Review: COHERENCE (2013)

coherence
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.0

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8.5/10 (32)

Darsteller: Emily Baldoni, Maury Sterling, Nicholas Brendon
Regie: James Ward Byrkit
Drehbuch: James Ward Byrkit
Land:
Genre:

Wie wäre es mit etwas Quantenphysik?
Keine Sorge, wir werden euch nicht mit trockener Theorie quälen, es kann aber gut sein, dass sich einige Hirnwindungen beim Genuss von COHERENCE auf unterhaltsame Weise verknoten.
Wer weiterlesen will, sei gewarnt, denn COHERENCE ist einer jener Filme, über die man ab Besten so wenig wie möglich weiß.

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Inhalt:
Während sich 8 Freunde zur lässigen Dinnerparty treffen, fliegt ein Komet an der Erde vorbei. Dass der Himmelskörper einige kleinere Störungen mit sich bringt, wird erwartet, weswegen die Überraschung nicht allzu groß ist, als Handyempfang und Strom ausfällt.
Als die Gruppe sieht, dass in einem Haus in der Nachbarschaft dennoch Licht brennt, beschließen einige von ihnen kurz hinüber zu gehen. Das Erstaunen könnte nicht größer sein, als sie sich selbst in dem anderen Haus sehen.

Wer schon einmal von „Schrödingers Katze“ und der Möglichkeit parallel existierender Realitäten gehört hat oder Filme der Marke TRIANGLE oder TIME CRIMES gut findet, ist auch bei COHERENCE gut aufgehoben. Vielleicht nicht ganz zufällig sieht eine der Schauspielerinnen sogar TRIANGLE-Hauptdarstellerin Melissa George ähnlich.

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COHERENCE nutzt zwar keine Ego-Kamera, vermittelt aber trotzdem mit einer bewusst wackligen Kameraführung das Gefühl, dass der Zuschauer eben nicht nur Zuschauer ist, sondern mit am Tisch sitzt und alte Freunde wiedertrifft. Der Smalltalk über Beziehungen und Karrieren ist glaubhaft, zugegebenermaßen aber auf den ersten Blick nicht allzu fesselnd. Rückblickend – oder beim zweiten Ansehen – fällt aber auf, dass schon dort in anderem Zusammenhang Themen wie gestohlene Leben angeschnitten werden, die uns später noch einmal begegnen sollen.
Die Schauspieler sind keine großen Namen, aber allesamt gestandene Mimen, die bisher meist in unbekannteren Produktionen oder Serien auftraten. In COHERENCE hat man den Eindruck, dass mancher Dialog improvisiert ist, was gut zum Stil des Films passt.

Wie das aber bei guten Bekannten so ist, man teilt zwar manches Geheimnis, andere Geheimnisse möchte man auch vor dem besten Freund bewahren. Was aber, wenn das eigene Ich einer anderen Realität nun nur ein paar Türen entfernt ist, einen als Bedrohung betrachtet und keine Skrupel hat, das andere Ego zu erpressen?

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Doppelgänger, mysteriöse Fotos, eine Box mit seltsamen Gegenständen…die Puzzlestücke fügen sich nur langsam zusammen und wir bewegen uns meist mit den Figuren auf Augenhöhe.
Man mag an COHERENCE bemängeln, dass er keine abschließende Begründung für die Ereignisse parat hält und zudem ein offenes Ende bietet, in diesem Fall ist aber eindeutig der Weg das Ziel und obwohl der Film ohnehin etliche Wendungen und Entwicklungen offenbart, hätte es wohl noch Ansätze für mehrere Stunden Spieldauer gegeben.
In jedem Fall dürfte der Beobachter zum Nachdenken angeregt werden.

COHERENCE ließe sich als Science Fiction bezeichnen, man sollte aber keine Effektorgie erwarten. Im Gegenteil: mit kleinen Mitteln und ohne nennenswerte FX wird Spannung erzeugt, die bis zum Ende keine Sekunde abreißt und ein vermeintlich anstrengendes Thema spielerisch nähergebracht.
Gewalttaten sind hingegen die Ausnahme, weswegen reine Splatterfans einen Bogen um den Film machen sollten, wer aber auf eine durchdachte und gut erzählte Story mit überschaubarem Personenkreis steht, muss ihn sehen.

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