Review: ABRAHAM LINCOLN – VAMPIRJÄGER (2012)

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Redaktion: 6

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6.1/10 (45)

Darsteller: Benjamin Walker, Dominic Cooper, Anthony Mackie
Regie: Timur Bekmambetow
Drehbuch: Seth Grahame-Smith
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Er kämpft gegen Vampire, er kämpft gegen Zombies, er kämpft gegen die Skalverei und nebenbei soll er noch Präsident der USA gewesen sein. Man kann wohl sagen, dass Abraham Lincoln bis zu seinem gewaltsamen Tod im Jahre 1865 ein bewegtes Leben führte, was ja nun auch mehrfach cineastisch gewürdigt wurde.

In dieser Version der historischen Aufarbeitung wird die Mutter des jungen Abrahams von einem Vampir getötet. Jahre später will sich dieser an dem Mörder rächen, ohne überhaupt zu ahnen, mit wem er es zu tun hat. Glücklicherweise kommt ihm ein Fremder namens Henry Sturges zur Hilfe, der zu seinem Mentor wird und Abe zum Vampirjäger ausbildet. Lincoln entwickelt sich zu einem gefährlichen Widersacher der Untoten, doch seine größte Prüfung muss er bestehen als er zum Präsident der Vereinigten Staaten wird und während des Bürgerkriegs die Vampire an der Seite der Südstaaten kämpfen.

Der Stoff basiert auf dem Roman von Seth Grahame-Smith und es ist zu bemerken sich dieser für die einzelnen Lebensphasen viel Zeit gelassen hat und auch mal die Vampirstory in den Hintergrund rücken lässt, um real-biographische Elemente einzubinden. Der Film -auch hier schrieb Grahame-Smith das Skript- versucht diese Vorgehensweise zu übernehmen, was aber manchmal unrund wirkt.

Abraham Lincoln Vampirjäger (thrillandkill.com) (3)

Die comichafte Popcorn-Action ist zwar sehr gut umgesetzt, will aber gerade deswegen nicht recht zum echten Abraham Lincoln passen, der uns zwischendurch näher gebracht wird und lässt den Film dadurch seelenlos erscheinen.
Zumindest hätte man erwarten können, dass sich ein Film, der mit einer solch abstrusen Grundidee daherkommt, weniger ernst nimmt, Humor ist aber eher die Ausnahme.

Wie fast jeder Vampirfilm legt auch ABRAHAM LINCOLN – VAMPIRJÄGER die Existenz der Blutsauger etwas anders aus. Hier werden Vampire werden mit Silber getötet, laufen in der Sonne herum und können einander keinen Schaden zufügen.

ALVH-384 - Adam (Rufus Sewell), the chief of the vampires, prepares to unleash the full wrath of the undead against their deadliest foe, the 16th president of the United States.

Bei den Effekten wurde zwar reichlich am Computer nachgeholfen, aber nicht vom pickligen Nachbarjungen, sondern echten CGI-Profis. Nur weil man es kann, muss man aber nicht alles umsetzen. Ob z.B. eine überdrehte Verfolgungsjagd inmitten einer panischen Pferdeherde nicht zu viel des Guten ist (zumal in einem Vampirfilm) mag aber jeder selbst entscheiden.

Abraham Lincoln Vampirjäger (thrillandkill.com) (4)

Technisch bewegt man sich in jedem Fall in einem ganz anderen Universum als der Mockbuster ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES. Auch wenn in beiden Werken reale Figuren mit dem fiktiven Material verflochten werden und Untote zurück in ihre Gräber befördert werden müssen, springen einem die Unterschiede spätestens beim Blick aufs Budget ins Auge. Lag ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES um die 150.000$, bewegt man sich mit ABRAHAM LINCOLN VAMPIRJÄGER um die 70 Mio. $.
Dafür bekommt man auch professionelle Mimen, aber auch mit einem dicken Geldbeutel im Rücken bleibt Lincoln-Darsteller Benjamin Walker blass. Zumindest hier machte der Darsteller in ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES eine bessere Figur.

Fazit: Trotz der Vampire ist ABRAHAM LINCOLN – VAMPIRJÄGER für Horrorfans nur bedingt interessant, wer einen schicken Actionfilm mit grusligem Unterbau und ein paar historischen Fakten zu schätzen weiß, ist hier gut aufgehoben.

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