Interview mit Richard Raaphorst (FRANKENSTEIN’S ARMY)

Seit Monaten berichten so gut wie alle Genreseiten über FRANKENSTEIN’S ARMY. Ein Kriegsszenario mit einer Horde von Supersoldaten, halb Mensch halb Maschine, das hört sich einfach nach großem Spaß an. Und das ist es auch, denn gerade die Nazisoldaten sind mit viel Liebe zum Detail erschaffen worden. Der Mann hinter dem Film ist der Niederländer Richard Raaphorst. Auf dem London Film 4 Frightfest stellte er seinen Film zusammen mit den Hauptdarstellern Alexander Mercury und Andrei Zayats vor und die Filmbegeisterten bescherten der Crew nach dem Screening einen großen Applaus. Wir haben den sympathischen Regisseur unter anderem gefragt, was seine Inspiration für seine selbst gestalteten Soldaten war und an welchen Projekten er momentan arbeitet. FRANKENSTEIN’S ARMY steht bei uns ab dem 24. September in den Verkaufsregalen.

Cat: Die Vorführung von FRANKENSTEIN’S ARMY beim Londoner Frightfest war sehr erfolgreich, Glückwunsch! Wie lange hat der Produktionsprozess gedauert?
Richard Raaphorst: Ja, das Fest in London war erstaunlich. Das Publikum war fantastisch und ich habe mich wirklich gefühlt, als wäre ich auf meinem Heimatplaneten, voll mit der gleichen Spezies, gelandet. Die Reaktion war großartig.
FRANKENSTEIN’S ARMY war 3 Jahre in der Mache, aber die Idee dazu hatte ich schon viel länger in meinem Kopf. So weit ich mich erinnern kann, habe ich schon „Zombots“ gemacht, als ich ein Kind war. Ich habe Barbiepuppen in Spielzeug-Zombots umgestaltet. Eine Barbie habe ich total verdorben umgestaltet, so dass ihre ganzen „tollen Sachen“ raushingen und ich machte einen sehr brutalen Ken, mit Körperteilen aus Metall. Also entwickelte ich diese Idee seit meiner Kindheit. Ich habe auch noch im Gedächtnis, das ich komplette lebensgroße Zombies gemacht habe und diese in mein Bett legte, wenn ich zur Schule ging. Meine Mutter bekam fast einen Herzinfarkt, als sie die Tür öffnete und eine verfaulte Leiche in meinem Bett sah.

Richard RaaphorstCat: Du hast gesagt, dass du die Supersoldaten selbst entworfen hast. Was war deine Inspiration?
Richard Raaphorst: Ich denke die Inspiration kommt von Musik und industriellen Landschaften. Auch hatte ich immer eine tiefe Faszination für die Schwerindustrie, wozu auch der Lärm gehört. Ich mag die Vorführung von Metalverbindungen, schwere Kräne und das zischen von Maschinen. Den scheppernden und knallenden Klang eines hydraulischen Hammers.Ich habe so etwas auch bei Aufnahmen wie „Metal Machine“ von Lou Reed oder einige Stücke von Sound Alchemist Brian Eno.

Cat: Der Cast rund um Alexander Mercury, Joshua Sasse, Andrei Zayats und Karel Roden hat wirklich gute Arbeit geleistet. Wie waren die Dreharbeiten?
Richard Raaphorst: Die Dreharbeiten haben sich angefühlt wie ein Militäreinsatz. Während des Tages wurde ich in eine Schärfentiefe eingesogen, und sobald ich im Hotel war, habe ich den Abend genutzt, um mich auf den nächsten Tag vorbereitet. Aber am Wochenende war es das Gegenteil. Ich hatte großen Spaß beim Ausgehen mit den Leuten und einige der Schauspieler sind gute Freunde geworden.

Cat: FRANKENSTEIN’S ARMY startet nun endlich in Deutschland. Die Fans sind wirklich aufgeregt, seitdem sie darüber gelesen haben. Gibt es irgendetwas, das du ihnen sagen willst?
Richard Raaphorst: Also, es ist ein Film, den du magst oder nicht magst. Und da ich selber Fan bin, habe ihn aus der Ansicht eines Fans gemacht. Lasst uns den Genrefilm und eigensinniges Filmemachen am Leben halten.

Frankensteins ArmyCat: Du hast in den 90ern angefangen Kurzfilme zu machen. Wolltest du schon immer Regisseur werden?
Richard Raaphorst: Nicht wirklich, ich wollte ein Maler von surrealer Kunst werden und später wollte ich Comicbuch Künstler werden. Nach meiner Regiearbeit zu ZOMBI 1, das ein Experiment war, kam der Regisseur in mir zum Vorschein. Ich betrachte mich selbst mehr als einen Künstler, der leitet und Film wurde meine Lieblingsleinwand. Ein Schauspieler ist für mich eine Notwendigkeit, um mich selbst auszudrücken.

Cat: Bist du daran interessiert, in Zukunft mehr Horrorfilme zu drehen?
Richard Raaphorst: Ja, bin ich. Wobei ich alle Genres mag. Horror erlaubt dir Regeln zu brechen und über den Tellerrand zu schauen. Horror hat Freiheit und mit dieser hat die Kreativität keine Grenzen.

Cat: Gibt es irgendwelche kommenden Projekte, über die du sprechen kannst?
Richard Raaphorst: Zur Zeit entwickele ich zwei Projekte. Eines von ihnen findet in der nahen Zukunft statt. Es ist sehr wild und grafisch. Das andere Projekt basiert auf einer niederländischen Legende und handelt von Kindern, die lebendig begraben werden, aber ihre Finger schauen aus dem Boden heraus und bitten um Gnade. Die Fingerspitzen sind geformt wie essbare Pilze, aber sie sind offensichtlich keine. Sobald du von diesen Pilzen gegessen hast, werden diese toten Kinder dich heimsuchen. Bei beiden Filmen sollen so viele praktische Spezialeffekte genutzt werden, wie möglich.

Cat: Zu guter letzt, kannst du mir ein paar deiner Lieblingshorrorfilme nennen?
Richard Raaphorst: Mein Lieblingsfilm ist THE THING. Mein Traum ist es, diesen zu schlagen. Der Film beeinflusst mich bis heute.Ich habe den Film vor Kurzem wieder geschaut und es ist verwunderlich, wie es den Zahn der Zeit überlebt, während CGI-Filme mit großem Budget so unmodern aussehen.
Die anderen sind SCANNERS und DAWN OF THE DEAD. Ich bin außerdem ein großer Fan von BAD TASTE und ich liebe den Kurzfilm STREET TRASH. Auch mag ich Tim Burton’s ED WOOD. Mein Traum ist es, ein sehr stilisiertes Animationsremake von PLAN 9 FROM OUTER SPACE zu machen.

Cat: Ich danke dir sehr für das Interview und wünsche dir für deine zukünftigen Projekte alles Gute.
Richard Raaphorst: Danke Cat.

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