Review: BREAKING IN (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

Please rate this

3.5/10 (2)

Darsteller: Gabrielle Union, Billy Burke, Richard Cabral
Regie: James McTeigue
Drehbuch: Ryan Engle
Länge: 84 min
Land: ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 20. Dezember 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universal
FSK: ab 16

Es ist bemerkenswert, dass man 2019 immer noch darauf hinweisen muss, wenn in einem Horrorfilm oder Thriller Schwarze die Hauptrolle spielen, aber da diese jahrzehntelang nur die Kumpels spielen durften, die in Slashern nach der Schlampe ermordet wurden, fällt dies eben auch nach Ausnahmen wie GET OUT ins Auge.

Kriegsentscheidend ist die Hautfarbe in BREAKING IN aber eigentlich nicht, denn das was Mutter Shaun und ihren beiden Kindern widerfährt, die sich um den Nachlass von Shauns verunglückten Vaters kümmern wollen, hätte sich auch jeder anderen ethnischen Gruppe auf die Haut schreiben lassen. Als die drei nach dem Rechten sehen und entdecken, dass die Villa des Verstorbenen mit allerlei Technik ausgestattet ist, bricht eine Gruppe Männer in das eigentlich sichere Gebäude ein. Shaun gelingt zunächst die Flucht, doch ihre Kinder bleiben in der Gewalt der Verbrecher, die das Haus nach einem prall gefüllten Safe durchsuchen. Nun muss die junge Frau alles daran setzen, um ihre Familie zu retten.

BREAKING IN ist einer jener Filme, die man auch kennt, wenn man sie nicht kennt. Einige Elemente wurden von traditionellen Home Invasion- Filmen übernommen (natürlich klopft mitten im Chaos eine unbeteiligte Person zufällig an der Tür), andere Elemente sind berechenbar und dementsprechend überraschungsarm.

Vermutlich sagte sich jemand, dass es ja eine nette Idee wäre, wenn eine harmlose Mutter einen Guerillakrieg gegen bewaffnete Männer führen und in ein supersicheres Haus eindringen soll. Stimmt, das ist eine nette Idee, aber sie reicht nicht für 90 Minuten Film.

BREAKING IN wurde technisch sauber umgesetzt, wirkt aber auch glatt und steril…also wie die im Mittelpunkt stehende Villa. Darüber hinaus ist so mancher Schritt schwer nachzuvollziehen. Die Gruppe der Männer würde im echten Leben kaum zusammen auf Raubzug gehen und ist so betont heterogen, dass der Verdacht naheliegt, dass hier jemand eine Räuber-Boyband gecastet hat, die für jeden Geschmack etwas bietet. Wenn dann der Moment kommt, in dem sich diese Profis gegenseitig an den Hals gehen, ist klar, dass man weder durchgestylten Verbrecherbanden, noch lieblosen Drehbüchern trauen sollte.

Gabrielle Union (BAD BOYS II), die Shaun spielt, agiert zwar glaubwürdiger, scheint für eine x-beliebige Mama aber erstaunlich tough. Da der Film keine weiteren Erklärungen parat hält, kann man als Zuschauer also selbst fantasieren, ob alle Mütter ein Ninja-Gen haben oder Shaun mal bei der GSG9 war.

Interessiert man sich so gar nicht für Details, Logik und glaubwürdige (geschweige denn tiefe) Charaktere, vermag BREAKING IN durchaus zu unterhalten, aber das ändert nichts daran, dass man das Gezeigte schon mal besser gesehen hat.

 

Facebook Comments