas „Black Jack“ Ketchum, welcher Ende des 19. Jahrhunderts sogar eine eigene Bande, die „Black Jack Ketchum Gang“, hatte aber letztendlich gefangen genommen und gehängt wurde, die Vorlage. Auf anderen Seiten findet man noch eine weitere Herleitung für seinen Namen, nämlich den 1686 verstorbenen Henker, Jack Ketch. Laut King wäre die Herleitung die passendere gewesen, weil Ketchum in seinen Büchern immer zum tragischen Schafrichter wird. Für seine Bücher wurde er mehrfach mit dem Bram Stoker Award ausgezeichnet. Jack Ketchum starb am 24. Januar 2018.

Seine Bücher sind primär Nischenbücher für eingefleischte Horrorfans und dennoch hat er es geschafft, dass einige seiner Bücher sogar auf die große Leinwand kamen. Mit diesen Werken möchte ich mich heute befassen.

 

THE LOST

Vor einem Toilettenhäuschen im Wald entdeckt Ray Pye die nackte Lisa und ist sofort von ihr entzückt. Das ändert sich jedoch, als er Lisa in einem intimen Moment mit ihrer Freundin Elise sieht. Lisa wird erschossen und ihre Freundin fällt schwer verletzt ins Koma.

4 Jahre später stirbt Elise und obwohl die Polizei sich sicher ist, dass Ray der Mörder ist, bleiben ihnen die Hände gebunden, denn die einzigen Augenzeugen schweigen eingeschüchtert. Als der psychisch labile Ray dann von der hübschen Katherine abgewiesen wird, bricht die Mordlust wieder aus ihm heraus.

 

THE GIRL NEXT DOOR (DEUTSCHER TITEL „EVIL“)

Es ist der Sommer im Jahr 1958, in dem das Leben von Megan und Susan eine grausame Wendung nehmen soll. Nachdem ihre Eltern bei einem tragischen Autounfall ihr Leben verloren haben, ziehen die beiden Geschwister bei ihrer Tante Ruth ein. Megan freundet sich ziemlich schnell mit dem Nachbarsjungen David an, welcher sich rasch in sie verliebt. Schnell bekommt David allerdings raus, dass die Anwesenheit der Geschwister im Nachbarhaus nicht auf viel Freude stößt. Die psychisch und alkoholkranke Ruth lässt, vor allem Megan zum Spielball ihrer Launen werden. All ihre Missgunst und Abneigung, den Mädchen gegenüber, eskalieren sehr schnell vom verbalen zu körperlichen Attacken. Doch das allerschlimmste, die drei kleinen Söhne von Ruth scheinen in diese Gewalttaten involviert zu sein. David beginnt nachzuforschen und gerät zwischen die Fronten…

 

RED (DEUTSCHER TITEL „BLUTROT“)

Witwer Avery lebt zurückgezogen mit seinem Hund „Red“, den seine verstorbene Frau ihm geschenkt hatte, in einer Kleinstadt. Als er eines Tages mal wieder mit Red fischen geht, wird er von drei Jungs, Danny, Harold und Pete, ausgeraubt. Da den Dreien das erbeutete Geld nicht reicht, erschießt Danny Avery´s geliebten Hund. Es gelingt Avery herauszufinden, wer die drei Jungs sind uns so fordert er, dass die Jungs ihre gerechte Strafe bekommen. Aber weder Danny´s und Herlod´s Vater, noch ein Anwalt scheinen Interesse daran zu haben, eine Lösung für das Problem zu finden. So sieht Avery seine einzige Chance auf Gerechtigkeit darin, sich selbst um die Bestrafung der Täter zu kümmern.

 

BEUTEGIER

Dead River, im Bundesstaat Maine. Immer wieder passieren grauenvolle Morde bei denen die Opfer zerstückelt werden und Leichenteile fehlen. Die größten Rätsel geben jedoch die Familien auf, die Opfer wurden und auch kleine Kinder besaßen, denn von den Kindern fehlt weit und breit jede Spur. Als die Ermittler an Ihre Grenzen stoßen, wenden sie sich an George Peters, ein Polizist im Ruhestand. Peters arbeitete vor 10 Jahren an einem ähnlichen Fall, der Hintergrund damals war ein Kannibalen Clan der offenbar doch nicht ausgerottet wurde, sondern sich anscheinend sogar vermehrt hat. Und eine wachsende Anzahl an Kannibalen bedeutet: viel mehr frisches Menschenfleisch ist nötig.

 

THE WOMAN

Als Anwalt Chris Cleek wieder einmal einen Jagdausflug unternimmt, entdeckt er eine wilde Frau, die in den Wäldern herumstreift und dort, fernab jeglicher Zivilisation, zu leben scheint. Chris fängt sie und kettet sie in einem Keller an. Sein Plan: Die Wilde muss „zivilisiert“ werden. Was nichts anderes bedeutet, dass Chris sie mit grausamen Methoden immer wieder misshandelt. Es dauert nicht lange, da bekommt auch die Familie mit, was dort im Keller passiert aber da auch seine Familie unter Chris´sadistischer Art leidet, schreitet zunächst niemand ein um die Frau im Keller zu retten. Die Gewaltspirale scheint sich in unermessliche zu drehen, bis sie in einem grauenhaften Blutrausch endet.

In meinen Augen waren THE LOST und BEUTEGIER die schwächsten Verfilmungen von Ketchum. RED war mehr als gelungen aber den Thron teilen sich ganz klar EVIL und THE WOMAN. Hier hat man meiner Meinung nach so gut wie alles richtig gemacht. Top Besetzung und einfach wundervoll umgesetzt, spannend und mitreißend bis zum Schluss. Und wir dürfen uns freuen, denn Pollyanna McIntosh bringt noch in diesem Jahr, zusammen mit Lucky McKee (der auch bei RED und THE WOMAN im Regie-Stuhl saß), eine Fortsetzung von The Woman raus. Und wer bei dem Namen Pollyanna McIntosh ein klingeln hört, ja, die Dame hat in The Woman die Wilde gespielt. DARLIN´soll noch in diesem Jahr erscheinen.

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