Hörbuch-Review: DIE GESCHICHTE VON ZEB von Margaret Atwood (2017)

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Redaktion: 9

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Länge: 13Std 09Min
Veröffentlichung: 14. August 2017
Verleih/ Vertrieb: Ronin-Hörverlag
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Wie kann es weitergehen, nach einer weltweiten Pandemie, die unzählige Menschen dahingerafft hat? Dieser Frage geht Margaret Atwood in DIE GESCHICHTE VON ZEB nach. Der 2013 erschienene Roman wurde 2017 vom Ronin-Verlag als Hörbuch veröffentlicht, erneut von Uve Teschner gesprochen.
DIE GESCHICHTE VON ZEB bildet den Abschluss von Atwoods MADDADDAM-Trilogie. In dem letzten Teil kommen alle bisherigen Handlungsstränge und Personen zusammen, die in ORYX UND CRAKE und DAS JAHR DER FLUT vorkamen.

Inhalt von DIE GESCHICHTE VON ZEB

Wie der Titel bereits ankündigt, wird die Geschichte von Zeb erzählt. Zeb gehörte bereits in DAS JAHR DER FLUT zu den wichtigen Charakteren, auf den die dortige Protagonistin Toby immer wieder gehofft hatte.
Die getrennten Grüppchen sind vereint; Jimmy, die Craker, Toby, Ren, Zeb und diejenigen, die von den Gottesgärtnern übrig geblieben sind. Gemeinsam versuchen sie sich nun im Ende der Menschheit durchzuschlagen.

Resümee zu DIE GESCHICHTE VON ZEB

Gleich vorweg gesagt: Es macht keinen Sinn, dieses Buch losgelöst von den beiden Vorgängern zu hören. Das wäre ein wenig, wie beim HERRN DER RINGE nur DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS zu lesen und sich dann zu wundern, dass man die Zusammenhänge nicht versteht. In DIE GESCHICHTE VON ZEB laufen sämtliche Handlungsstränge zusammen, um ein großes und detaillreiches Bild zu ergeben.

Die Geschichte von Zebs Leben, die er Toby bei abendlichen Treffen erzählt, wird dazu genutzt, um vorhandene Lücken in der Geschichte zu schließen. Beispielsweise wird plötzlich klar, weshalb der Zeb in DAS JAHR DER FLUT immer mal wieder auf mysteriöse Weise abgetaucht ist, um dann doch wieder bei den Gottesgärtnern anzukommen. Auch die eigentliche Entstehung dieser sehr öko-pazifistischen Vereinigung wird genauer erzählt. So erfahren wir zum einen natürlich die Lebensgeschichte von Zeb – immerhin beginnt er bei seiner Kindhei zu erzählent – zum anderen werden aber auch lose Fäden in der MADDADDAM-Triologie im Ganzen vernäht. Auf diese Weise wird eine sehr runde und in sich geschlossene Geschichte geschaffen.

Atwood wirft auch in DIE GESCHICHTE VON ZEB wieder gesellschaftliche Fragen auf: Wie lebt man mit vollkommen anderen Geschöpfen (zum Beispiel den Crakern) in Frieden zusammen? Ist die Todesstrafe angebracht? Und natürlich die allgegenwärtige Frage, wie man nach dem Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation weiterleben kann. Durch das indirekte Stellen dieser Fragen, regt das Hörbuch auch immer wieder zum Nachdenken an, wie man selbst in so einer Situation handeln würde. Die Autorin hat also nicht einfach nur eine Geschichte geschrieben, sondern auch ihren eigenen Kommentar zur Weltlage eingebaut.

Das Ende von DIE GESCHICHTE VON ZEB wirkt zunächst ein wenig übereilt, macht im Nachhinein aber sehr viel Sinn. Im Grunde endet die Triologie so, wie sie begonnen hat: in einer Erzählung, die den Crakern beim abendlichen Beisammensein berichtet wird.

Wie auch bereits ORYX UND CRAKE sowie DAS JAHR DER FLUT lässt sich an der Hörbuch-Produktion nichts bemängeln. Uve Teschner spricht erneut überzeugend und auf eine Weise, der man gern und lange zuhört.

DIE GESCHICHTE VON ZEB bildet einen würdigen Abschluss für eine herausragende und wunderbar erzählte Trilogie. Neben einer spannenden Geschichte, werden gesellschaftlich relevante Frage aufgeworfen, die zum Teil bereits heute aktuell sind. Das Hörbuch ist eindeutig zu empfehlen.

Das Hörbuch gibt es auch bei Applemusic und Spotify zu hören.

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