Die Macher: Roman Polanski

Herzlich Willkommen zu einem neuen Teil von „Die Macher“.

Heute wollen wir uns um eine etwas kontroverse Person kümmern, die eine der wenigen ist, die es wirklich geschafft hat sich einen Namen als internationaler Filmemacher zu erarbeiten.
Wenn man so sagen darf, ein Meister seines Handwerks.

Diese Person wurde am 18.August 1933 in Paris geboren und hat unter anderem solch bekannte Werke wie CHINATOWN, DIE NEUN PFORTEN und ROSEMARYS BABY erschaffen.

Sein Name? – Roman Polanski. Ein Mann der sein Interesse am Kino bereits im Kindesalter entwickelte.

Doch wer ist Polanski eigentlich?
Er ist bekannt als französisch-polnischer Filmregisseur. Doch nicht bloß das steckt in ihm. Er ist ebenfalls ein guter Drehbuchautor und Schauspieler, der bereits viel in seinem Leben erfahren musste.
Seine Familie, war aufgrund ihrer jüdischen Abstammung der nationalsozialistischen Judenverfolgung ausgesetzt. Sie flohen ins Krakauer Ghetto, wo Polanski Zeuge vieler Morde wurde. Schon früh machte er sich hier als Kinderdarsteller einen Namen, doch er floh, während seine Eltern in Konzentrationslager verfrachtet wurden.

Ab dem Jahr 1954 besuchte er in Lodz die Filmakademie, an welcher er fünf Jahre später auch seinen Abschluss machte.

Im Jahr 1968, kam Polanski dann in die Vereinigten Staaten.

Bereits ein Jahr später (1969), traf ihn ein harter Schicksalsschlag. Seine zweite und zu dem Zeitpunkt hochschwangere Ehefrau Sharon Tate, die er am 20. Januar 1968 heiratete, wurde von Anhängern des Sektenführers Charles Manson in ihrer Villa ermordet.

Seine Karriere als Filmemacher schien eine vielversprechende Hollywood-Karriere zu werden, doch dann wurde der bis dahin erfolgreiche Regisseur der Vergewaltigung an Samantha Jane Gailey (nach ihrer Heirat Geimer), damals 13 Jahre, beschuldigt.

Nachdem er angeklagt wurde und sich im Rahmen einer Einigung für den geringeren Verstoß gegen ungesetzlichen Sex mit Minderjährigen schuldig bekannte, wurde, aufgrund des Alters des Opfers, eine gerichtspsychiatrische Beurteilung des Täters angeordnet. Im Rahmen dieser musste Polanski für 90 Tage ins Staatsgefängnis. Nach 42 Tagen erfolgte die vorzeitige Entlassung mit der Empfehlung, eine Bewährungsstrafe zu verhängen. Als er aber fürchtete, dass der zuständige Richter sich nicht an die Absprache halten würde, setzte er sich nach London ab. Kurz darauf siedelte er nach Paris über, um einer Auslieferung durch Großbritannien zu entgehen und bekam 1975 die französische Staatsbürgerschaft.

Die extreme Gewalt, die Polanski seit seiner Kindheit erlebte, spiegelt sich oft in seinen Filmen wider. Er selbst sagte über seinen Stil des Filmemachens folgendes: „ Ich weiß nicht wirklich, was schockierend ist. Wenn Sie die Geschichte eines enthaupteten Mannes erzählen, müssen Sie zeigen, wie sie ihm den Kopf abgeschnitten haben. Wenn Sie es nicht tun, ist es, als würden Sie einen schmutzigen Witz erzählen und die Pointe auslassen.“
Egal was man auch über Roman Polanski als Person denken mag er versteht es gekonnt den Schrecken und die Angst einzufangen und in Szene zu setzen. Vielleicht auch gerade wegen seiner vielen Eindrücke in frühster Jugend.

Zum Abschluss möchten wir euch hier noch einige seiner Werke vorstellen. Vielleicht ist ja der ein odere andere darunter, den ihr bereits kennt oder ihr euch gerne mal anschauen möchtet:

 

ROWER (1955)

Polanski gab mit seinem Kurzfilm ROWER sein Regiedebüt.

Dieser Kurzfilm ist ein halb-autobiographischer Spielfilm, in dem auch Polanski zu sehen war. Er basierte auf dem Leben des Regisseurs, als Roman Dziuba, ihm ein Fahrrad verkaufen wollte. Er lockte ihn zu einem alten Luftschutzkeller im Park von Krakau, schlug mit einem Ziegelstein gegen seinen Kopf und beraubte ihn. Leider gilt er bis heute als verschwunden.

 

DAS MESSER IM WASSER (1962)

Auch wenn ROWER sein Debüt war, erschuf Polanski erst im Jahr 1962 mit diesem Werk seinen ersten Spielfilm. Dieser war nicht nur einer der ersten bedeutenden polnischen Filme nach dem zweiten Weltkrieg, die kein Kriegsthema hatten, sondern bedeutete für ihn seinen großen Durchbruch als Regisseur.

DAS MESSER IM WASSER wurde von Sir Carol Reeds ODD MAN OUT von 1947 beeinflusst. In diesem Beziehungsdrama begibt sich der Sportjournalist Andrzej mit seiner Frau Krystyna auf eine Segeltour. Unterwegs nehmen sie einen trampenden Studenten mit, den sie auf ihre Segeltour einladen. Auf dem Boot kommt es jedoch schnell zu Spannungen zwischen den Männern, da sie um Krystynas Aufmerksamkeit kämpfen. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, eskaliert die Situation schließlich.
Hier könnt ihr einen kurzen Einblick in den Film gewinnen.

