Review: CONTRACTED (2013)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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7.8/10 (16)

Darsteller: Najarra Townsend, Caroline Williams, Allie MacDonald
Regie: Eric England
Drehbuch: Eric England
Genre: Bodyhorror Drama
Land:
FSK:

Für alle, die am Wochenende viel vorhaben und mit neuen Bekanntschaften rechnen, könnte CONTRACTED eine Sichtung wert sein, denn der Film tut vermutlich mehr für die Kondom-Industrie, als alle „Gib Aids keine Chance“- Clips der letzten 20 Jahre.

Samantha lebt eigentlich in einer lesbischen Beziehung, aber als sie alleine auf einer Party herumsteht und längst zu viel getrunken hat, kann sie einem jungen Herren nicht widerstehen. Es kommt wie es kommen muss und ihr schlechtes Gewissen ist am nächsten Morgen noch das kleinste Problem.
Was zunächst nach einer harmlosen Infektion aussieht, sorgt dafür, dass Samantha binnen weniger Tage eine schreckliche Verwandlung durchläuft.
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Obwohl schon ein Blick aufs Cover ausreicht, um im Wesentlichen zu zeigen, was mit Samantha geschieht, ist der Weg dorthin doch packend. Das liegt an einer glaubwürdigen Hauptdarstellerin, mit der man mitleiden kann, aber auch den Details aus ihrem Umfeld. So lebt sie notgedrungen bei ihrer spießigen Mutter, ihre Beziehung kommt nicht recht voran, im Job läufts so lala und sie hat Verehrer(innen) beiderlei Geschlechts.
Sprich, sie hat ein relativ normales Leben, das sich durch ihre Krankheit aber schnell verändert.
Und es ist natürlich die Krankheit, warum Horrorfans den Film sehen wollen, denn hier werden beste Ekelmomente geboten, die von blutunterlaufenen Augen bis zu Fingernägeln im Essen reichen.
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Redet man über CONTRACTED ist es schwer STARRY EYES außen vor zu lassen, der ebenfalls ein Indie-Film ist, der einer sympathischen jungen Frau folgt, die im Laufe der Geschichte eine bizarre Veränderung durchlebt. Zudem erschienen beide Filme in Deutschland innerhalb weniger Wochen, was aber kaum mehr als ein Zufall sein dürfte und da beide Werke etwa zeitgleich entstanden, kann man nicht von Plagiat sprechen.
Wagt man dennoch einen Vergleich, ist CONTRACTED der straightere der beiden Filme, weist aber auch ein paar handwerkliche Mängel auf. Achtet mal auf Samanthas linkes Auge, das gegen Ende des Films immer mal anders aussieht.

Auch im Drehbuch sind kleinere Stolpersteine enthalten und während man Geilheit nicht unterschätzen sollte, ist es doch verwunderlich wenn die todkrank aussehende Frau neue Sexpartner findet.
Auf der anderen Seite stehen durchaus clevere Momente. Beispielsweise ist das Gesicht von Samathas One Night Stand nie wirklich zu erkennen und nur unscharf im Bild, was Sinn macht, denn schließlich kann man den wenigsten Menschen ansehen, ob sie übertragbare Krankheiten haben.
Regisseur Eric England (MADISON COUNTY) mag damit anregen eine allzu lockere Einstellung zu ungeschütztem Sex zu überdenken, glücklicherweise verzichtet der Film aber darauf den mahnenden Moralfinger zu heben.
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Am Ende von CONTRACTED steht ein Twist, den man einerseits als gelungen bezeichnen darf, denn damit war nicht zu rechnen, der aber andererseits einen originellen Film in bekannte Bahnen zurücklenkt.
Wie man hierzu steht ist aber definitiv Geschmackssache.

Fazit: CONTRACTED ist kein Film, den man beim ersten Date sehen will.

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