Review: AFTERSHOCK (2012)

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Redaktion: 4

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3.1/10 (28)

Darsteller: Eli Roth, Ariel Levy, Nicolás Martínez
Regie: Nicolás López
Drehbuch: Guillermo Amoedo, Nicolás López, Eli Roth
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Eli Roth lehrt uns vor allem eines: bleib Zuhause!
Nicht dass das Motiv für Horrorfilme neu wäre, aber kaum jemand ist so xenophob wie Roth. Gehst du in den Wald, stirbst du (CABIN FEVER); fährst du nach Osteuropa, gehst du drauf (HOSTEL); reist du nach Südamerika, bist du schon so gut wie tot (THE GREEN INFERNO).

Südamerika, genauer gesagt Chile, ist auch das Reiseziel in AFTERSHOCK. Die drei Freunde Ariel, Gringo und Pollo machen Urlaub. Zusammen mit ihren weiblichen Urlaubsbekanntschaften wollen sie in einem angesagten Club Party machen, als plötzlich ein gewaltiges Erdbeben für Chaos sorgt. Als wäre die Naturgewalt nicht genug, müssen sich die Freunde auch noch mit hysterischen Einwohnern, panischen Flüchtenden, Plünderern und ausgebrochenen Häftlingen auseinandersetzen.

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Man darf wirklich behaupten, dass hier in kürzester Zeit alles schief geht, was Murphy’s Law zulässt und das ist natürlich abwechslungsreich (über die Tsunamiwarnung haben wir an dieser Stelle noch nicht mal gesprochen), nur ernst nehmen kann das keiner. Innerhalb weniger Minuten werden aus normalen Menschen brutale Brandschatzer, die offensichtlich nur auf das Beben warteten. Zwar taucht im ganzen Film nie ein Krankenwagen auf, die Polizei rückt aber gleich mit Wasserwerfern an…

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Etwa alle 10 Minuten kommt eine neue Gefahr auf den Tisch, eine abstruser als die andere und dazwischen fallen in schöner Regelmäßigkeit große Gesteinsbrocken herab und willkürliche Feuerfontänen schießen durch die Nacht.
All das dient natürlich nur dazu möglichst viel Gewalt zu zeigen. Menschen werden zerhackt, verbrannt, vergewaltigt, aufgespießt und selbstverständlich unter viel Geröll begraben.
Wenn Eli Roth durch HOSTEL Mitbegründer des Torture Porn war, darf man dieses Werk wohl als Katastrophen Porn abtun.

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Woran es allerdings fehlt, ist eine Geschichte und Figuren. Nicht dass in einem Katastrophenfilm mehr Handlung als Auswirkung der Katastrophe notwendig wäre, wenn man aber eine halbe Stunde lang versucht uns die sechs zentralen Charaktere näher zu bringen, sollte das besser auch was mit der Story zu tun haben.
Man muss AFTERSHOCK zugutehalten, dass er kein Billigprodukt ist. Hier wurden immerhin zwei Millionen Dollar Budget verbraten. Nachdem sich Eli Roth (Hauptrolle, Drehbuch, Produzent) die Tasche vollgestopft hat, Selena Gomez für einen Miniauftritt bezahlt wurde, die Flüge nach Chile abgebucht waren (die meisten Kulissen sehen übrigens wie ein x-beliebiges Studio aus), blieb tatsächlich noch genug übrig für saubere Effekte.
Wem die reichen, sei AFTERSHOCK empfohlen.

Alle anderen werden in dem Film ein blutiges, aber oberflächliches und berechenbares Werk sehen, das sich nahtlos in Eli Roth‘ Lebenslauf einfügt.

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