Review: BEDEVILLED (2010)

Bedevilled thrillandkill.com
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8

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9/10 (5)

Darsteller: Yeong-hie Seo, Seong-won Ji, Min-ho Hwang
Regie: Chul-soo Jang
Drehbuch: Kwang-young Choi
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BEDEVILLED ist ein Film der Störkanal-Reihe und wer diese Veröffentlichungen in der Vergangenheit verfolgt hat, weiß, dass Horror immer in irgendeiner Form enthalten ist, es sich aber nicht immer um typische Genre-Filme handelt, deren einziges Anliegen es ist, möglichst viel Brutalität in einer dünnen Rahmengeschichte zu verpacken, sondern die Erzählung im Vordergrund steht.

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Die Bankangestellte Hae-won kümmert sich nicht um das Wohl anderer. Als sie Zeugin eines Mordes wird, verweigert sie die Identifizierung der Täter. Auf der Arbeit ist sie ebenfalls nur auf ihre eigenen Vorteile aus. Als es zu einer Auseinandersetzung mit einer Kollegin kommt, wird Hae-won in Zwangsurlaub geschickt. Sie beschließt die Insel Moodo zu besuchen, den Ort an dem sie aufwuchs. Heute leben auf dem Eiland nur noch wenige Menschen, darunter ihre Freundin Bok-nam.
Bok-nams Leben besteht aus Misshandlungen und Erniedrigungen. Sie würde die Insel gerne verlassen und hofft auf Hae-wons Hilfe, doch die verweigert ihre Unterstützung. Erst als Bok-nam fürchtet, dass sich ihr Mann auch an der gemeinsamen Tochter vergeht, unternimmt sie einen folgenschweren Fluchtversuch.

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Man kann nicht behaupten, dass der Film ruhig startet, denn er beginnt mit dem Verbrechen das Hae-won beobachtet und liefert viele hässliche Einblicke in Bok-nams Existenz, trotzdem lässt sich der koreanische Regisseur Cheol-Soo Jang Zeit um auf den Punkt zu kommen.
Jangs Erzählweise ist wie die Insel, auf der der Großteil der Handlung spielt: schön, aber rau.
Er zeigt uns ästhetische Bilder, deren Optik manchmal fast ein Widerspruch zu dem Gezeigten ist.

Als Hae-won die Insel erreicht, spricht Bok-nam noch davon, dass ihr Mann sie auf Händen trägt, doch sie kann diese Scheinfassade nicht lange aufrecht erhalten. Stück für Stück erleben wir als Zuschauer, wie die alten Frauen des Dorfes sie als Sklavin sehen, ihr Mann sie vor ihren Augen mit einer Prostituierten betrügt und schlägt. Dabei ist es weniger die physische Gewalt, als vielmehr die leisen Zwischentöne, wie das Mangeln jeglichen Respekts, die uns zu verstehen geben, in welcher zwischenmenschlichen Einsamkeit die junge Frau lebt. Während sie sich ihr Unglück selbst immer mehr eingesteht, scheint es ihre Freundin jedoch nicht weiter zu kümmern.

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Vieles von dem was wir zu sehen bekommen, wirkt unglaublich, selbst für ein abgelegenes Eiland archaisch, aber dennoch stets realistisch. Man fühlt sich an die Bücher Jack Ketchums erinnert, der es ebenfalls immer wieder schafft, die Entstehung und Entwicklung von Gewalt nachzuvollziehen.
Es dauert über eine Stunde des Films bis sich Bok-nam auf blutige Weise zur Wehr setzt, ein Moment den man als Beobachter herbeisehnt, da man selbst die Unterdrückung leid ist und mehr als nur etwas Verständnis für die kommende Bluttat hat.
Auch diese wirkt echter als man es aus vielen vergleichbaren Filmen kennt und wenn sich zum Ende die Rolle von Täter und Opfer vermengen, bleibt für den Zuschauer dennoch die nötige Transparenz.

Der Freundschaft der beiden Frauen kommt in dem Film natürlich eine besondere Beachtung zu.
Interessanterweise hält man zunächst Hae-won für die Hauptfigur, auf Moodo ist sie jedoch nur eine Nebenrolle, wohingegen ein Großteil der Aufmerksamkeit Bok-nam zukommt.
Hier die hübsche, aber kaltherzige Hae-won aus der Metropole Seoul, dort Bok-nam, die das genaue Gegenteil ist und die Insel nie wirklich verließ. Gegensätze, deren Schicksale in der gemeinsamen Kindheit geformt wurden, auch deswegen, weil beide bereits damals die tragenden Charakterzüge aufwiesen.

Mit etwas Schwung könnte man BEDEVILLED in die Rape & Revenge – Schublade pressen, auch von Slasher-Film wurde gesprochen, doch wer einen oberflächlichen Horrorstreifen erwartet, könnte von dem Film leicht enttäuscht werden.
Apropos: etwas enttäuschend war, dass einige Briefe, die in der letzten Szene des Films gezeigt werden, nicht übersetzt wurden und somit nur Zuschauer mit koreanischen Sprachkenntnissen hinter dieses Geheimnis steigen.
Ansonsten ist BEDEVILLED aber ein sehenswerter Film, der sich gekonnt abseits gängiger Klischees bewegt.

 

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