Review: BOARDING SCHOOL (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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7/10 (2)

Darsteller: Luke Prael, Samantha Mathis, David Aaron Baker
Regie: Boaz Yakin
Drehbuch: Boaz Yakin
Länge: 109 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 16. November 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Capelight Pictures
FSK: ab 16

Es gibt Autoren und Regisseure, die leicht ausrechenbar sind. Rob Zombie, John Carpenter oder George A. Romero verbindet man beispielsweise mit Horrorfilmen, weil sie fast immer Horror dreh(t)en.
Boaz Yakin, der bei BOARDING SCHOOL für Skript und Regie verantwortlich ist, fühlt sich hingegen in jedem Genre zuhause. 1999 schrieb der die Fortsetzung von FROM DUSK TILL DAWN, fünf Jahre später die Fortsetzung von DIRTY DANCING und dazwischen drehte er das Sportbiopic GEGEN JEDE REGEL.

Nach diversen anderen Ausflügen verwirklicht Yakin mit BOARDING SCHOOL mal wieder einen
Thriller/Horrorfilm, der aber auch einige Eigenheiten aufweist.

Nach dem Tod seiner Großmutter entwickelt der heranwachsende Jakob eine Obsession für die tote Oma, was so weit geht, dass er sich ihre Kleider anzieht. Als ihn sein Stiefvater dabei erwischt, wird Jakob auf ein elitäres Internat geschickt, wo er auf eine kleine Gruppe von Außenseitern stößt. Ein durch Brandnarben entstellter Junge ist sein Zimmernachbar, ein anderer leidet an Tourette und ist die junge Christine wirklich eine Mörderin?
Das Problem sind aber nicht Jakobs Mitschüler, sondern die Schulleiter, die das Internat mit übertriebener Härte führen und scheinbar noch schlimmeres im Schilde führen.

BOARDING SCHOOL ist kein hektischer Teenie-Slasher (obwohl an dieser Stelle verraten sei, dass nicht jedes der Kids den Abspann lebend erreicht), er stellt uns zunächst Jakob und seine Alltagssituation in Ruhe vor, zeigt uns, was dazu führt, dass die Eltern ihn ins Internat schicken.
Auch dort überstürzt der Film nichts, wir verstehen aber rasch, weswegen Jakob sich dort nicht wohl fühlt.

BOARDING SCHOOL enthält Coming-of-Age-Elemente, Elemente von (Jugend-)Knastfilmen wie DRIFTWOOD und erinnert konkreter auch an THE VISIT.
Vielleicht ist es Zufall, vielleicht hat Boaz Yakin auch THE VISIT gesehen, als er das Drehbuch schrieb, aber ein paar Ähnlichkeiten sind da. Inklusive einiger Twists, die teilweise dazu beitragen Fragen aufzuklären, die seit Anfang an in der Luft hängen, teilweise aber auch unerwartet einschlagen.
Aber keine Angst, die Erklärung ist eine andere als in THE VISIT.

Einerseits kann man dem Film zugutehalten, dass er nicht gleich die Karten auf den Tisch legt und vielschichtig auftritt, andererseits scheint von den drei Strängen um Großmutter, um böse Internatsleiter und um eine dritte Sache (die hier nicht zum Spoiler führen soll), wenigstens einer zu viel.
Auf diese Weise verliert BOARDING SCHOOL spätestens dann den Fokus bzw. wirkt sogar unfreiwillig
lustig, wenn Jakob in Omas Kleid durch ein brennendes Haus läuft, kommt andererseits aber mit einem gelungenen Ende daher.

Obwohl der Film nicht mit großem Budget entstand, wirkt er nicht billig und schauspielerisch machen die meist jungen Darsteller einen guten Eindruck, vor allem Sterling Jerins, die hier Christine spielt und bereits Auftritte in WORLD WAR Z und CONJURING vorweisen kann.

Am Ende bleibt BOARDING SCHOOL einer jener Streifen, die zwar ihre Momente haben, aber neben Licht auch schattenreiche Ecken aufweisen und daher keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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