Review: BLUE MY MIND (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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7.5/10 (2)

Darsteller: Luna Wedler, Zoë Pastelle Holthuizen, Regula Grauwiller
Regie: Lisa Brühlmann
Drehbuch: Lisa Brühlmann, Dominik Locher
Freigabe: 94 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 01. März 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Meteor

 

Vielleicht eine Warnung vorab: BLUE MY MIND ist kein Horrorfilm und auch kein Thriller, sondern am ehesten als fantastisches Drama oder auch Coming-of-Age-Märchen zu bezeichnen.

Wir lernen darin die 15-jährige Mia kennen, die auf einer neuen Schule Anschluss sucht, zur gleichen Zeit ihre erste Periode hat, beginnt sich sexuell auszuprobieren und neben all diesen normalen Problemen eine Transformation durchläuft, die so gar nicht alltäglich ist.

Vielen war der französische RAW bereits zu nachdenklich, dort ging es aber immerhin noch um Kannibalismus. Alles was Mia verzehrt, sind Fische aus dem Aquarium, trotzdem mehren sich auch bei ihr die Anzeichen, dass sie anders ist, als die Gleichaltrigen.

Ihre Zehen wachsen zusammen, sie hat eigenartige Flecken am Körper und während man daraus einen netten Bodyhorrorfilm hätte stricken können, konzentriert sich Regisseurin Lisa Brühlmann eher auf Mias Seelen- und Sozialleben.

Dass sie ihr gewöhnliches Leben weiterführen möchte, aber ihren Freunden Stück für Stück entrückt, lässt sich nur durch eine glaubwürdige Akteurin darstellen, die der Film in Luna Wedler gefunden hat. Allerdings sind auch die kleineren Rollen gut besetzt und im großen Ganzen hat man den Eindruck, dass die Mädchenclique, an die sich Mia hängt, in ähnlicher Form existieren könnte.

Aus technischer Sicht erleben wir hier sicher kein Meisterwerk. Die Kameraführung ist zum Beispiel meist ungestüm, entwickelt damit aber allerdings auch einen zur Geschichte passenden Stil.

Aber was soll das alles? Was will der Film? Eigentlich anhand des übernatürlichen Elements nur aufzeigen, dass Erwachsenwerden und Pubertät nicht eben einfach ist; Scham, Fremdartigkeit und körperliche Veränderungen (wenn auch meist weniger drastisch als bei der „fertigen“ Mia) dazugehören.

Nicht so sehr in seiner Handlung, aber in seinem ganzen Auftritt, erinnert BLUE MY MIND an DER NACHTMAHR und den schon erwähnten RAW. Wenn das noch nicht ausreicht: BLUE MY MIND ist ein Schweizer Film, was schon mal exotisch klingt und wurde komplett in Schweizerdeutsch gedreht. Der Screener, der uns zur Sichtung vorlag, war daher auf englisch untertitelt.

Egal wie man es dreht, BLUE MY MIND legt keinen Wert auf ein breites Publikum, ist für spannungs-affines Publikum auch nur sehr bedingt zu empfehlen und vor Tellerrändern sollte man auch keine Furcht haben.

 

 

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