Review: BLACK 47 (2018)

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Darsteller: Hugo Weaving, James Frecheville, Stephen Rea
Regie: Lance Daly
Drehbuch: P.J. Dillon, Eugene O'Brien, Pierce Ryan, Lance Daly
Länge: 96 min
Land: ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 14. Dezember 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Ascot Elite
FSK: ab 16

Um 1847 wütete in Irland eine Hungersnot, die durch einen Pilz ausgelöst wurde, welcher Kartoffeln befiel und mehr als eine Million Iren das Leben kostete.
Da die grüne Insel damals zu England gehörte, exportierten die Grundherren weiterhin fleißig Nahrung, während die irische Bevölkerung litt.

Bis hierhin halten wir uns an historische Fakten. Den irischen Ranger Feeney, der im Ausland für die Briten kämpfte und zu dieser Zeit in ein hungriges, kaltes Land zurückkehrt, gab es zwar nicht, könnte aber ebenso real sein.

In BLACK 47 erfährt Feeney, dass während seines Kriegsdienstes seine Mutter verhungert und der Bruder gehängt wurde. Als würde das nicht reichen, muss er direkt mit ansehen, wie die Besatzer seine Schwägerin und ihr Kind erfrieren lassen. Er selbst kann nur mühsam der Polizeiwillkür entkommen und schwört blutige Rache.

Wenn Kriegsveteran Feeney alleine und gefesselt eine ganze Polizeistation aufmischt und dann zum Guerillakampf ansetzt, erinnert das zeitweise an die ersten Minuten von RAMBO, zumal dann auch noch ein ehemaliger Vorgesetzter Feeneys hinzugezogen wird.
Danach verlieren sich aber die Parallelen und Feeney nimmt das Ruder in die Hand. Immer wieder setzt er blutige Nadelstiche, die auch vor Richtern und Lords nicht Halt machen.

BLACK 47 ist ein Rachefilm, soviel dürfte inzwischen klar sein, müht sich aber nicht an übertriebener Härte ab (obwohl schon mal ein Schweinskopf zweckentfremdet wird). Es ist vielmehr die eiskalte Umgebung und die nüchterne Geschichte, die das Werk auf glaubhafte Weise authentisch und dadurch eben doch hart machen.
Dementsprechend werden hier keine hübschen Menschen in Szene gesetzt und es gibt keine verborgene Liebesgeschichte.

Auch wenn die Hauptrolle nicht standesgemäß mit einem Iren sondern durch Australier James Frecheville (THE DROP) besetzt wurde, spielt der, wie auch die Kollegen Hugo Weaving (HERR DER RINGE) und Stephen Rea (INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR), seinen Part glaubwürdig und unaufgeregt.
Einem Film wie BLACK 47 würden extravagante Einlagen aber auch nicht stehen und so sollte niemand aufgeblasene Dialoge, Action oder Effekte erwarten. Wie angedeutet gab es keinen Widerstandskämpfer namens Feeney und auch keinen Aufstand, wie er später im Film zu sehen ist. Allerdings ereignete sich ähnliches während einer Hungersnot in Frankreich, sodass sogar das Erfundene noch wahren Kern enthält.

So erweckt der Film bei allen fiktiven Einlagen doch den Eindruck ein Stück Geschichtsunterricht zu sein. Roh, ungeschönt und kühl.

 

 

 

 

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