Review: BEUTEGIER (2009)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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5/10 (28)

Darsteller: Jessica Butler, Kelly Carey, Holter Graham, Pollyanna McIntosh
Regie: Andrew van den Houten
Drehbuch: Jack Ketchum
Land:
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Es ist bereits ein Jahrzehnt her, dass ein Kannibalenclan die Küste Neuenglands heimsuchte. Nun ist die Höhlenmenschen-artige Gemeinschaft zurück und wieder müssen die Bewohner einer Kleinstadt um ihr Leben fürchten.

BEUTEGIER ist ein ungewöhnlicher Film. Man könnte sagen, dass er das Mittelstück einer Trilogie ist, deren erster Teil nie gedreht wurde und deren dritter Teil relativ wenige Gemeinsamkeiten hat.
Aber der Reihe nach: Aus der Feder von Kultautor Jack Ketchum (EVIL) stammen die drei Romane BEUTEZEIT, BEUTEGIER und BEUTERAUSCH.
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BEUTEZEIT beschreibt die erste Konfrontation der Menschenfresser mit unserer Welt, wurde aber nicht verfilmt. BEUTERAUSCH, also Teil 3, sollten Filmfans als THE WOMAN kennen.
THE WOMAN mit Pollyanna McIntosh in der Titelrolle ist ein großartiger Film, mit intelligent gezeichneten Figuren, der zeigt, dass „Indie“ kein Schimpfwort ist und der von Andrew van den Houten produziert wurde. Der gleiche van den Houten führte bei BEUTEGIER Regie und auch Pollyanna McIntosh ist in der Rolle der wilden Frau darin zu sehen.beutegier

BEUTEGIER ist kein besonders guter Film. Sowohl fehlendes Kapital als auch mangelndes handwerkliches Geschick aufgrund mangelnder Erfahrung sind kaum zu verbergen. Das wird spätestens dann deutlich, wenn man das erste Mal die Kannibalen-Family sieht und sich fragt, warum die einen Wischmopp auf dem Kopf tragen, dann aber feststellt, dass es sich um echt schlechte Perücken handelt.beutegier-cannibal

Was dann doch verwundert, ist die Erzählweise und Charakterzeichnung. Da Jack Ketchum auch selbst das Drehbuch beisteuerte, hätte man vielleicht mehr erwarten können. Aber es war seine Debütarbeit und schon der Roman war mehr auf Gewaltexzesse als tiefe Figuren ausgelegt.

Brutalität gibt es dann auch massig und wer glaubt, dass die WRONG TURN – Fortsetzungen gute Unterhaltung bieten, wird BEUTEGIER anbeten. Es ist aber auch hier kaum zu übersehen, dass Gewalt der Gewalt willen geboten wird und Menschenfresser generell auch dann viel Spaß am Töten haben, wenn die Speisekammer voll ist. Da wird schon mal Gehirn geschlurft, wenn die Prioritäten wo anders liegen sollten.

Auf der Gegenseite, also der der „fortschrittlichen“ Menschen, ist auch nicht jeder Symapthieträger. Ein besonderes Ekel versucht sich gar bei den Kannibalen anzubiedern, was ebenfalls niemand glauben kann.
Wichtiger ist aber, dass man nie eine Person kennenlernt, mit der man so richtig mitfiebert und auch deswegen bleibt BEUTEGIER eine unausgegorene Sache.

Immerhin, der Film liefert ein paar Hintergründe, die Fans des klar überlegenen THE WOMAN interessieren könnte…allen anderen bleibt nur ordentliches Gesplatter.

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