Classic-Review: ALIENS – DIE RÜCKKEHR (1985)

 

 
Overview
 

Darsteller: Sigourney Weaver, Michael Biehn, Carrie Henn
 
Regie: James Cameron
 
Drehbuch: James Cameron, David Giler, Walter Hill
 
Länge: 148 min
 
FSK: ab 16
 
Land: USA, UK
 
Veröffentlichung: 1986
 
Verleih / Vertrieb: Fox
 
Bewertung
10.0
10.0/ 10


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2
Posted 20. Dezember 2016 by

Wer braucht schon Fortsetzungen? In 99 von 100 Fällen klingt die Idee die Geschichte eines starken Films fortzuführen besser als die Umsetzung. Kleinere Budgets, größere Geldgier und Ideenlosigkeit sind die häufigsten Ursachen, warum man sich Sequels meist schenken kann.
Und dann ist da ALIENS…

57 Jahre verbrachte Ripley im Hyperschlaf nachdem sie die Kreatur aus ALIEN zur Strecke brachte und man sie fand. Eigentlich will sie nur ihre Ruhe, doch Alpträume plagen sie und dann erfährt sie, dass der Planet auf dem ihr Team damals zum ersten Mal mit den Aliens in Berührung kam inzwischen bewohnt ist…und kein Kontakt mehr zu den Siedlern besteht.
Zusammen mit einem Trupp Space Marines macht sich Ripley erneut auf die Reise zu LV 426 und diesmal ist es nicht nur ein einzelnes Monster, das auf sie wartet.

Was sich zwischen den 70ern und den 80ern veränderte, lässt sich am besten zusammenfassen, wenn man ALIEN und ALIENS hintereinander anschaut. Hier die ruhige Trostlosigkeit des ersten Teils, in dem Spannung und Schocks mit chirurgischer Präzision geliefert werden, dort brachiale Feuergewalt und mehr von allem. Mehr Menschen, mehr Action, mehr Aliens (wir lernen nun endlich auch die Königin kennen).

Wenn die Marines auflaufen und zunächst mit unheimlich coolen Sprüchen durchs All poltern, weiß man welches Jahrzehnt geschlagen hat und heute wirkt das mitunter lächerlich, gleichzeitig fällt aber auch auf, dass Ripley davon nichts wissen will und spätestens wenn man sieht wie verloren die scheinbar abgebrühten Soldaten den Aliens gegenübertreten, versteht man, dass die coole Fassade von Regisseur James Cameron nur aufgebaut wurde, um sie im zweiten Akt einzureißen.
Dazu passt auch, dass Cameron die Szene in der wir die Marines kennenlernen, zuletzt drehte, um das Gefühl der Kameradschaft besser zu vermitteln.

Was ALIENS aber fortsetzt ist die Tradition der starken Frauen. Neben Ripley, die natürlich abermals die unfreiwillige Heroin ist, fällt vor allem die Amazone Vasquez ins Auge, die im Gegensatz zu manch männlichen Kollegen auch dann die Nerven behält als die Kacke am Dampfen ist.

Dass der Film der ungeschriebenen Sequel-Regel des „Mehr“ folgt (die er selbst maßgeblich prägte), tut der Sache keinen Abbruch, denn das schlechte Gefühl weit weg von der Heimat einem zerstörerischen Organismus ausgesetzt zu sein, bleibt erhalten und davor bewahrt uns auch die Präsenz von automatischen Waffen nicht.

Dass ALIENS mehr ist als der durchschnittliche Action-Horror-Science-Fiction-Film zeigt nicht zuletzt die Oscar-Nominierung, die Sigourney Weaver erhielt und alles andere als alltäglich für Genre-Filme ist.
Es ist aber auch nur logisch, denn hinter allen Explosionen hat jede der Figuren eine Charakterzeichnung. Das gilt für die letzte Überlebende Newt ebenso wie für den panischen Hudson und sogar Android Bishop.

Die beiden Oscars, die der Film für seine Sound- und Visuellen Effekte gewann sind ohnehin mehr als verdient und auch 30 Jahre nach Erscheinen blamiert sich ALIENS nicht.

Das beste Sequel aller Zeiten? Auf jeden Fall befindet man sich in der engen Auswahl.

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