Classic-Review: TARANTULA (1955)

 
tarantula 1955
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tarantula 1955

 
Overview
 

Darsteller: John Agar, Mara Corday, Leo G. Carroll
 
Regie: Jack Arnold
 
Drehbuch: Robert M. Fresco, Martin Berkeley,
 
Länge: 80 min
 
FSK: ab 12
 
Land: USA
 
Veröffentlichung: 1955, 12. Juni 2014 (Blu Ray)
 
Verleih / Vertrieb: Koch Media
 
Bewertung
8.5
8.5/ 10


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1
Posted 28. Juni 2014 by

Horror-Klassiker mag man je nach ihrer Qualität, ihrer Bedeutung fürs Genre oder ihres Alters unterschiedlich einstufen und nicht jeder Schwarz-Weiß-Film wird alleine durch diesen Umstand zum Kult. Die Riesenspinne, die TARANTULA ihren Namen leiht, ist aber wahrhaftig eines DER klassischen Filmmonster und der Umstand, dass das Werk nun endlich mit einer Blu Ray – Veröffentlichung gewürdigt wird, nehmen wir gerne zum Anlass, um Jack Arnolds Film unter die Lupe zu nehmen.

tarantula horrorfilm

Ein Wissenschaftler wird tot in der Wüste Arizonas gefunden. Offenbar litt der Mann an einer Krankheit, was der lokale Arzt Dr. Hastings nicht recht glauben will. Die Spur führt ihn zu Professor Deemer, der dem Welthungerproblem den Kampf angesagt hat und in seinem abgelegenen Labor mit Wachstumshormonen an Tieren herumexperimentiert.
Als dort nach einem Zwischenfall eine große Tarantel entkommt, häufen sich in der Nähe der Stadt bald merkwürdige Todesfälle…und die Spinne wächst weiter.

Die Angst vor Spinnen, die viele Menschen teilen, war zweifelsohne schon in den 50er Jahren vorhanden und wurde nicht erst mit TARANTULA geprägt. Umgekehrt dürfte das gewaltige Tier in einer Zeit da ausgeprägte Effekte eher selten waren, für spitze Schreckensschreie im Kino gesorgt haben.
Dafür wird es auch unter arachnophoben Zeitgenossen, die TARANTULA zum ersten Mal im Heimkino bewundern, kaum noch reichen. Wie andere Filme von Arnold, der in seiner Glanzzeit auch GEFAHR AUS DEM WELTALL und DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS abdrehte, versprüht auch TARANTULA altmodischen Charme.

tarantula horrorfilme

Da bekommt die hübsche Assistentin schon auch mal leicht anzügliche Komplimente, qualmt wie ein Schlot und gesteht ein, dass sie für den Boss nur eine bessere Putzfrau ist, ohne dass Alice Schwarzer oder andere Moralapostel einschreiten müssten.
Das ist zwar nur eine Randnotiz, steht aber sinnbildlich für das gesamte Flair des Streifens. Würde jemand heute ein Remake drehen, wäre wohl nicht nur der gesamte Rhythmus ein anderer, vor allem die Effekte würden anders aussehen. Schaut man aber genauer hin, muss man neidlos anerkennen, dass sich der große Achtbeiner auch nach aktuellen Maßstäben nicht verstecken muss.
Übrigens wurde eine echte Spinne eingesetzt, die man durch eine Miniaturlandschaft lotste.

Jack Arnold erschuf 2 Jahre später DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C, wo es in einer Szene erneut zu einem Kampf zwischen Mensch und Spinne kommt, allerdings in dem Fall, weil ein Mann auf Miniaturgröße schrumpft.

Die Konsequenzen fehlgeschlagener wissenschaftlicher Experimente filmisch aufzuarbeiten war auch zum Entstehungszeitpunkt nicht mehr ganz neu. Natürlich wäre als mögliche Inspiration FRANKENSTEIN oder DER SELTSAME FALL DES DR. JECKYLL UND MR. HYDE denkbar, vor allem die Nähe des im Jahr zuvor entstandenen FORMICULA drängt sich aber auf. Auch wenn Jack Arnold in einem Interview betonte, dass es dabei ja um radioaktive Ameisen ging und Ideenklau klar bestritt, ist die Parallele um gigantische Krabbeltiere im Wüstensand nicht wegzureden.

tarantula

Ähnlich ist auch die Art der Problemlösung (Vorsicht Spoiler). Während in FORMICULA Soldaten mit Flammenwerfern ausrückten, lässt man die Monsterspinne aus der Luft mit Napalm bombardieren. Ja, es waren die 50er, das Vertrauen in das Militär war groß.
Zufall oder Absicht, beide Filme sind hochklassisch und müssen sich hinter Riesenmonster-Filmen wie KING KONG, GODZILLA, aber auch modernen Werken wie etwa JURASSIC PARK, CLOVERFIELD und TROLL HUNTER nicht verstecken.

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