Review: CLOWN (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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5.9/10 (272)

Darsteller: Peter Stormare, Eli Roth, Laura Allen
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Jon Watts, Christopher Ford
Land:
Genre: ,

Vor einigen Jahren drehte Jon Watts einen Trailer zu einem Film, den es gar nicht gab. Den fiktiven Film nannte er CLOWN und er gab an Eli Roth habe darin Regie geführt.
Als Roth den Fake-Trailer zu Gesicht bekam, entschied er nicht etwa Watts zu verklagen, sondern einen echten Spielfilm namens CLOWN zu produzieren. Der Rest ist Geschichte.
Alleine durch diese Story konnte Roth Punkte gutmachen, die er durch jämmerliche Regieleistungen in KNOCK KNOCK und GREEN INFERNO und uninspirierte Autorenleistung von AFTERSHOCK schon verspielt hatte.

Tolle Feelgod-Story für den Regisseur und ein vernünftiges Budget obendrauf, aber damit alleine ist es natürlich nicht getan. Nun heißt es liefern… und Jon Watts liefert.

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Story:
Eigentlich will Familienvater Kent nur die Party seines Sohnes retten. Der gebuchte Clown taucht dort nämlich nicht auf und als Immobilienmakler Kent in einem leerstehenden Haus ein Clownskostüm findet, streift er es kurzerhand über, legt etwas Schminke auf und tritt bei der Feier auf. Erst später bemerkt er, dass er die Verkleidung nicht mehr ablegen kann. Perücke, Kostüm, selbst Makeup lässt sich nur mit Gewalt oder gar nicht entfernen.

CLOWN verschwendet keine Zeit mit umständlichem Vorstellen der Figuren, sondern steigt direkt voll ein und verzichtet auf jeglichen Ballast. Zwar dauert es etwas, bis aus dem vermeintlichen Kleidungsunfall echter Horror wird, aber der Film konzentriert sich dennoch auf das Wesentliche.
Auf den ersten Blick klingt das lustig und das ist es auch im Film. Ein Typ, der unfreiwillig mit roter Nase und bunten Haaren herumläuft, wird nicht gerade ernstgenommen. Nach und nach erforscht Kent aber das Geheimnis seiner Verkleidung und lernt mehr über die Herkunft von Clowns kennen.
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„Ich hasse Clowns“ ist einer der ersten Sätze, die im Film fallen und die meisten Leser dürften sich mit der Aussage identifizieren. Pennywise aus ES, Cptn. Spaulding aus HAUS DER 1000 LEICHEN, Twisty von AMERICAN HORROR STORY, Stitches, ja selbst Krusty von DIE SIMPSONS ist kein Sympathieträger. Das Monster zu dem Kent mutiert, ist aber trotzdem ausgesprochen fies und rangiert weit oben auf der Liste, auch weil ein Teil des Fluchs, dem er unterliegt mit dem Verlangen auf Kinderfleisch zusammenhängt. Während die meisten Filme, auch Horrorfilme, die „lieben, kleinen“ verschonen, macht CLOWN keine Abstriche für Minderjährige.
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Das hohe Tempo, das zu Beginn vorgelegt wird, kann CLOWN zwar erwartungsgemäß nicht über anderthalb Stunden halten, bleibt aber immer unterhaltsam und schafft es eine nachvollziehbare dunkle Wandlung zu erschaffen, ohne dass die konstruiert wirkt.
Ebenfalls lobenswert ist die gesunde Mischung aus Spannung, Schocks und Brutalität.

Dem Produzenten Eli Roth kann man für sein Näschen nur gratulieren. Wie im Review von GREEN INFERNO schon gesagt, steht seine Leidenschaft für den Horror außer Frage, nun hat er auch endlich was gefunden was er gut kann. Hoffentlich produziert er auch weiterhin junge Filmemacher, statt seiner Gattin Rollen auf den Leib zu schneidern.

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