Buch-Review: WUTRAUSCHEN von Simone Trojahn

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 1.0

Please rate this

3/10 (2)

Land:
Genre:

Alles fängt gut an! Redrum Books weist darauf hin dass der Schreibstil von Simone Troja teils sehr drastisch und extrem ist und für sensible Personen ungeeignet ist. Da geht jedem Horror/Thriller Fan das Herz auf. Wobei der letzte Satz:“Das Lesen ihrer Bücher erfolgt auf eigene Gefahr“ einen schon skeptisch machen müsste, es erinnert an „…nach einer wahren Begebenheit“

In WUTRAUSCHEN lernen wir Marvin kennen, er ist um die 30 und wurde sein Leben lang von seiner Mutter missbraucht. Marvin trifft sich regelmäßig mit Kim, einer Junkie-Braut, er bekommt Sex und sie ihren Schuss. Doch das nimmt ein böses Ende und Marvin lernt Emma kennen. Auch Emma scheint ein Problem zu haben, ihre Wut, die sie nicht kontrollieren kann. Es scheint liebe auf den ersten Blick zu sein… und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Mehr gibt es zu der Story nicht zu sagen. Eine Geschichte die man durchaus auch im realen Leben findet, jedoch wird es hier auf so eine abscheuliche Art erzählt, dass selbst Horror-Fans keinen Gefallen daran finden. Im ersten Drittel des Buches gibt es fast keine Seite in der nicht irgendwelche Abartigkeiten von Fäkalien beschrieben werden.

Vom Titel ausgehend, scheint es um die Wut zu gehen, die irgendwo brodelt. Es wird auch sehr oft von dieser verborgenen Wut gesprochen. Beim Lesen aber bleibt es nur beim geschriebenen Wort. Als Leser will man diese Wut spüren, mit den Personen fühlen, sie verstehen. Selbst wenn die Wut zum Vorschein kommt, geht es einem nicht nahe.

Das Buch ist sehr einfach geschrieben, was nicht zwingend schlecht sein muss. Aber wenn man als Leser das Gefühl bekommt die Autorin hat sich überhaupt keine Mühe gegeben, steigt die Wut in einem selbst… vielleicht ist das auch die Wut von der gesprochen wird. WUTRAUSCHEN ist brutal, der Ekelgrad ist grenzwertig, allerdings fehlt es an Spannung. Da man die Charaktere nie wirklich kennen lernt, ist es einem egal was passiert. Zudem gibt es ständig Wiederholungen. Die Passagen die ausgiebig und fantasievoll beschrieben werden, beschränken sich allein darauf was man alles mit Fäkalien machen kann. Wenn man nicht gerade eine Neigung dazu hat, kann man darauf auch gut und gerne verzichten!

Der Verlag schreibt über die Autorin: „Simone Trojahn schreibt erschreckend realistisch, tiefgründig und absolut schonungslos. Ihre Geschichten sind gnadenlos authentisch.“

Realistisch ist an dem Buch rein gar nichts! Es wirkt so als wurde einfach darauf los geschrieben, die einfachsten Sachen wurden nicht recherchiert. Völlig unrealistisch wurde z.b. beschrieben wie eine Leiche verwest, wobei da schon logisches Denken geholfen hätte. Tiefgründig? Wenn man sich gerne mit Fäkalien beschäftigt, könnte man es Tiefgründig nennen, nicht aber wenn man eine spannende, interessante, mitreißende Geschichte erwartet die einen fesselt. Schonungslos, ja! Das WUTRAUSCHEN authentisch sein sollte… hoffen wir mal nicht.

Zudem wird man etwas skeptisch wenn bei Amazon fast alle Buchwertungen bei 5 Sternen liegen, selbst Bestseller treffen nie den Geschmack von allen.

Als Horror/Thriller-Fan hat man schon viel gesehen und gelesen. Hier schweifen die Gedanken allerdings während des Lesens ab, man bekommt ein beklemmendes Gefühl, ob man der Autorin in irgendeiner Art helfen müsste. Das gruseligste an dem Buch ist das Nachwort der Autorin. Nach den üblichen Danksagungen dankt sie ihrer Familie, die sie durch eine dunkle Zeit begleitet haben. Auch ihren Lesern dankt sie: „Ohne euch gäbe es meine Bücher nicht und ich hätte wirklich keine Ahnung, was ich sonst mit mir anfangen sollte“.

Wenn das Schreiben hilft, ist das eine gute Sache, aber das allein macht noch keine gute Schriftstellerin aus!

Facebook Comments