Die Ärgernisse im Horror

Die Welt des Horrors ist einzigartig und es gibt vieles war wir daran lieben.
Das Genre ist riesengroß, beinhaltet Filme, Bücher, Spiele, Serien, Events und vieles mehr, reicht von fast-noch-familientauglich bis zu nicht-beim-ersten-Date-schauen und macht viele Menschen happy…so seltsam das in dem Zusammenhang klingt.
Aber es gibt einige Dinge, die uns Fans aufregen und ärgern. Damit meinen wir ausnahmsweise keine inhaltlichen Dummheiten der Marke „Wir sollten uns aufteilen“, sondern all die Dinge drumherum, die uns den Spaß nehmen können.

Und darüber wollen wir heute sprechen:

Geschnittene Filme

Dieser Punkt auf unserer Liste ist offensichtlich und abgesehen von Jugendschützern wird er wenige Gegensprecher finden. Geschnittene Filme ist wie essen ohne satt zu werden.
Es ist nun mal so, dass Horrorfilme erschrecken/schocken sollen und auch wenn eine vernünftige Rahmenhandlung toll ist, spricht nichts dagegen, dass es im richtigen Moment Kleinholz gibt. Teilweise sind Filme aber so stark gekürzt, dass man ebenso gut die leere DVD-Hülle verkaufen könnte. Wer einen Film um mehr als 5 Minuten kürzen muss, sollte sich überlegen, ob er diesen noch guten Gewissens veröffentlichen kann oder die Grenze zur Verarsche bereits überschritten ist.
Bei Filmen, denen gar mehr als 10 Minuten fehlen, erübrigt sich die Frage…

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Falsche FSK-Angaben

Man sollte denken, dass sich Labels über niedrige Alterseinstufungen freuen. Schon rein rechnerisch ergibt sich durch eine FSK 16 – Freigabe ein größeres Käuferpotential, als wenn ein Film ab 18 freigegeben ist.
Nun ist ein FSK-Urteil zwar keine Aussage über die Qualität des Films, für Fans lässt sich daraus aber ein Härtegrad ablesen. Wer’s gerne derber mag, wird „ab 16“ nur wenig splattriges finden,
Was tut man also als geldgeiles kluges Label, wenn man den Eindruck vermitteln will, dass der Film „gefährlich“ ist, er aber von der FSK mit dem blauen  Aufkleber durchgewunken wurde? Man packt einfach einen ab 18 freigegebenen Trailer eines anderen Films auf die Disc und et voila, schon ist das ganze Paket nur für Volljährige zu haben. Zugegeben, es gibt größere Probleme, trotzdem ist dies ein unnötiges Ärgernis, das immer wieder für Verwirrung sorgt.

Ab 18? Nö, ab 16!

…ebenfalls Ab 16

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Cover

Vielleicht sollte man dieses Thema nicht überbewerten, denn schließlich haben Nirvana auch nie über ein hinter Geldscheinen herschwimmendes Baby gesungen. Anders als Musik-Alben, sind Filme aber optische Medien und traditionell besteht zwischen Cover und Inhalt ein gewisser Zusammenhang.
Wenn ich aber auf der Vorderseite sehe, wie eine junge Damen mit Porno-Maßen eine Kettensäge schwingt, ist die Enttäuschung nicht weit, wenn der Film ein dramalastiges Kammerspiel ist.
Weitere Hassreden findet ihr in unserem Die Lügen der Horror-Cover – Artikel

Diese Dame taucht im Film nicht auf

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Gekaufte Reviews

Wir haben dieses Thema bereits früher angeschnitten und wir sind nach wie vor nicht der Auffassung, dass unsere Reviews grundsätzlich besser sind als andere. Was wir aber verurteilen sind Rezensionen, die aus Freundschaftsdiensten geschönt werden oder weil das entsprechende Label ein Werbepartner ist.

Ebenfalls nervig:

Ein-Wort-Reviews

Das waren noch Zeiten, als Menschen über Filme diskutierten und erklärten, warum sie den Film oder sogar einzelne Szenen so verehren/ablehnen. Inzwischen sieht es so aus, als wolle jeder mit möglichst wenigen Buchstaben sein Ein-Wort-Review auf Facebook zum Besten geben.
„Langweilig“
„Scheiße“
„Spitze“
Es scheint nur noch extrem gute oder extrem schlechte Filme zu geben und in Hinblick auf Inhalt, Ausrichtung und Besonderheit helfen diese undifferenzierten Floskeln auch nicht weiter.
Geschmäcker in allen Ehren, aber sagt mir doch wenigstens, WARUM der Film langweilig ist. Wenn ich nämlich auf Nachfrage erfahre, dass ihr „sowieso nach 10 Minuten ausgemacht“ habt, seid ihr nicht qualifiziert und solltet euer Maul halten!
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Gäste sagen bei Cons ab

