Classic-Review: HIGHLANDER (1986)

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Redaktion: 8.5

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8.7/10 (3)

Darsteller: Christopher Lambert, Sean Connery, Clancy Brown
Regie: Russell Mulcahy
Drehbuch: Gregory Widen, Peter Bellwood, Larry Ferguson
Länge: 112 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 1986; 14. Dezember 2018 (Neuauflage Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universum
FSK: ab 16

„Es kann nur einen geben.“
Es sagt einiges über einen Film, wenn nahezu jeder diesen beherrschenden Satz einmal gehört hat.
HIGHLANDER ist natürlich kein Horrorfilm, aber wenn jahrhundertealte Unsterbliche im New York unserer Zeit Köpfe rollen lassen, wollen wir trotzdem ein Wort mitreden.

Einer dieser  Unsterblichen ist Connor McLeod, ein schottisches Clanmitglied, der einst in einer blutigen Schlacht fiel….und kurz darauf wieder unter den Lebenden weilte.
Heute lebt er unter falschem Namen in den USA und die Zeit der Zusammenkunft, in der er mit anderen, die so sind wie er, um Leben und Tod und die ultimative Macht kämpfen muss, rückt näher.

Wenn zwei gewaltige, aus einer anderen Zeit stammende Mächte, in einer amerikanischen Großstadt aufprallen und der Film immer wieder Zeitsprünge wagt, die uns mehr erzählen sollen, könnte man auch glauben, dass von TERMINATOR die Rede ist. Der entstand gerade mal zwei Jahre vor HIGHLANDER und es ist nicht auszuschließen, dass ein paar Ideen ihren Weg in dieses Drehbuch fanden, aber der Film bietet wahrlich genügend Alleinstellungsmerkmale und ist trotz diverser Schlachten und Kämpfe mehr Epos als Actionfeuerwerk.

So kommt McLeods Herkunft und Werdegang eine genaue Betrachtung zu und der Film fängt dabei grandiose Landschaften der schottischen Natur ein. Darüber hinaus wird unser Held auch in kürzeren Szenen zu anderen Epochen gezeigt, wobei gerade in einer Duell-Szene (bei der man als unverwundbarer naturgemäß gute Karten hat) Humor offenbart wird.

Nun ist HIGHLANDER sicher keine Komödie, ist aber auch nicht so dunkel, wie er hätte sein können. Selbst Bösewicht Kurgan hat Spaß bei der Arbeit.
HIGHLANDER ist aber so pompös wie ein Song von Queen, die passenderweise den Soundtrack beisteuerten und mit Songs wie „Who Wants To Live Forever“ oder „Princes Of The Universe“ zum Bombast und Unsterblichkeit des Werkes beitrugen.

Auch die Schauspieler tragen ihren Teil bei. Für Hauptdarsteller Christopher Lambert bleibt HIGHLANDER das Aushängeschild seiner Karriere. Sean Connery stellte als Ramirez einmal mehr unter Beweis, dass er zu den vielseitigsten Akteuren seiner Zeit gehörte, stellte aber nach seiner James Bond – Werke spätestens hier die Weichen zu reiferen, väterlichen Rollen, die er bis zu seinem freiwilligen Karriereende oft begleiten sollte.
Für Clancy Brown war die Rolle als Kurgan einer seiner ersten Filmauftritte, heute zählt er mit über 270 Film- und Serieneinsätzen zu den besten und gefragtesten Nebendarstellern (u.a. DIE VERURTEILTEN und STARSHIP TROOPERS).

Und trotzdem bleibt die Geschichte der Star. Die Prämisse der Schwertkämpfer, die alleine durch einen abgetrennten Kopf zu besiegen sind, bietet viel Raum.
Als Zuschauer erfahren wir nach und nach, was es mit den (fast) Unsterblichen auf sich hat, an welche Regeln sie sich halten müssen und was ihr Ziel ist, andere Fragen bleiben aber auch, wenn der Film vorüber ist.
Zum Beispiel wieso sie existieren oder was geschieht nachdem „der eine“ übrig bleibt.

Highlander, also aus dem schottischen Hochland stammend, ist nur Connor. Sein Mentor Ramirez kommt aus Ägypten, der Gegenspieler Kurgan aus Kirgistan.
Wer also auf alles abschließende Antworten braucht, wird entweder mit HIGHLANDER unzufrieden sein oder sein Glück in den (weniger gelungenen) vier Fortsetzungen, der TV-Serie oder anderen Aufbereitungen der HIGHLANDER-Universums suchen müssen, die zwar teilweise mehr Einblick geben, deswegen aber nicht mehr Sinn.
Übrigens war der Streifen an den Kinokassen zunächst kein Erfolg und entwickelte erst mit der Zeit seine Fanbase.

Kritischer darf man aus heutiger Sicht die Effekte betrachten. Blitze (und davon gibt es nicht wenige) sehen künstlich aus und wenn nach einem Kampf cartoonartige Dämonen durch die Luft wirbeln, scheint das ausgerechnet in einem Moment, der erhaben sein sollte, unfreiwillig komisch.
Heutzutage würde man wohl auch mehr Schnitte während der Schwertkämpfe einsetzen und damit Schwächen in der Choreographie ausmerzen.
Dass Schwerthiebe hingegen bei den Kämpfen ganze Mauern zum Einsturz bringen, ist zwar maßlos überzogen, aber eben wieder Teil des larger-than-life-Stils.

Einige Schwächen sind daher nicht zu verleugnen und man darf zumindest mal darüber nachdenken, wie in Zeiten des Remakewahns eine HIGHLANDER-Neuverfilmung aussehen könnte.
Wenn aber auch etwas Luft nach oben ist, ist vor allem ganz viel Raum sich in Summe zu verschlechtern.

Fazit:
HIGHLANDER mag nicht gänzlich unbeschadet durch die Jahre gekommen sein, aber ist immer noch ein starker Action-Fantasy-Thriller.

 

 

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