Classic-Review: GODZILLA (1954)

godzilla 1954
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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5.7/10 (6)

Darsteller: Takashi Shimura, Akihiko Hirata , Akira Takarada
Regie: Ishirô Honda
Drehbuch: Ishirô Honda, Shigeru Kayama
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GODZILLA kennt heutzutage jedes Kind. Ein japanisches Riesenmonster, das im Meer lebt und unzählige Filme hervorgebracht hat. In vielen dieser Streifen wirkt GODZILLA sympathisch und kämpft teilweise sogar auf Seiten der Menschen gegen andere Monster.
Im Jahre 1954, als der erste der Filme entstand, war die Riesenechse, die an einen Tyrannosaurus erinnert, allerdings eine eindeutige Gefahr für die Menschen in Japan.
Durch Atomwaffentests der Amerikaner im Pazifik geweckt, entsteigt GODZILLA dem Meer und verbreitet Schrecken und Zerstörung. Das rund 50 m hohe Wesen zermalmt nicht nur alles, was ihm im Weg steht, sondern verfügt zudem über einen radioaktiven Strahl, den er aus seinem Maul speit.

Godzilla

Betrachtet man den Film aus dem Blickwinkel seiner Entstehungszeit, ist der Hinweis auf die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki, aber eben auch die Atomwaffentests in der Folgezeit überdeutlich. Eine der ersten Szenen des Films, in der ein Schiff nach einer blendenden Explosion in Flammen aufgeht ist ebenfalls der Realität entliehen, wo ein japanisches Fischerboot einem US-Atomtest zu nahe kam und kontaminiert wurde. Diese Geschichte war Inspiration für die Entstehung des Films.
Auch amerikanische Filme wie FORMICULA griffen damals die Thematik auf, aber natürlich war die Beziehung Japans zur Atombombe eine besonders erschreckende.
Die Kreatur GODZILLA kann dabei selbst als alles zerstörende Bombe verstanden werden, aber auch als die Folge von Atomwaffen.

Wenn man sich den Film heutzutage ansieht, lassen einen die Parallelen erschauern. Ein Wesen, dass aus dem Meer kommt und die Erde erzittern lässt, erweckt unwillkürlich Gedanken an das Erdbeben und die damit einhergehende Tsunami-Welle, die 2011 Japan heimsuchte. Die ähnliche atomare Bedrohung liegt ebenso auf der Hand.

Besonders makaber wirkt inzwischen, dass die Warnung, die der Film ausspricht in den zahlreichen Fortsetzungen zunehmend verwässert und schließlich sogar umgedreht wird. Die Bedrohung wird (wie in der Realität) zum Verbündeten erklärt, ohne dass man die übermächtige Kreatur beherrschen kann.

GODZILLA ist übrigens eine amerikanische Wortkreation. Im Original heißt das Monster „Gojira“, was sich aus den japanischen Wörtern für Gorilla und Wal zusammensetzt.
Aus technischer Sicht war der Film zu seiner Zeit auf der Höhe. Zwar noch in schwarz-weiß gedreht, sind die Effekte durchaus sehenswert und besser als vieles was in den 27 späteren Filmen der Reihe zu sehen ist.

Fazit:
Mit oder ohne diesen  Bezügen zu Fukushima ist GODZILLA ein wahrer Klassiker, der in jeder Beziehung ordentlich inszeniert wurde und beweist, dass Horrorfilme oft mehr sind als kranke Fantasien gewaltgeiler Regisseure und Autoren.

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