Classic-Review: FROM DUSK TILL DAWN (1996)

From Dusk Till Dawn
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 10

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6.3/10 (16)

Darsteller: George Clooney, Quentin Tarantino, Juliette Lewis
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Quentin Tarantino
Genre:
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FSK:

Wenn ein Film es schafft, mich drei Mal ins Kino zu ziehen, sollte sich niemand wundern, dass hier die Höchstnote vergeben wird.
Fragen darf man sich aber, ob FROM DUSK TILL DAWN das Zeug zum Klassiker hat. Zum einen ist der Film ähnlich wie der vor einiger Zeit besprochene SCREAM noch relativ jung (Jahrgang 1996) zum anderen hat er -anders als SCREAM und andere Klassiker- nur wenige Kopisten und Plagiateure gefunden. Aber eins nach dem anderen…

From Dusk Till Dawn

„Es war ein gottverdammter, langer, heißer, erbärmlicher Tag, vom Anfang bis zum Ende.“
Die Brüder Gecko sind nach einem blutigen Banküberfall auf der Flucht durch Texas. Ihr Ziel ist Mexiko, wo sie untertauchen wollen. In einem heruntergekommenen Motel nehmen sie Prediger Jakob und seine beiden Kinder als Geisel, der die Mörder in seinem Wohnmobil über die Grenze schmuggeln soll.
In Mexiko angekommen wollen die Gangster die Nacht in einer Bar namens Titty Twister verbringen.
Doch das erweist sich als Fehler.

„Was du da verdammt nochmal tust, verstößt gegen die Regeln!“
Als FROM DUSK TILL DAWN erschien, hatte man von den beiden Machern Quentin Tarantino und Robert Rodriguez bereits gehört. Rodriguez hatte im Jahr zuvor den völlig irren DESPERADO herausgebracht und Tarantino gewann für den nicht weniger grotesken PULP FICTION sogar einen Oscar. In der Zwischenzeit hatten sich die beiden Filmfreaks angefreundet und machten nun erstmals gemeinsame Sache.
Während Tarantino für das Drehbuch verantwortlich war, kümmerte sich Rodriguez um die Regie. Trotz der Aufgabenteilung, lassen sich die Handschriften der beiden jederzeit erkennen, teilweise so selbständig, dass sich das Gerücht hält, Tarantino habe die erste Hälfte alleine gedreht, Rodriguez die zweite.
Tatsächlich ruht die Story zunächst auf harten Gangstern und grellen Dialogen, bevor nach einem Überraschungsmoment ein actionreiches Splatterfeuerwerk gezündet wird.

From Dusk Till Dawn

„Ab heute steht ihr alle in meinem Buch der coolen Leute!“
Schauspielerisch kann man aus den Vollen schöpfen, wobei manche Namen erst durch den Film einen Karrieresprung machten. George Clooney beispielsweise kannte man davor hauptsächlich als TV-Arzt in ER. Er war nie cooler als in FROM DUSK TILL DAWN.
Harvey Keitel war hingegen schon damals ein gefragter Mime (auch in PULP FICTION) und Juliette Lewis überragte 1994 in NATURAL BORN KILLERS (wo Tarantino für die Story sorgte).
Robert Rodriguez Cast ähnelt sich ohnehin in allen seinen Filmen und Salmy Hayek oder Danny Trejo (MACHETE) sind auch hier mit dabei. In weiteren Nebenrollen finden u.a. sich Tom Savini und Cheech Marin ein…letzterer sogar in dreifacher Funktion.

“Pussys Pussys Pussys! Hereinspaziert Pussy-Freunde!“
Roadmovie, Krimi, Action, Horror, Komödie, Gangsterfilm..und Brüste gibt es auch zu sehen. Egal in welchem Genre die beiden bekloppten wildern, es passiert mit viel Hingabe und Liebe zum Detail.
Das Ergebnis ist wie immer einzigartig, was wohl auch der Grund ist, warum es nur wenige Nachzügler gab, die nach dem Erfolg des Films versuchten, etwas Ähnliches zu kreieren. JOHN CARPENTERS VAMPIRES schlugen zwar kurze Zeit später in eine ähnliche Kerbe, zeigten aber einen wannabe-coolen James Woods und der Streifen blieb weit hinter seinen Möglichkeiten.
Dafür sind es einzelne Momente, Zitate und Szenen aus FROM DUSK TILL DAWN die in Erinnerung bleiben. Das Lied AFTER DARK ist Teil eines starken Soundtracks und wird, wie der Schlangentanz von Salma Hayek, auch heute noch gerne bei verschiedenen Gelegenheiten zweitverwertet.

From Dusk Till Dawn

„Sie hätte nicht mal Scheisse gesagt, wenn sie den Mund davon voll gehabt hätte!“
Schwächen? Wer hat die nicht?
Die Effekte wurden teilweise am Computer generiert und sind nicht immer ausgereift. Außerdem stehen in den Massenszenen immer wieder einige der Widersacher scheinbar unbeteiligt im Hintergrund, anstatt anzugreifen.
Untern Strich sind das aber Kleinigkeiten, die den Spaß kaum trüben können.

Ja, der Film mag noch relativ jung sein, ein Klassiker ist er aber schon lange.

 

PS: Im April erscheint der Film wie auch KILL BILL 1+2 und SIN CITY in Neuauflage. Von den beiden Fassungen lag uns zur Rezension die um 2 min. geschnittene FSK 18-Version vor. Gegenüber früheren Schnittfassungen ist das erträglich, es fällt aber auf, dass die Gore-Orgie fast unangetastet blieb, aber dafür einige verbale Entgleisungen dran glauben mussten.

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