Review: BITE (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.0

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4.3/10 (8)

Darsteller: Elma Begovic, Annette Wozniak, Denise Yuen
Regie: Chad Archibald
Drehbuch: Chad Archibald
Genre: Bodyhorror
Land: Kanada,
FSK: ab 18

Man kennt das, einmal im Urlaub was Falsches gegessen und schon bist du vier Wochen krankgeschrieben.
Wenns das nur gewesen wäre, hätte sich Casey wohl gar nicht beschwert, aber als sie kurz vor ihrer Hochzeit mit ihren Freundinnen nach Costa Rica fährt, wird sie von einem Tier gestochen und ist danach einfach nicht mehr dieselbe.

BITE ist Bodyhorror und da braucht es nicht unbedingt viel Story, aber gute Maskenbildner und einen starken Magen.
Tatsächlich ist zur Geschichte quasi schon alles gesagt, der Rest sind Details. Etwa, dass Caseys Schwangerschaftstest unerwartet positiv ausschlägt, dass ihre Schwiegermutter in spe eine Furie ist, dass ihre „Freundinnen“ wirklich in Anführungszeichen zu setzen sind.

Im Fokus steht aber der unschöne Stich am Oberschenkel, der zunächst mit Salbe behandelt wird. Es sei an dieser Stelle verraten: das bringt nichts!
Und wo die Schulmedizin versagt, kommt die Effektecrew ins Spiel, die eine Menge Körperflüssigkeiten mitbringt. Schön zu sehen: die Macher haben verstanden, dass körperbetonter Schrecken am besten ohne Computereinsatz funktioniert.

Ein gewisses Maß an Ekel ist also vorprogrammiert, aber teilweise ist das Gezeigte dann doch harmlos, teilweise etwas bemüht. Mal ehrlich, auch Sex ist eine feucht-klebrige Sache und wird meist als angenehm empfunden. Es reicht also nicht, dickflüssige Massen anzurühren und zu erwarten, dass das (erwachsene) Publikum in Ohnmacht fällt.
Ganz so einfach macht es sich BITE zwar nicht, wirkt aber trotzdem recht plump. An Klassiker wie DIE FLIEGE kommt man damit nicht heran, nicht mal an jüngere Filme wie CONTRACTED oder THANATOMORPHOSE.

Wer sich zudem noch die Zeit nimmt die Nebenhandlungen wahrzunehmen, wird feststellen, dass (Achtung Spoiler) eine Reihe unsympathischer Figuren eingebaut werden, die letztlich nur Kanonenfutter für die „neue“ Casey sind.

Gedreht wurde teilweise im Found Footage Stil, das meiste aber mit klassischer Kameraarbeit. Dazu kann man stehen wie man will, es sei daher an dieser Stelle einfach wertungsfrei erwähnt.
Die schreckliche deutsche Synchronisation lässt aber keine zwei Meinungen zu, wobei sich der Verdacht aufdrängt, dass schon im Originalton mancher Dialog an der Schmerzgrenze entlangschrammt.
Einige der Gespräche wirken schlicht unecht, als habe der Autor zwar gewusst, dass er Zeit bis zum nächsten Eiter-Erguss überbrücken müssen, aber keine große Lust darauf gehabt.

Fazit:
Ein Film wie Haferschleimsuppe. Eklig, aber nicht besonders gut.

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