Review:HIGH TENSION (2004)

high tension
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.5

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8.6/10 (9)

Darsteller: Cécile de France, Maïwenn Le Besco, Philippe Nahon
Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Alexandre Aja
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Ein trüber Herbstnachmittag vor etwa vier Jahren, eine Film- und Plattenbörse in einer mittelgroßen Stadt irgendwo in Deutschland. Ich glaube schon alles gefunden zu haben, wonach ich suchte, als ich einem DVD-Händler zuhöre, der einem anderen Kunden einen Film empfiehlt und ihm sogar anbietet, ihm sein Geld zurückzuerstatten, wenn er den Film nicht mag. Wer soweit geht, muss wissen was er sagt und ich werde neugierig.

Der angepriesene Film nennt sich HAUTE TENSION bzw. HIGH TENSION und stammt aus Frankreich.

Zu Frankreich fallen mir zu diesem Zeitpunkt einige Jean Reno – Thriller und ansonsten alte Streifen mit Louis de Funes oder Jean-Paul Belmondo ein, aber keine Horrorfilme.

Ich kaufe mir den Film und der alte Verkäufer (der mich im Nachhinein etwas an den Mörder aus dem Film erinnert) hat recht gehabt: HIGH TENSION hat alles was ein Horrorfilm braucht.

Der Inhalt ist zunächst schnell erklärt: Die Freundinnen Marie und Alex fahren ins abgelegene Haus von Alex‘ Eltern um dort gemeinsam für ihr Studium zu lernen. In der Nacht dringt ein Mann ins Haus ein, der Alex‘ Familie tötet und sie selbst verschleppt. Nur Marie kann sich verstecken und folgt dem Mörder um ihre Freundin zu befreien.

Es ist nicht so, dass die Handlung bahnbrechend neu ist, was aber anders ist, ist die Härte und der Dreck, den man auch heute noch in den meisten französischen Horrorfilmen wiederfindet.

In HIGH TENSION wechseln sich harte Splattereinlagen und kaum auszuhaltende Spannung ab, wie in wenigen anderen Filmen. Obwohl der Film Slasher-Fans gefallen dürfte, hebt er sich doch von den dort sonst üblichen Vorgehensweisen ab. Schon der namenlose Mörder ist kein gesichtsloser Maskenmann, der sich an seine Opfer heranschleicht, sondern kommt durch die Vordertür. Er unterhält sich, trinkt, tankt sein Auto und wird durch diese menschlichen Züge noch unerträglicher, weil er uns wissen lässt, dass wir ihm jeden Tag begegnen könnten. Gleichzeitig überzeugt er durch eine Humorlosigkeit, die viele Film-Bösewichte nicht haben.
Der Darsteller ist übrigens Phillippe Nahon, der in oft kleineren Rollen in vielen hier bekannten französischen Filmen zu sehen ist, u.a. DIE PURPURNEN FLÜSSE, PAKT DER WÖLFE, IRREVERSIBEL oder aktuell LE PACK.

Regie führte Alexandre Aja, der seitdem in Hollywood tätig ist und THE HILLS HAVE EYES, PIRANHA und MIRRORS umsetzte.

Was gibt es an HIGH TENSION auszusetzen?
Für mich persönlich wenig, doch am Ende scheiden sich die Geister.

Ob dieser Aspekt den Film auf oder abwertet, muss jeder für sich entscheiden. Fest steht, dass High Tension schon jetzt ein junger Klassiker ist, den man durchaus als Wegbereiter für eine neue Welle von französischen (MARTYRS, FRONTIER(S)) und europäischen (REC, THE DESCENT) Horrorfilmen bezeichnen kann.

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