Classic-Review: CARRIE (1976)

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Redaktion: 9.0

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8.4/10 (17)

Darsteller: Sissy Spacek, John Travolta, Piper Laurie
Regie: Brian de Palma
Drehbuch: Lawrence D. Cohen
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carrie_02Eine alltägliche Teenager-Geschichte über eine junge Frau wie sie jeder kennt. Carrie, 16 Jahre jung, auf der High School, ihre erste Liebe und kurz vor dem Abschlussball. Carrie ist ein sehr verunsichertes, unaufgeklärtes Mädchen das zum Spielball ihrer Mitschülerinnen wird. Sie wird gehänselt, beschimpft und ausgeschlossen. Als sie dann auch noch nach dem Sportunterricht beim gemeinsamen duschen ihre Periode bekommt, wird sie zum absoluten Mittelpunkt ihrer Klasse, aber im negativen Sinne. Langsam wird dem Zuschauer klar, dass es sich hier nicht um eine ganz gewöhnliche Geschichte handelt…

 

Durch die Wut die in Carrie steckt und das Streben nach “normal sein” merkt sie, dass sie telekinetische Fähigkeiten besitzt und wendet diese auch immer mehr an. Anfangs noch unbewusst wie ein Platzen einer Glühbirne, später immer bewusster um ihren Willen durchzusetzen.

Handlungsorte sind ausschließlich die Schule, in der Carrie jede Menge ertragen muss, und ihr Zuhause. Sie lebt mit ihrer Mutter alleine in einem Haus und es wird sehr schnell klar warum Carrie anders ist als ihre Mitschülerinnen. Sie muss mit ihrer, von Männern enttäuschten, Mutter zurückgezogen und gottesfürchtig leben. Sie scheint krankhaft religiös zu sein. Alles was mit dem Erwachsenwerden von Carrie zu tun hat wird von der Mutter als Schande bezeichnet und von
ihr unterdrückt und verboten.

carrie_01Zum Höhepunkt des Filmes kommt es als Carrie von einem Jungen zum Abschlussball eingeladen wird und die Mutter ihr dies nicht erlauben will. Sie wehrt sich zum ersten mal und hält sie durch ihre Fähigkeiten auf Abstand. Für ihre gläubige Mutter sind dies Fähigkeiten des Teufels.

Auf dem Abschlussball dann scheint alles nach Plan zu verlaufen, zum ersten mal fühlt sich Carrie wie ein normaler Teenager. Was sie allerdings nicht weiß, dieser Traum ist nur ein Streich ihrer Mitschülerin Chris und ihrem Freund Billy (John Travolta) …und niemand ahnt was sie damit auslösen…

Carrie White wird gespielt von Sissi Spacek, die zu diesem Zeitpunkt aus THE WALTONS (1973) bekannt war, sie war in ihrer Rolle so überzeugend das sie 1977 für den Oscar nominiert wurde.

Von Regisseur Brian de Palma verfilmt, nach dem Roman von Stephen King (1973), genauer gesagt Kings erstem veröffentlichten Werk, das auch sein Durchbruch als anerkannter Schriftsteller war.

Interessant ist dass King für den Roman ein Vorbild aus seiner Jugend hatte. Carrie, ein seltsames Mädchen die im gleichen Schulbus fuhr wie er, nur dass neben ihr niemand gerne saß. Laut King nahm sie sich als Erwachsene das Leben. Zuerst verwarf King das Manuskript, seine Frau war es die ihn zur Vollendung drängte. Es wurde ein voller Erfolg. Die Verfilmung sorgte dafür, dass King schlagartig berühmt wurde. Er kündigte seine Stelle als Lehrer um sich ganz dem Schreiben zu widmen.

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In den Filmen von de Palma sind stets Parallelen zu Alfred Hitchcock zu finden, so auch hier. Mit eine Duschszene steigen wir direkt in den Film ein, zu hören sind die “schreienden Geigen” von Bernard Herrman, beides erinnert sehr stark an PSYCHO von Alfred Hitchcock.

Ein Klassiker der in keiner Horrorfilm Sammlung fehlen sollte, faszinierend und neu seiner Zeit. Ohne große Effekte lässt Carrie uns teilhaben an ihren Gefühlen. Und sind wir ehrlich, die Klamotten kommen so langsam auch wieder in Mode.

Unter Regie von Katt Shea und Robert Mandel erschien 1999 die Fortsetzung CARRIE 2  – DIE RACHE. Hier wird die Geschichte von Rachel Lang, der Halbschwester von Carrie erzählt. Auch sie ist die Außenseiterin in der Schule, wird erniedrigt und verfügt über telekinetische Fähigkeiten. Es gibt auch ein bekanntes Gesicht aus dem vorigen Teil, Sue Snell, wieder gespielt von Amy Irving. An den Erfolg des ersten Teiles kam er aber leider nicht annähernd ran.

2002 erschien dann eine Neuverfilmung und auch eine Neuinterpretation von Regisseur David Carson. Grundhandlung ist die selbe aber das Ende weicht stark vom Original ab. Ursprünglich geplant als Pilotfilm für eine Serie, doch die Einschaltquoten sprachen dagegen.

Das Carrie immer noch aktuell ist zeigt uns dass dieses Jahr ein weiteres Remake, diesmal von Kimbery Peirce, in die Kinos kommt. Diesmal anscheinend mit Found Footage Elementen. Deutscher Kinostart wird der 05.12.2013 sein. Hier schon mal ein Vorgeschmack.

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