Buch-Review: VERSEUCHT von Tim Curran (2012)

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Redaktion: 7

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Veröffentlichung: 2012
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Tim Curran ist seit Mitte der 90er Jahre als Horrorautor tätig. Angefangen mit Kurzgeschichten in Magazinen, hat er mittlerweile eine beachtliche Menge an Geschichten produziert. Seit 2012 werden seine Werke auch in Deutschland veröffentlicht. VERSEUCHT ist 2012 im Festa-Verlag erschienen.

Inhalt von VERSEUCHT

Nach einem atomaren Krieg, der die gesamte Welt mit Verwüstung und Reststrahlung zurückgelassen hat, scheint Rick Nash der Einzige mit einem Plan zu sein. Gemeinsam mit einer Gruppe an anderer Überlebender kämpft er sich gegen mutierte Kinder, mutierte Ratten und verrückt gewordenen Menschen nach Westen. Warum gerade nach Westen? Das flüstert ihm das Schattengebilde zu, wie Nash es liebevoll nennt. Nash legt sein und die Leben seiner Gefährt*innen in die Hände dieser mysteriösen Entität und niemand weiß, was es wirklich plant…

Schlussbetrachtung von VERSEUCHT

Auf den knapp 450 Seiten des Buches hat der Autor eine in sich stimmige Geschichte erzählt. VERSEUCHT schafft es die trostlose Atmosphäre nach dem Atomkrieg einzufangen. Wichtiger Teil der Atmosphäre sind die verschiedenen Lebewesen, auf die Rick Nash mit seiner Gruppe trifft: riesige Ratten, deren Körper voller Geschwüre sind, die sogenannten Kriegsbeilclans, die aus reiner Lust Leute foltern und umbringen, die Menschen, die an den verschiedenen Krankheiten leiden und dabei mehr oder minder innerlich verrotten. Curran hat seine Fantasie hier spielen lassen und sich einige wirklich eklige Dinge ausgedacht.

Die Handlung von VERSEUCHT erinnert entfernt ein wenig an DAS LETZTE GEFECHT von Stephen King, wo die Charaktere auch den Anweisungen mehr oder minder mysteriösem Wesen folgen und die Mehrheit der Menschen gestorben ist. Tim Curran beschreibt allerdings nicht den klassischen Kampf von Gut gegen Böse, sondern zeichnet viel mehr ein detailreiches Bild der Endzeit, in der es die Kategorien Gut und Böse nicht mehr gibt. Die „Guten“ begehen böse Taten, um ihr Überleben zu sichern.

Der Tod ist in dem Roman ein allgegenwärtiges Thema. Bereits am Anfang wird der Protagonist Nash mit dem Tod seiner Frau konfrontiert und wird dies noch etliche Male, bevor er zum Ende seiner Reise kommt. Es ist spannend zu lesen, wie sich sein Charakter immer weiter verändert und er Dinge tut, die er vor der atomaren Apokalypse nicht einmal in Erwägung gezogen hätte. VERSEUCHT zeigt wozu Menschen in Extremsituationen in der Lage sind.

Die Charaktere selbst sind zum größten Teil alle sehr stimmig beschrieben. In die meisten bekommt man einen Einblick und kann deren Motive und Beweggründe rasch verstehen.
Ein Aspekt der mehr oder weniger überflüssig ist, ist das Gezanke von den zwei Frauen um unseren Helden Nash. Den Konflikt zwischen den beiden hätte man durchaus eleganter einleiten können und nicht durch eine derart plumpe und stereotype Art. Das ist aber eine Kleinigkeit und tut dem Lesespaß keinen Abbruch

Insgesamt ist VERSEUCHT ein unterhaltsames und recht gorelastiges Buch. Die Handlung an sich ist rund und leserfreundlich verpackt. Es gibt ein paar Längen, über die aber gut hinweggesehen werden kann.

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