Review: THE BLOOD LANDS / WHITE SETTLERS (2014)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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5/10 (8)

Darsteller: Pollyanna McIntosh, Joanne Mitchell, Lee Williams
Regie: Simeon Halligan
Drehbuch: Ian Fenton
Land:
Genre: ,

Es ist wohl kein Zufall, dass THE BLOOD LANDS / WHITE SETTLERS (unter welchem Namen der Film bei uns veröffentlicht wird, ist derzeit noch ungeklärt) zu der Zeit entstand, als sich Schottland von Großbritannien und damit insbesondere von England lösen wollte.
Auch wenn im Film nie eindeutig Bezug zur politischen Frage genommen wird, passt es doch ganz gut, dass ein englisches Paar aufs schottische Land zieht und schon in der ersten gemeinsamen Nacht im abgelegenen Landhaus unliebsame Bekanntschaft mit der Nachbarschaft macht.
the blood lands
Bekanntestes Gesicht des Films ist dabei Pollyanna McIntosh, die sich in den letzten Jahren dank überzeugender Darstellung als wilde Waldbewohnerin in THE WOMAN oder toughe Polizistin in LET US PREY einen Namen machte.
Dass die gebürtige Schottin hier eine Engländerin spielt, sei verziehen und in den anfänglich ruhigen Momenten beweist Pollyanna, dass sie mehr kann als die übliche Screamqueen, die sich darauf beschränkt vor den Bösewichten davonzurennen, zu schreien und zu heulen.

Leider macht sie später genau das und gibt dabei das nette Weibchen, das vor ihrem eigenen Schatten Angst hat und von seinem starken Mann beschützt werden muss. Von früheren Rollen, in denen sie zwar ordentlich einstecken musste, aber eher an eine Heroine a la Ellen Ripley (ALIEN) erinnerte, ist sie damit meilenweit entfernt. white settlers bloodlands pollyanna mcintosh

Hier bewegt sie sich eher in der Nähe von einem Hausmütterchen der Marke Wendy Torrance (SHINING) und der Eindruck wird durch eine Szene, in der sie durch ein Badezimmerfenster steigt, während hinter ihr die Tür mit einer Axt demoliert wird, nur noch verstärkt.

Das heißt nicht, dass der Film nicht seine Momente hätte, aber es ist ihm leider auch ein fehlendes Budget anzumerken. Die schönen Aufnahmen der schottischen Landschaft können über wacklige Kameras, unglaubwürdige Ausleuchtung und schwache Effekte nicht hinweghelfen.
Was bleibt ist ein annehmbar spannendes Grundsetting, das das Rad nicht neu erfindet, aber unbekannte nächtliche Eindringlinge mit Schweinsmasken gehen ja eigentlich immer.

White-Settlers blood landsWer mehr will, wird das bei THE BLOOD LANDS / WHITE SETTLERS allerdings vermutlich nicht finden. Zwar kann man dem Film attestieren, dass er mit einem ungewöhnlichen Ende ausgestattet ist, aber ungewöhnlich bedeutet hier bestenfalls: Geschmackssache.

Fazit: Man kann bei einem Home Invasion – Thriller nur schwer komplett neue Elemente einbinden, das wäre aber auch nicht zwingend erforderlich, wenn man die üblichen Bestandteile aus THE STRANGERS, ILS, KIDNAPPED, YOU’RE NEXT und wie sie alle heißen sauber recycelt hätte. Das gelingt aber eben nur bedingt, weswegen der Film höchstens Durchschnitt ist.

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