Review: ANNABELLE 2 (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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6.5/10 (2)

Darsteller: Stephanie Sigman, Talitha Bateman, Lulu Wilson, Anthony LaPaglia
Regie: David F. Sandberg
Drehbuch: Gary Dauberman
Länge: 109 min
Land:
Genre:
FSK: ab 16

Manche Filme machen es einem nicht besonders leicht, über sie zu schreiben und dazu gehört auch ANNABELLE 2, einem weiteren Film im stetig wachsenden CONJURING-Franchise (Notiz an den Autor: noch zwei Filme mehr, dann gibt es ein The Franchise-Special). Der Grund dafür ist, dass jeder den Film zu mögen scheint, ja man beinahe das Gefühl hat, man sei verpflichtet ihn zu mögen, weil er mit allen Effekten und Ideen der großartigen Originalreihe arbeitet und überall James Wan drauf steht, obwohl er nur der Produzent ist. Doch die Wahrheit ist leider, dass der Film wirklich nicht besonders gut ist.

Fangen wir an bei der Geschichte, die so simpel gestrickt ist, dass sie beinahe keiner Erwähnung wert ist. Eine Gruppe von Waisenkindern und ihre Betreuerin, bei der es sich um eine – oh surprise – Nonne handelt, wird von einem älteren, irgendwo im Nirgendwo lebenden Ehepaar aufgenommen. Von ihnen weiß man als Zuschauer, dass sie ihre Tochter zwölf Jahre zuvor verloren haben und damit weiß man auch schon, was während dem Rest des Films passieren wird. Dass der Fokus auf dem Mädchen liegt, die unter den Nachwehen von Polio (einer Kinderlähmung, die Gott sei Dank mittlerweile so gut wie ausgerottet ist) leidet, ist so wenig überraschend, wie dass das Ehepaar Jahre zuvor einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sind, um ihre Tochter wieder zurückzubekommen. Der Dämon, der damit ins Spiel kommt fährt in die Puppe und alles nimmt seinen gewohnten Gang.

Natürlich muss nicht jeder Horrorfilm eine geschickt gesponnene Geschichte aufweisen, um überzeugen zu können. Manchmal tut es tatsächlich auch ganz gut, einen simpel erzählten Film zu sehen, der sich auf die Basics konzentriert und einen einfach nur angenehm schockt. Und tatsächlich gelingt es ANNABELLE 2 gelegentlich noch die alten Überraschungsmomente des James Wan-Originals aufzufahren. Nur leider bedient sich der Film viel zu sehr an den bekannten Schemata des Originals und da dieser bereits zwei Teile hatte, dann noch den Spin-Off THE NUN und auch ANNABELLE bereits auf ähnlicher Wirkweise basierte, hat man das permanente Gefühl, alles schon viermal gesehen zu haben. Einfach deshalb, weil man es tatsächlich schon viermal gesehen hat.

Um ein wenig fair zu sein: der Film ist solide gemacht, begeht keine großen Fehler – außer vollkommenem Mangel an Phantasie und Originalität – und wenn man noch keinen Film dieses Franchise gesehen hat, entfaltet er wahrscheinlich sogar eine gelungene Wirkung auf den Zuschauer. Doch für erfahrene Horrorfans, oder auch nur den gelegentlichen Horrorkinogänger bietet ANNABELLE 2 wirklich nichts Neues.

Aber, noch ist nicht aller Tage Abend, denn wie wir vor einiger Zeit berichtet haben, steht bereits der dritte Teil des Puppenhorrors ins Haus und wird Ende Juni in den amerikanischen Kinos erscheinen. Vielleicht gelingt ja der dritte Versuch.

Und wer sich von der Rezension dennoch nicht abgeschreckt fühlt, der kann den Film seit Kurzem auf Netflix sehen.

P.S. Eines kann man dem Film jedoch nicht vorwerfen: die Gender-Quote ist geradezu übererfüllt und außer dem missmutigen Quotenmann (gibt es so etwas eigentlich?) ist der Cast nahezu ausschließlich weiblich besetzt. Besonders die überzeugende Leistung der beiden Jungschauspielerinnen Talitha Bateman und Lulu Wilson heben die Atmosphäre des Films beträchtlich.

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