Review: COLD SWEAT (2010)

Cold Sweat
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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4.3/10 (16)

Darsteller: Facundo Espinosa, Marina Glezer, Camila Velasco
Regie: Adrián García Bogliano
Drehbuch: Adrián García Bogliano Ramiro García Bogliano Hernán Moyano
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COLD SWEAT ist nach I’LL NEVER DIE ALONE der zweite Film des Argentiniers Adrian Bogliano der hierzulande in den letzten Wochen veröffentlicht wird und lag, wie man am Entstehungsjahr erkennt, bereits einige Jahre in der Schublade.
Während der Rape&Revenge Streifen I’LL NEVER DIE ALONE noch einige Zensurschnitte hinnehmen musste, erscheint COLD SWEAT in voller Länge, und das, obwohl er dem ebenfalls nicht zimperlichen Torture Porn – Genre zuzuordnen ist.

Cold Sweat

Roman und seine gute Freundin Ali suchen Romans Freundin Jackie, die einen Typen übers Internet kennenlernte und seitdem verschwunden ist. Die beiden vermuten Jackie in einem üblem Vorort Buenos Aires‘ und während Roman im Auto wartet, macht sich Ali auf die Suche. Als auch sie nicht zurückkehrt, geht auch Roman nachsehen und muss sich mit zwei scheinbar unauffälligen älteren Herren auseinandersetzen, denen es Spaß macht, junge Frauen mit Sprengstoff und anderen Dingen zu foltern.

COLD SWEAT ist schwer zu packen. Einerseits schickt sich der Film an in bekannten Gewässern zu fischen und einige der bekannten Folterfilme aufzugreifen, andererseits nutzt er mit Nitroglycerin eine Zutat, die Horrorfilme selten verwenden und erinnert damit an LOHN DER ANGST (1953), einen Klassiker des Spannungskinos. So erleben wir in COLD SWEAT an verschiedenen Stellen, dass Frauen mit der gefährlichen Flüssigkeit in Berührung kommen und somit jede Bewegung zur fatalen Explosion führen könnte. Wie realistisch das im Film Gezeigte ist, mögen andere entscheiden, spannend ist es in jedem Fall und wenn sich Jackie in einer Szene in aller Vorsicht ihrer von Nitro durchnässten Kleidung entledigen muss, fängt die Kamera eine lebensbedrohliche Erotik ein, die zwar absurd wirkt, aber dennoch passt.

Cold Sweat

Absurd sind auch die beiden Übeltäter, beide im Rentenalter, einer gar halbblind und auf einen Rollator angewiesen. Einerseits wundert es da, dass sich unsere Helden durchs Gebäude schleichen, statt den Opas eins überzuziehen, Logik und Vernunft stehen in COLD SWEAT aber in der zweiten Reihe, gute Unterhaltung geht vor.

Von dieser versteht Bogliano etwas und arbeitet wenn nötig auch mal mit Superzeitlupe oder untermalt actionreiche Momente mit gitarrenlastigem Soundtrack. All das spricht dafür, dass sich der Film nicht wirklich ernst nimmt, Humor ist andererseits kein wirklicher Faktor.
In sich selbst wirkt die Handlung überraschend homogen. Dazu gehören die beiden Bösewichte dann ebenso, wie die drogensüchtigen Nachbarn oder den Überraschungen, die sich sonst noch im Keller finden.

Cold Sweat

Die (deutsche) Veröffentlichung von COLD SWEAT schwimmt der abebbenden Folterwelle etwas hinterher, ist aber trotzdem ein abwechslungsreicher Beitrag zu diesem Thema und während echte Meisterwerke anders aussehen, stellt Bogliano abermals unter Beweis, dass man ihn im Auge behalten sollte.

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