Review: 300: RISE OF AN EMPIRE (2013)

300 Rise of an empire
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

Please rate this

7.1/10 (14)

Darsteller: Sullivan Stapleton, Eva Green, Lena Headey
Regie: Noam Murro
Drehbuch: Kurt Johnstad, Zack Snyder
Land:
Genre:

300 ist vielleicht der männlichste Film, den man sich vorstellen kann. Dicke Muskeln, Brachialästhetik, markige Sprüche und eine Handlung, die nach Testosteron riecht und so einfach wie genial war. Wenn man sich vor weniger enthusiastischen Zeitgenossen rechtfertigen musste, konnte man sich zudem darauf berufen, dass die Geschichte auf wahren Tatsachen beruhte und somit von von historischer Relevanz war.

Bei so viel Rückenwind war es eigentlich nur logisch, dass eine Fortsetzung folgt und warum sollte sich Hollywood von dem Umstand aufhalten lassen, dass die 300 Hauptdarsteller niedergemetzelt wurden?

300 Rise of an empire

Glücklicherweise versucht 300: RISE OF AN EMPIRE gar nicht Leonidas von den Toten auferstehen zu lassen und ist weder Sequel noch Prequel, sondern erzählt eine mehr oder weniger parallel verlaufende Geschichte um Themistocles, der Xerxes-Truppen auf dem Meer die Stirn bietet.
Die gegnerische Flotte wird von Artemisia angeführt, einer Griechin, die auf Rache dürstend in ihre Heimat zurückkehrt.

Mehr muss zur Geschichte nicht gesagt werden, denn im Vordergrund stehen weiterhin harte Schlachten, während der erste Teil aber unmittelbar auf dem Comic von Frank Miller beruhte, bastelte Miller noch an seiner Fortsetzung, als dieser Film bereits fertig war.
Zack Snyder, Regisseur des ersten Teils, ist auch an RISE OF AN EMPIRE beteiligt, aber nur noch als Co-Autor und Produzent. Auf dem Regie-Sessel nahm stattdessen Noam Murro Platz, eine interessante Wahl, denn der letzte und einziger Film des Israeli liegt Jahre zurück.

300 Rise of an empire

Trotzdem wirkt 300: RISE OF AN EMPIRE professionell. Viele Schauspieler des ersten Teils sind zurück (z.B. Lena Headey) und die Hauptrollen werden von Sullivan Stapleton (GANGSTER SQUAD) und Eva Green (DARK SHADOWS) gefüllt. Die Schlachten sind im wahrsten Sinne des Wortes noch ausufernder (denn zumeist zur See) und wie es sich für einen zweiten Teil gehört gibt es von allem mehr.

Allerdings auch mehr Dialoge, mehr Wendungen, mehr Drumherum. Ob man das grundsätzlich gut oder schlecht findet, ist Ansichtssache. Wäre der Film 1:1 im Stile des Vorbilds gedreht worden, hätte man ihm das ebenso vorwerfen können wie jede Abweichung davon.
Fakt ist aber, dass die coolen oder vielsagenden Einzeiler verschwunden sind und einer Reihe von pathetischen Reden weichen mussten, die sich zu ernst nehmen.

300 Rise of an empire

Die Effekte sind wieder absolut gelungen und die Kampfchoreographien atemberaubend, aber auch wenn die optischen Unterschiede gering sind, fällt auf, das die stilisierten Effekte, die den Comiceffekt noch untermalten zurückgefahren wurden und alltäglicheren FX gewichen sind.
Und vielleicht ist dieser Mehr an Alltäglichkeit das was man RISE OF AN EMPIRE am meisten vorwerfen muss. Die 300 besten Krieger wurden in Teil 1 gezeigt. Die abertausende, die nun in die Bresche springen sind kein übler Ersatz, aber eben nicht die Elite.
Diese Kerle sehen immer noch aus wie das Titelbild der „Men’s Health“, aber hier und da ist nicht jeder Muskel so ausdefiniert wie im ersten Teil und das lässt sich sinnbildlich für den kompletten Film sehen.

So ist 300: RISE OF AN EMPIRE unterm Strich keine üble Fortsetzung, die es mit vielen anderen antiken/mittelalterlichen Schlachtepen aufnehmen kann, aber die Einzigartigkeit des Originals vermissen lässt.

Facebook Comments