Review: CANNIBAL DINER (2012)

cannibal diner
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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3.8/10 (36)

Darsteller: Alexandra Lesch, Kristiana Rohder, Lara Baum
Regie: Frank W. Montag
Drehbuch: Mario von Czapiewski
Land:
Genre: ,

Wir haben uns an dieser Stelle schon öfters über reißerische Cover ausgelassen, die nichts anderes machen als Hochstapeln und damit den zahlenden Kunden vermitteln wollen, gleich das ganz große Ding zu sehen.
CANNIBAL DINER ist in dieser Hinsicht das exakte Gegenteil. Das eigentlich schlichte Frontbild ist durch vier grottenschlechte Hände verunstaltet, die in der Photoshop-Hölle entstanden und signalisiert damit jedem Interessenten: Hau ab, hier gibt es billige Animationen.

Da es letztlich aber nur auf Inhalte ankommt, haben wir uns davon nicht entmutigen lassen und zumindest lässt sich sagen, dass der Film ohne lahme Computereffekte auskommt.

Cannibal Diner

Ein paar junge Damen wollen den Geburtstag ihrer Freundin feiern. Dazu zieht es sie aufs Land, wo man im Grünen einen draufmachen und zelten will. Doch das funktioniert natürlich nicht reibungslos. Während sich die ersten Mädels schonmal freimachen und die Näschen „pudern“, haben andere Probleme überhaupt die Location zu finden, müssen sich mit Autodieben mitten im Wald und seltsamen Landbewohnern herumärgern…und dann wäre da noch der Kannibalenclan, der sich den partywütigen Grazien annimmt.

Wer soll denn bitte glauben, dass diese Tussis ein Zelt aufstellen können (oder dies auch nur wollen)?
Wie sich die Hühner benehmen, wäre wohl schon Feierabend, wenn die ersten Ameisen und Wespen am Picknickkorb sitzen.
Eine passendere Rahmenhandlung wäre also angebracht gewesen, ist aber im Drehbuch nur eine von vielen Schwächen.
Alleine was Hauptfigur Kati auf ihrem Weg zur Party alles zustößt, ist beeindruckend, aber weder realistisch noch unterhaltsam noch sonstwie der Sache dienlich.

Cannibal Diner

Dass Figuren in einem solchen Film wenig Tiefe haben, war zu erwarten, abgesehen vom Party-Aufhänger lernen wir aber weder die Protagonistinnen noch die Kannibalen und deren Hintergründe kennen. Warum die Menschenfresser schwarz angeschmiert sind oder Säcke überm Kopf tragen, bleibt also ebenfalls ein Geheimnis.

Dafür dass es sich bei CANNIBAL DINER um einen deutschen Low Budget – Streifen handelt, machen einige der Darstellerinnen ihre Sache recht gut. Dass es in der zweiten Filmhälfte außer gelegentlichen Flüchen kaum noch nennenswerte Dialoge gibt, ist dennoch kein Fehler und im Grunde erklärt sich der gesamte Film ohnehin von alleine, nicht zuletzt, weil man alles schon mal irgendwo gesehen hat.

Trotzdem schafft es Regisseur Frank Montag phasenweise eine unangenehme Atmosphäre entstehen zu lassen, was auch am guten Soundtrack/Score liegt. Dieser erscheint zwar stellenweise fast so monumental, dass man befürchtet, Darth Vader könne jede Sekunde durch Bild laufen, passt aber insgesamt gut.

Cannibal Diner

Überraschend ist der zurückhaltende Einsatz von Gewalt. Während man schon wegen des Titels mit einer Nonstop-Schlachtplatte rechnet, halten sich Brutalität und Spannung die Waage und der Film übertreibt es nie mit Effekten.

Fazit: CANNIBAL DINER bietet absolut nichts neues, wer sich aber an TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder [REC] (Schlußszene) nicht sattsehen kann, wird hier fündig.
Positiv sind Stimmung und Musik einzuordnen, negaviv klar das dünne Drehbuch und Covergestaltung.

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