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Posted 11. Februar 2018 by Mick in Specials
 
 

Die besten Backwood-Filme


Landbewohner sind einfach anders als Stadtmenschen. Im besten Fall wundern sich Städter nur, wenn sie beim Wochenendausflug auf schmalen Dorfstraßen hinter Traktoren herfahren müssen oder von wildfremden Landeiern auf der Straße gegrüßt werden.
Dass man manchmal den Eindruck hat, das viele Menschen in abgelegenen Gegenden dem gleichen Genpool entstammen, mag ebenso verstörend sein, wie die plötzliche Ruhe die einkehrt, wenn man als Fremder die Dorfkneipe betritt, aber auch das ist noch harmlos.

Spätestens wenn der Dorfmetzger dich mit einem lüsternen Blick ansieht, ist es aber an der Zeit das Weite zu suchen und in die Sicherheit der Großstadt zurückzukehren.

Die folgenden Filme zeigen auf beeindruckende Weise was alles passieren kann, wenn man die Hinweise missachtet…

PS: wie ihr gleich sehen werdet, haben wir „Backwood“ nicht auf Wälder reduziert, sondern legen den Fokus auf entlegene Gegenden und ruppige Bewohner.

BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE

Der deutsche Titel ist austauschbar, der Film ist es nicht. BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE ist einer DER Klassiker im Hinterwäldler-Milieu und auch wenn zahlreiche Elemente eines „normalen“ Abenteuerfilms enthalten sind, ist die Vergewaltigungsszene auch heute noch unangenehm.
Mit Jon Voight und Burt Reynolds spielen zudem zwei Weltstars mit und drei Oscarnomminierungen des Films sprechen für sich.

TUCKER & DALE VS. EVIL

Natürlich ist TUCKER & DALE VS. EVIL “nur” eine Komödie, aber was für eine. Obwohl jedes Backwood-Klischee bedient wird, ist alles anders. Die Guten sind böse, die Bösen gut und eine Reihe von Missverständnissen sorgen für jede Menge splattrige Einlagen.
Wer zuvor dachte, dass Backwood-Filme von den gleichen inzestiösen Blödmännern gedreht werden, die in den Filmen auftauchen, sieht hier einen überraschend smarten, aber auch lustigen und blutigen Film.

CALVAIRE

Ohne viel sichtbare Gewalt, dafür frostigen, dunklen Bildern und verstörenden Szenen zeigt Regisseur Fabrice du Welz den unfreiwilligen Aufenthalt eines Künstlers auf dem Land. Als dessen Auto kurz vor Weihnachten nahe eines heruntergekommenen Dorfs liegenbleibt, stößt er zunächst auf hilfsbereite Einwohner….zunächst.

SEVERANCE

Ein lustiger Betriebsausflug mit etwas Paintball sollte es werden. Aber statt dem erwarteten Teambuilding wird das Team immer weiter dezimiert. Regisseur Kevin Smith (TRIANGLE, BLACK DEATH) liefert mal wieder klasse Arbeit ab und paart britischen Humor mit Hinterwäldler-Kills.

TEXAS CHAIN SAW MASSACRE

Slasher oder Backwood? Die Grenzen verschwimmen ohnehin mehr als einmal in dieser Aufstellung. Glücklicherweise muss man sich nicht zwingend für eines entscheiden. Fakt ist aber, dass die bedrückende, schwüle Stimmung, die Tobe Hoopers Kultfilm mit sich bringt, maßgeblich durch die abgelegene texanische Landschaft geprägt wird. Ein völlig irrer Familienclan, der die Durchreisenden an der Weiterreise hindert, tut sein Übriges.Texas Chainsaw Massacre

THE HILLS HAVE EYES

Backwood geht auch ohne Wald, in dem Fall sogar sehr gut. Fragt mal die Familie, die in ihrem Wohnwagen in der Wüste liegenbleibt und von Mutanten belagert wird.
Wes Cravens Original oder Alexandre Ajas Remake? Beide haben ihre Daseinsberechtigung.the hills have eyes

WOLF CREEK

Rein stilistisch hebt sich WOLF CREEK dadurch von den anderen Filmen dieser Zusammenstellung ab, weil Mick Taylor ein Einzeltäter ist. Trotzdem erleben wir auch hier einen Aussiedler mit massivem Gewaltpotential, der sich auch von der beeindruckenden Kulisse des australischen Outback nicht besänftigen lässt und unschuldige Backpacker jagt.wolf-creek

EDEN LAKE

Man muss nicht immer 500 km in die Wildnis reisen, manchmal reicht schon ein Ausflug zum See.
Wie so oft in britischen Filmen, sind es hier vor allem Jugendliche, die dem Pärchen brutal zusetzen.
Der Film ist kühl und hart, u.a. mit Oscar-Nominee Michael Fassbender aber auch gut besetzt und das Ende….oh mein Gott, das Ende!

WRONG TURN

Bitte erzählt mir nicht, dass die Fortsetzungen mehr sind als seichteste Unterhaltung auf BAUER SUCHT FRAU – Niveau und selbst der erste Teil bedient sich klischeehafter Figuren, ist davon abgesehen aber gut schaubar, spannend, eklig und brutal.

FRONTIER(S)

Er zählt zu „den vier Franzosen“, der New French Extremity und macht auch sonst vieles richtig.
Dass die Pariser Unruhen von 2005, in denen es u.a. um rassistische Motive ging, die Grundlage für die weitere Handlung stellen, in der (teils ausländische) Jugendliche aufs Land flüchten und dort in die Hände einer Nazibande geraten, passt wie die Faust aufs Auge und bietet natürlich jede Menge Konfliktpotential, das dann auch ausgeschöpft wird.

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