Review: BLOOD FEAST (2016)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

Please rate this

Noch keine User-Ratings

Darsteller: Robert Rusler, Caroline Williams, Sophie Monk
Regie: Marcel Walz
Drehbuch: Philip Lilienschwarz, Marcel Walz
Freigabe: ab 18
Land: ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 02. August 2018
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 18

 

Als Herschell Gordon Lewis im Jahre 1963 BLOOD FEAST drehte, war der Begriff Splatterfilm noch nicht geboren und viele sehen Lewis‘ Werk als ersten Vertreter seiner Art an. Den großen Ruhm heimste der Filmemacher damit nicht ein. Vielleicht weil er seiner Zeit voraus war, vielleicht weil der Film kein Meisterwerk ist.
Über 50 Jahre später ist Splatter im Horrorgenre ein fester Begriff, alles wurde x-mal gezeigt und es ist genügend Zeit vergangen, um sich an ein Remake zu wagen.

Darin zieht es Fuad Ramses und seine Familie aus den USA nach Frankreich, wo sie ein Diner im amerikanischen Stil betreiben. Doch der Laden läuft schlecht und so muss das Familienoberhaupt einen Nachtwächter-Job im ägyptischen Museum annehmen. Dort begegnet ihm die Gottheit Ishtar, die Ramses in ihren Bann zieht und ihn dazu bringt Menschen auf brutalste Weise zu ermorden.

Wie man den neuen BLOOD FEAST beurteilt, liegt aus mehreren Gründen an der Perspektive.
Vergleicht man ihn mit dem Original, muss man sagen, dass er zwar nichts Innovatives mehr hinzufügen kann, dafür aber auch geschmeidiger aussieht als das Frühwerk.

Ein zweiter Faktor ist Regisseur Marcel Walz (DER FLUCH DER GRETE MÜLLER, LA PETITE MORT), der bisher selten durch Qualitätskino auffiel, aber sich im Gegensatz zu manch anderen Filmemachern stets für kritische Worte offen zeigte und Schritte in die richtige Richtung setzte. BLOOD FEAST ist – das kann man schon mal sagen – Walz‘ bisher professionellster Film.

Ägypten, USA, Frankreich….auch wenn man in Paris aus jeder Ecke den Eiffelturm sehen kann, kann der Streifen nicht verbergen, dass auch Deutschland involviert ist und teilweise hier gedreht wurde.
Einerseits logisch, denn der Film ist nun mal eine deutsch-amerikanische Produktion, wirkt in punkto Besetzung und Location dadurch aber nicht immer auf den Punkt.

Die Hauptdarsteller sind jedenfalls aus dem US-Raum und man kann darüber streiten ob Schauspieler aus WRONG TURN 6 (Sadie Katz) und SEED 2 (Caroline Williams) einen Film aufwerten können, andererseits war Williams auch mal in TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 zu sehen und die Hauptrolle wird von Robert Rusler (NIGHTMARE ON ELM STREET 2) solide gefüllt.
Dahinter fallen die Acting-Künste steil ab. Die Gruppe von Freunden, die mit Fuads Tochter rumhängt, wirkt zusammengewürfelt und kraftlos, getoppt von Lothar Mätthäus‘ Ex Liliana, die zwar für etwas Aufmerksamkeit von der Boulevardpresse sorgte, schauspielerisch aber in die Kategorie „unnütz, aber schwach“ fällt.

Dass diese Menschen ein paar öde Dialoge („Sie haben schöne Augen“ „Freut mich, dass sie dir gefallen, würdest du sie auch gerne mal mit Sperma im Gesicht sehen“) aufsagen dürfen, ist dann auch nur Zeitvertreib, bevor das Gemetzel losgeht. Und das ist schön anzusehen.
Wackelte eben noch die Kamera als hätte der Mann dahinter Schüttelfrost; war eben noch das Bild blass und kontrastarm, erstrahlen die Brutaloszenen optisch und handwerklich in völlig anderem Licht.
Für dieses Handwerk zeigt sich Ryan Nicholson (GUTTERBALLS) verantwortlich, den Walz schon in früheren Werken die Metzgerarbeit machen ließ. Zwar weiß ich nicht, warum in deutschen Splattersequenzen jedes Mal eine Kastrationsszene eingebaut sein muss (zuletzt erst bei HI8:RESSURECTIO und GELOSIA), Gorefans wird es trotzdem freuen.
Getrübt wird der Spaß mal wieder vom nationalen Jugendschutz, denn für die FSK 18 – Freigabe, musste einiges gekürzt werden.

Unterm Strich ist BLOOD FEAST, ein typischer Walz-Film. Seine Fans werden ihn zu recht für den besten seiner Werke halten, hätte man eine rundere Story um die gelungenen Gewaltakte stricken können, wären aber auch neue Fans dazugekommen.

Facebook Comments