Conventions erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, auch in Deutschland und gerade im Horror-Bereich: Comic Cons (von verschiedenen Veranstaltern), The Dark Zone, Weekend Of Hell, Weekend Of Horrors usw.
Was mir bis heute nicht in den Kopf will, sind aber gehäufte Absagen von Stargästen.
Klar kann man mal krank werden, das kommt in den besten Familien vor. Es fällt aber auf, dass bei gewissen Veranstaltungen plötzlich alle namhaften Künstler, die während des Vorverkaufs das Plakat zierten, gegen weniger namhafte Gestalten ausgetauscht wurden. Und kommt mir nicht mit „Ersatz“. Wenn mir –übertrieben gesprochen – Hannibal Lecter versprochen wird, will ich nicht dessen Zellennachbarn sehen. Und wenn ich bei Sky das Bundesliga-Paket buche,  will ich keine Kreisklasse sehen.

Während immer noch häufig der Satz „Der Veranstalter kann nix dafür“ zu lesen ist, muss ich widersprechen. Wer soll denn sonst was dafür können? Und warum passiert das immer bei den gleichen Veranstaltungen?
Nimmt man die Musikbranche als Vergleich, ist es seltsamerweise kein Problem Bands ein halbes Jahr vorher anzukündigen und diese dann auch zu sehen. Absagen sind dort die Ausnahmen….nicht die Regel!
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Sequels zerstören das Original

Es liegt in der Natur der Sache, dass Sequels die Geschichte eines Films fortführen. Wenn die Fortsetzung aber das Original mit Füßen tritt, nicht mehr ist als ein müder Aufguß, billig produziert wurde und Dinge enthüllt, die man nie wissen wollte hört der Spaß auf.
Beispiele:
-der comichafte Freddy Krueger der späten NIGHTMARE-Filme, raubt dem frühen Freddy jegliche Boshaftigkeit.
-warum sehen die Monster im THE DESCENT-Sequel anders aus, als in Teil 1 und muss man diese gefährlichen Kreaturen entmystifizieren, indem man zeigt, wo ihre Kackgrube ist?
-musste mir TEXAS CHAINSAW wirklich erklären, dass Leatherface eigentlich ein dufter Buddy ist, mit dem man Spaß haben kann

www.thrillandkill.com nervige figuren horrorfilme

Herr Krueger beim Quidditch…Ernsthaft???

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Extras

Wir lieben Extras auf DVD/BD.
Making Ofs, Behind The Scenes, Audiokommentare, Outtakes, Alternative Enden.
Das Bonusmaterial gehört zu den unbesungenen Helden der Filmbranche, stellt aber (wie auch eine originelle Verpackung) für manchen Fan einen Verkaufsanreiz dar.
Tatsächlich findet sich kaum eine Veröffentlichung ohne Menüpunkt Extras, wenn diese Extras aber lediglich aus einem Trailer bestehen, zeugt das von Lieblosigkeit.

So müssen Extras aussehen….mindestens

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Remakes… 3 Minuten nach dem Original

Ich bin kein Gegner von Remakes. Es gibt viele Stoffe, die in den Händen eines talentierten Regisseurs in neuem Glanz erstrahlen können. Sei es aufgrund eines gewissen Alters oder einer anderen Herangehensweise.
Und trotzdem, ist es nötig ein paar Minuten nach Veröffentlichung des Make ein Remake nachzuschieben? Braucht die Welt ein MARTYRS– oder CABIN FEVER – Remake?

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Jeder Film wird veröffentlicht

In einer perfekten Welt, würden nur tolle Filme gedreht. Dementsprechend würden nur tolle Filme veröffentlicht und wir könnten jedem Film 10/10 Punkte geben. Jeder wäre happy.
OK, die Welt ist nicht perfekt und sie ist nicht nah dran. Geschätzte 2/3 aller Horrorfilme sind unterdurchschnittlich, manche so deutlich, dass das Wort Film alleine eine Frechheit darstellt.
Trotzdem werden die allermeisten von ihnen veröffentlicht, was in etwa so ist, als würde man einer Schülerband einen Plattenvertrag reichen oder einen Holzbeinpiraten zum Profifussballer machen.
Auch wenn wir vor diesen Filmen warnen, wird es immer jemanden geben, der dumm genug ist, diese cineastischen Verbrechen zu kaufen…und das ist falsch. Wer beknackte Filme dreht, sollte auf ihnen sitzen bleiben.
Umso ärgerlicher ist es, dass es eben doch Ausnahmen gibt und mit MEGAN IS MISSING und THE POUGHKEEPSIE TAPES zwei der interessanteren Found Footage Filme nach wie vor auf ihr Release warten.

Poughkeepsie Tapes

Hätte eine Veröffentlichung verdient: POUGHKEEPSIE TAPES

 

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