Review: 5 ZIMMER KÜCHE SARG

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Redaktion: 8.5

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8.8/10 (36)

Darsteller: Jemaine Clement, Taika Waititi, Cori Gonzalez-Macuer
Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi
Drehbuch: Jemaine Clement, Taika Waititi
Land:
Genre: , ,

Während in den letzten Jahren der Gruselmarkt mit Found Footage – Filmen förmlich überflutet wurde, wurde das verwandte Subgenre Mockumentary nur selten genutzt.
Hier klafft also eine Marktlücke und die kann der neuseeländische 5 ZIMMER KÜCHE SARG füllen obwohl er sich eines Themas annimmt, das alles andere als neu ist.

Viago, Deacon, Petyr und Vladislav „leben“ zusammen in einem Haus. Was die vier verbindet: sie sind Vampire, teilweise noch keine 200 Jahre alt, teilweise seit Jahrtausenden umherwandelnd.
Im Vorfeld eines bedeutsamen Balls darf ein Kamerateam Einblick in die ungewöhnliche WG nehmen, die Vergangenheit, das Miteinander und die Existenz in einer modernen Gesellschaft ergründen. Dabei ergeben sich aber auch einige schwerwiegende Probleme.

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Es ist gar nicht so einfach als Vampir in einen Club zu gelangen, wenn es einer expliziten Einladung bedarf, Sonnenaufgänge gibt es nur auf youtube und wie zieht man sich gut an, wenn man sich nie im Spiegel sieht?

Sicher, vieles was 5 ZIMMER KÜCHE SARG anspricht, wurde in 100 Jahren Vampirfilmgeschichte schon mal aufgegriffen, aber man gibt hier auch nicht vor das Rad gänzlich neu zu erfinden und statt ein bekanntes Klischee als Riesengag zu verkaufen, wird vieles so nebenbei erwähnt, dass man als Zuschauer schon aufpassen muss, um jede Anspielung mitzubekommen.

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Von denen gibt es viele, weswegen sich der Film besonders für Vampir-Fans empfiehlt, die schon einiges an cineastischen und literarischen Vorbildern absorbiert haben.
Dass man die „Wurm“-Nummer bei LOST BOYS abgeschaut hat, wird direkt eingestanden und selbst die TWILIGHT-Filme finden Erwähnung.
Von romantischen Glitzerbeißern ist man aber meilenweit entfernt. Zwar hat auch 5 ZIMMER KÜCHE SARG eine jugendfreundliche FSK 12 – Freigabe erhalten, was man so stehenlassen kann, trotzdem darf hier auch mal Blut gekotzt werden und die Figuren sind keine frischrasierten Collegebengel.

What We Do in the Shadows (2014)

Hochglanzfanatiker und Ästheten werden mit dem Film vermutlich nicht warm werden, denn weder Kulissen noch Schauspieler wirken glatt oder übermäßig attraktiv, sondern eher wie die Typen von nebenan und da versprüht auch nicht jeder Effekt Hollywood sondern scheint manchmal nur wie gute Anfängerarbeit. Immerhin sind die Debütanten Jemaine Clement und Taika Waititi nicht nur für Buch und Regie verantwortlich, sondern übernahmen auch zwei der Hauptrollen.

Aufgrund des pseudodokumentarischen Charakters des Films fehlt natürlich eine durchgängige Handlung mit dem üblichen Spannungsbogen, dafür sind die einzelnen Etappen aber detailverliebt und unterhaltsam und diverse Running Gags oder wiederkehrende Personen wie etwa die beiden Polizisten oder der menschliche Kumpel Stu machen den im Original als WHAT WE DO IN THE SHADOWS bekannten Film zu einer runden Sache.

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