Classic-Review: BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN (1958)

 

 
Overview
 

Darsteller: Steve McQueen, Aneta Corsaut, Earl Rowe
 
Regie: Irvin S. Yeaworth Jr.
 
Drehbuch: Theodore Simonson, Kay Linaker
 
Länge: 83 min
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 1958, restaurierte Fassung im Mediabook: 24. April 2015
 
Verleih / Vertrieb: Capelight
 
Bewertung
8.0
8.0/ 10


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Posted 3. Mai 2015 by

Wenn ein Film ein Remake erhält, ist das meist auch ein Zeichen der Qualität des Originals. Im Fall von BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN, ist sogar schon das zweite Remake in Arbeit, irgendetwas scheint der Film also zu haben.

Steve ist gerade mit seiner Freundin unterwegs, als sie beobachten, wie in einiger Entfernung ein Meteorit auf die Erde fällt. Als die neugierigen Teenies an der Absturzstelle ankommen, finden sie dort einen alten Mann, um dessen Hand sich eine gallertartige Masse gezogen hat, die schnell wächst und sich ausbreitet. Auch ein hinzugerufenener Arzt weiß keinen Rat und die außerirdische Masse wird rasch zur Bedrohung für die ganze Stadt.

blob schrecken ohne namen mdiabook

BLOB ist ein Musterbeispiel für die 50er Jahre. Autos mit Weißwandreifen, Knutschen auf dem Rücksitz, Horrorfilm-Spätvorstellungen im Kino, Diners, Pettycoats…und Steve McQueen.
Der erhielt seinerzeit für seine Hauptrolle 2500$ und stand noch am Anfang seiner großen Karriere, soll sich aber schon damals als schwieriger Geselle erwiesen haben, der die Kollegen in den Wahnsinn trieb. Seinem Rebellenstatus wird er in der Handlung allerdings nur bedingt gerecht. Obwohl er seiner Liebe für starke Motoren in einem illegalen Autorennen frönt, ist Steve ein guter Junge. Nur wenn man genau hinsieht, ist ihm anzumerken, dass er gerne mehr auf die Pauke gehaun hätte.
Das war in den 50ern aber nicht angesagt. Selbst als es um das Leben seiner Tochter geht, zögert ein Vater, bevor er sichtlich schweren Herzens mit einem Stein ein Fenster einwirft. Das würde man heute so sicher nicht mehr so zeigen.

blob schrecken ohne namen 2015 (1)

Tricktechnisch sieht man dem Film sein Alter natürlich an. Ohnehin nur als B-Film produziert, nagte auch der Zahn der Zeit an den Effekten und in verschiedenen Sequenzen ist zu sehen, dass es sich nicht um ein echtes Gebäude, sondern eine Miniatur handelt. Der Blob selbst ist zwar weitestgehend unzerstörbar, aber auch eher als träge zu bezeichnen, was heutzutage keine Schreckensschreie mehr unter den Zuschauern auslöst.
Außerirdische gab es in dieser Ära auch viele, allerdings ist dieses Wesen aus dem All mit wenig zu vergleichen, was die Filmlandschaft sonst hervorbringt oder -brachte. Bei dem Blob handelt es sich um ein konturloses Etwas, das an ein tollwütiges Gummibärchen erinnert.

blob capelight

Aber BLOB macht auch deswegen Spaß, weil er ein Stück Nostalgie ist und zeigt, dass es Klischees immer geben wird, auch wenn sie damals aussahen als heute.
Was sich hingegen nicht geändert hat, sind Teenager, die mindestens zehn Jahre über dem Verfallsdatum liegen. Man will daher nicht so recht glauben, dass McQueen, um dessen Augen sich erste Falten abzeichnen, von seinem Vater nachhause gebracht wird.
Vielleicht fallen solche Details aber auch nur auf, weil der Film inzwischen in merklich überarbeiteter Bildqualität vorliegt.

Wie oben erwähnt blieb es nicht bei einem BLOB-Film. Nach einem lauen Quasi-Sequel, das eher lustig sein wollte, folgte 1988 das erste BLOB-Remake, in dem vermehrt auf Bodyhorror gesetzt wurde. 2016 soll unter der Regie von Action-Spezialist Simon West (CON AIR) die zweite Neuverfilmung erscheinen und diesmal mit prallem Geldbeutel.

Fazit: BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN mag objektiv gesehen nicht der ganz große Klassiker sein, aber gehört trotzdem in jedes gut sortierte DVD-Regal.

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