Review: BLACK BUTTERFLY – DER MÖRDER IN MIR (2016)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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6.5/10 (16)

Darsteller: Antonio Banderas, Jonathan Rhys Meyers, Piper Perabo
Regie: Brian Goodman
Drehbuch: Marc Frydman, Justin Stanley
Land:
Genre: ,

Paul ist ein abgewrackter Schriftsteller, der in einem abgelegenen und heruntergekommenen Haus in den Rocky Mountains lebt. Seine Bücher verkaufen sich nicht mehr, seine Frau hat ihn verlassen und ihn plagen Geldsorgen, die er im Alkohol ertränken will.
Da tritt Jack in sein Leben, der ihn zunächst vor einem wütenden Truckfahrer schützt und dann bei ihm einzieht. Zunächst entpuppt sich Jack als Tausendsassa, der aufräumt, kocht, repariert und Paul dazu bringt wieder etwas vernünftiges zu schreiben. Doch seine Methoden sind rabiat und schnell fühlt sich Paul wie ein Gefangener im eigenen Haus.

Ein paar Parallelen zu MISERY lassen sich nicht verschweigen, was den Verdacht einer schlichten Kopie angeht, können wir aber schnell Entwarnung geben, denn BLACK BUTTERFLY hat zwar nicht die Qualität der Stephen King – Geschichte, steht aber solide auf eigenen Füßen.

Trotzdem ist das Setting vergleichbar. Der Film ist eine Art Kammerspiel und nur zu Beginn verlassen wir Pauls Grundstück. Danach ist von einem Thriller zunächst wenig zu bemerken. BLACK BUTTERFLY stellt ausgiebig die Figuren vor und auch wenn Jacks Herkunft ein Fragezeichen bleibt, dürfen wir uns als Betrachter erst mal ausgiebig umschauen, bis es spannender wird.

Hier glänzen die beiden Hauptdarsteller Antonio Banderas (DESPERADO, DIE HAUT IN DER ICH WOHNE) und Jonathan Rhys Meyers (ANOTHER ME, SHELTER) durch glaubhaftes Schauspiel, so dass auch die dialoglastigen Teile des Films nicht langweilen.
Trotzdem ist es zunächst reichlich unspektakulär, als Jack vorschlägt, dass Paul die Geschichte ihres Zusammentreffens aufschreiben soll. Interessanter wird die Sache, als er harsche Kritik an den ersten Versuchen äußert, die geschriebenen Seiten im Feuer landen und Paul nachts aufwacht und eine Klinge an der Kehle hat…und das nur, weil ihm sein Mitbewohner zeigen will, wie jemand realistisch reagiert, der mit einem Messer bedroht wird.

Da wir gerade über Realität sprechen: Paul Sheldon hat in MISERY gezeigt, wie jemand realistisch reagiert, wenn man sein Buch verbrennt, der Paul in BLACK BUTTERFLY sieht zwar nur einige Seiten lodern, nimmt das aber ungerührt zur Kenntnis.
Dass der Film in den USA spielen soll, Landschaft und Verkehrsschilder aber nach Europa schreien, ist ebenfalls nicht realistisch. Sicher, das sind keine großen Patzer. Zum Ende hin erlaubt sich die Story aber dann auch noch ein paar wüste Schlenker, die man wirklich schwer glauben und nur dann gutfinden kann, wenn einem ein gewaltiger Twist mehr wert ist, als Logik.

Bei aller Kritik verfügt BLACK BUTTERFLY doch über einen guten Erzählfluß, liefert meist das richtige Verhältnis aus Fragen und Antworten und ist eine spannende Angelegenheit.
Was bleibt also? Gute Schauspieler, ein bemühtes Skript mit Schwächen, langsamer Aufbau (allerdings keine Langeweile), das Gefühl dass hier mehr drin gewesen wäre…und zuletzt doch der Wunsch mal wieder MISERY zu sehen.

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