 

EKEL (1965)

Carol Ledoux, eine junge hübsche Frau, die mit ihrer älteren Schwester Hélène in London lebt scheint in ihrer ganz eigenen Welt zu leben. Besonders zu Männern hat sie ein gestörtes, fast schon hasserfülltes Verhältnis. Sowohl die Annäherungsversuche ihres Verehrers Colin, als auch die ständige Präsenz Michaels, dem verheirateten Geliebten ihrer Schwester, sind Carole mehr als unangenehm. Als die junge Frau für zwei Wochen allein in der Wohnung ist, verliert sie völlig den Kontakt zur Realität. Sie halluziniert und träumt von unheimlichen Männergestalten. Als Colin dann schließlich zu Besuch kommt, um nach ihr zu sehen, öffnet sie nicht. Besorgt öffnet er die Tür gewaltsam, wodurch Carol völlig den Verstand verliert.
Euch interessiert der Trailer? Den gibts hier.

 

TANZ DER VAMPIRE (1967)

Für TANZ DER VAMPIRE (1967), übernahm er nicht nur die Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch  (zusammen mit Gérard Brach) und fungierte auch selbst als Schauspieler in der Rolle von Alfred, dem Assistenten eines Universitäts-Professors.

Hier verliert Professor Ambronsius seinen Lehrstuhl an der Universität Königsberg, aufgrund seiner umstrittenen Theorien zum Thema „Vampirismus“. Er reist mit seinem Assistenten Alfred nach Transsylvanien, um Beweise für die Existenz von Vampiren zu sammeln und seinen Ruf wieder herzustellen. Schon bald finden die beiden in einem Gasthaus Hinweise auf solche in der Umgebung. Der Wirt Shagal versucht, die alarmierten Gäste davon zu überzeugen, dass es keine Vampire gäbe, doch schon bald entdecken diese den Vampirfürsten Krolock.

Hier könnt ihr euch den Trailer ansehen.

 

ROSEMARYS BABY (1968)

Hier handelt es sich wohl um eines der bekanntesten Werke von Polanski, basierend auf dem gleichnamigen Horrorroman von Ira Levin aus dem Jahr 1967.

Der Horror-Thriller spielt im trendigen Manhattan und handelt von Rosemary Woodhouse, einer jungen Hausfrau, die unerwartet schwanger wird. Sie vermutet, dass eine Sekte ihr Baby für ihre Rituale benutzen möchte, doch noch weiß sie nicht, dass es nicht die Sekte ist, um die sie sich sorgen sollte.
Hier findet ihr den Trailer.

 

CHINATOWN (1974)

Hierbei handelt es sich um einen Gangsterfilm, welcher von den California Water Wars, einer Reihe von Streitigkeiten über das südkalifornische Wasser zu Beginn des 20. Jahrhunderts, inspiriert wurde.

In diesem Film wird ein Privatdetektiv namens Jake Gittes beauftragt, einen Ehebruchfall zu untersuchen und stolpert so über den Mordkomplott und die Privatisierung von Wasser durch staatliche Korruption.
Auch zu diesem Film haben wir den Trailer für euch.

 

DER MIETER (1976)

1976 erschien DER MIETER, der auf dem Roman LE LOCATAIRE CHIMÉRIQUE von Roland Topor aus dem Jahr 1964 basierte. Hier führte er nicht bloß die Regie des Films, sondern übernahm auch die Hauptrolle, des schüchternen Bürokraten Trelkovsky.
Zusammen mit EKEL und ROSEMARY’S BABY ist DER MIETER der dritte Teil einer losen Filmtrilogie, der Mieter-Trilogie (oder auch Apartment-Trilogie genannt). In allen drei Filmen wird eine Wohnung zum Schauplatz einer Horrorgeschichte.

Der schüchternen Bürokrat Trelkovsky, mietet sich eine alte Wohnung in Paris an. Seine Nachbarn beobachten ihn misstrauisch. Er findet heraus, dass die frühere Mieterin des Apartments Selbstmord begann und seine Überzeugung wächst, dass seine Nachbarn ihn nun töten wollen. Er kommt sogar zu dem Schluss, dass Stella, die Frau, in die er sich verliebt hat, involviert ist. Wird auch er zu einem Opfer?

Den Trailer gibt es hier.

 

DIE NEUN PFORTEN (1999)

Dieser Film basierte auf dem Roman DER CLUB DUMAS des Autors Arturo Pérez-Reverte aus dem Jahr 1993.

Hier ist Johnny Depp als Dean Corso auf der Suche nach einem ominösen Buch, das vom Teufel selbst stammen soll.
Den Trailer findet ihr hier.

 

DER PIANIST

Sein großes Comeback, nach seinen Vergewaltigungsvorwürfen, feierte Polanski schließlich im Jahr 2002. Allerdings weder mit einem Horrorfilm, noch einem Thriller, sondern mit dem Holocaust-Drama DER PIANIST, für den er den Oscar im Bereich Best Director (Roman Polanski), Best Adapted Screenplay (Ronald Harwood) und Best Actor (Adrien Brody) gewann.

Die Handlung des Films basiert auf dem autobiografischen Buch THE PIANIST und erzählt einen Teil seiner Lebensgeschichte.

Natürlich haben wir auch hier einen Trailer für euch.

 

 

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