Review: DREAD (2009)

dread
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6.4/10 (20)

Darsteller: Jackson Rathbone, Hanne Steen, Laura Donnelly
Regie: Anthony DiBlasi
Drehbuch: Anthony DiBlasi
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DREAD heißt soviel wie Angst oder Furcht und das ist es worum es bei diesem auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker beruhenden Film geht.

Ein nicht unübliches Thema in einem Horrorfilm, doch hier erhalten wie einen Einblick in die verschiedenen Ängste diverser Menschen, die im Rahmen einer Dokumentation vor laufender Kamera berichten.
Initiator des Projekts ist der eigenwillige Quaid, der den Filmstudenten Stephen und Cutterin Cheryl zur Mitarbeit überredet.
Während Stephen und Cheryl die Dokumentation nur als Job betrachten, ist Quaid von dem Thema Angst fasziniert und scheint die Fürchte der Beteiligten als Selbsthilfe zur Bewältigung seiner eigenen Vergangenheit zu nutzen. Die Freiwilligen, die vor der Kamera über ihre manchmal banalen Ängste sprechen, sind ihm jedoch nicht genug. Er möchte tiefere Einblicke in die menschliche Seele erhalten und ist der Überzeugung, man könne seine Ängste nur überwinden wenn man sich ihnen stellt.
Zunehmend wird Stephen und Cheryl klar, dass Quaid von dem Thema besessen ist und er beginnt eine Grenze zu überschreiten, indem er Menschen ungefragt mit ihren Ängsten konfrontiert.

Die zunächst interessante und leicht voyeuristische Idee, verschiedene Menschen mit ihren Sorgen und Problemen kennenzulernen, gibt dem Film viel Zeit, die Hauptdarsteller näher zu beleuchten. Langeweile kommt dabei nicht auf, Dauer-Action sollte man aber auch nicht erwarten. Dazu kommen vereinzelt auch einige grafische Gewaltszenen und später eklige Momente, im Vordergrund steht aber eine große Menge Psycho-Horror und vielleicht auch die Frage, ob man sich selbst den eigenen Ängsten stellen sollte.

Wer bei dem Namen Clive Barker an monströse Kreaturen aus anderen Welten denkt, wie man sie aus Hellraiser oder Cabal-Die Brut der Nacht kennt, liegt falsch. Auch fungiert Barker hier nicht als Regisseur sondern nur als einer der Produzenten. Regie führte Anthony DiBlasi, der auch an anderen Barker-Verfilmungen beteiligt war/ist (Midnight Meat Train, Book of Blood, Remake von Hellraiser).

Dass DREAD auf einer literarischen Vorlage beruht („Moloch Angst“ aus „Das zweite Buch des Blutes“), bemerkt man. Die Erzählweise ist wenig gradlinig und greift einige weniger wichtige Nebenhandlungen auf. Das liegt daran, dass man die recht kompakte Handlung der Kurzgeschichte auf Spielfilmlänge geweitet hat.

Die Darsteller sind allesamt jung, aber deswegen ist noch kein typischer Teenie-Horror mit schablonenhaften Charakteren: Die schauspielerische Leistung ist ordentlich und vor allem Quaid-Darsteller Shaun Evans macht als zunehmend Wahnsinniger eine gute Figur und erinnert an einen jungen Willem Dafoe. Lobenswert ist auch die Gesamtatmosphäre, die immer etwas schmutzig und heruntergekommen wirkt.

Fazit: DREAD wird das Horrorgenre nicht revolutionieren, ist aber eine angenehme Abwechslung zum Einheitsbrei.

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