Review: BAD SAMATARIAN (2018)

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7/10 (1)

Darsteller: David Tennant, Robert Sheehan, Kerry Condon
Regie: Dean Devlin
Drehbuch: Dean Devlin, Paul Guyot
Länge: 110 min
Freigabe: Atlas Film
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Genre:
Veröffentlichung: 5. Oktober 2018
Verleih/ Vertrieb: Atlas Film
FSK: ab 16

Sean und Derek arbeiten als Parkplatzwächter vor einem schicken Restaurant. Das wirft nicht viel ab, aber die beiden haben noch eine zweite Einnahmequelle: Während der eine einen Blick auf die Gäste hat, tut der andere so, als parke er den Wagen der exklusiven Kundschaft, fährt er mit dem Auto zu den Herrschaften nach Hause und klaut was er tragen kann.
Bei einem dieser Raubzüge glaubt Sean den Jackpot geknackt zu haben und wittert fette Beute, doch dann entdeckt er im Haus des Mannes eine gefesselte Frau.
Da ihm die Zeit fehlt sie zu befreien, verspricht er ihr noch einmal wiederzukommen, aber dann eskaliert die Situation…

Um es vorweg zu nehmen, ein Film wie BAD SAMARITAN könnte leicht in unserer nächsten Aufstellung von unterbewerteten Filmen auftauchen.
Das scheint seltsam, immerhin hat er es aufs Fantasy Filmfest geschafft, hat überdurchschnittliche Bewertungen auf imdb und amazon und wie ihr seht, kommt er auch bei uns gut weg.
Allerdings ist BAD SAMARITAN kein Schreihals. Das zeigt sich schon am dezenten Cover und auch der Streifen selbst wirkt nicht überladen. Keine lauten Jumpscares, keine Folterorgien, keine Blutlachen.

Stattdessen fühlt man sich an Werke wie DON’T BREATHE und I SAW THE DEVIL erinnert.
Ersteres aufgrund der Einbruch-Thematik, bei dem auch noch ein Entführungsopfer gefunden wird, letzteres aufgrund des Katz- und Maus-Spiels zwischen den beiden Parteien.
Nun sind die genannten Vergleiche womöglich doch eine Nummer zu groß für BAD SAMARITAN, auch weil das „Nebengeschäft“ der beiden Kumpel nicht wirklich durchdacht wirkt, aber der Film ist eine spannende Angelegenheit geworden.

Das liegt auch daran, dass man Sean, der die Hauptfigur ist, trotz krimineller Tendenzen als netten Typen kennenlernt und entsprechend mit ihm leidet als er versucht endlich das richtige zu tun, aber gleichzeitig sein Leben -und das aller um ihn herum- zusammenbricht.
Dabei hat BAD SAMATARIAN durchaus seine Gewaltanteile, stellt diese aber nicht mehr als nötig zur Schau und zieht seine Spannung nicht aus einzelnen Szenen, als viel mehr der gesamten Entwicklung.

So ist Sean um seine Situation nicht zu beneiden. Er will die Gefangene nicht im Haus zurücklassen, aber als Einbrecher fällt es ihm naturgemäß schwer mit der Polizei zu sprechen.
Auf der anderen Seite ist dort der kalte Psychopath Cale, der nicht nur reich und mächtig ist, sondern auch ein Sadist. Zugegeben, seine Charakterzeichnung hätte gerne differenzierter ausfallen dürfen und auch sein psychologisches Profil, das ein Polizist in einem Halbsatz erläutert, erscheint dünn. Trotzdem ist er ein guter Böser: selbst in Alltagssituationen ein Fiesling, arrogant und selbst als er die Chance hat Sean einfach zu erschiessen, zieht er es vor, ihm das Leben zur Hölle zu machen.

Fazit:
Achtet man nicht zu sehr auf ein paar Oberflächlichkeiten und Unstimmigkeiten, bietet BAD SAMARITAN anderthalb Stunden guten Thrill.

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