Review: CURVE (2015)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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6/10 (37)

Darsteller: Julianne Hough, Teddy Sears, Kurt Bryant
Regie: Iain Softley
Drehbuch: Kimberly Lofstrom Johnson, Lee Patterson
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Mallory ist auf dem Weg von San Francisco nach Denver. Was ein gemütlicher Roadtrip hätte werden können, nimmt im wahrsten Sinne des Wortes eine hässliche Wendung, als sie ihren Wagen einen Abhang hinab befördert und sich verletzt und eingeklemmt in dem Wrack wiederfindet. Damit nicht genug, schleicht ein Psychopath um das Auto und die Vorräte werden knapp.

Die Kurzfassung des Reviews: wer Filme wie WRECKED, BURIED und 127 HOURS mit minimaler Besetzung und wenigen unterschiedlichen Orten mag, sollte bei CURVE einen Blick riskieren.
curve

CURVE beginnt wie ein Roadmovie, ist dann aber die meiste Zeit ein Survival-Thriller mit Kammerspielcharakter, bei der wir vor allem Mallory sehen. Und das, während ihr Bein kopfüber zwischen zwei Autoteile gequetscht ist. Mallory wird von Julianne Hough gespielt, die bislang vor allem in Rollen auffiel, die Tanzen und Singen erfordern (z.B. ROCK OF AGES). Dafür dass die Dame nicht immer den Ruf hatte eine gute Schauspielerin zu sein, löst sie die Aufgabe in CURVE problemlos. Zwar erfordert der Film keine tiefe Charakterstudie, aber da ihr die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers zukommt, doch eine gewisse Qualität. Außerdem lässt sich erahnen, dass die monotone Position, in der sich Mallory zwangsläufig befindet, auch während der Dreharbeiten unangenehm war.
curve softley

Auch die Figur der Mallory lädt zum Mitfiebern ein. Ihre Entscheidungen sind nachvollziehbar. Sie campt nicht am Crystal Lake, sie hat nicht Sex auf einem Indianerfriedhof und wie sie in diese Notsituation gerät ist plausibel.

Natürlich tut die junge Frau alles, um sich aus der misslichen Lage zu befreien (oder auch nur die Zeit zu vertreiben), was durchaus unterhaltsam, aber auch nicht gerade neu ist.
Frisch ist hingegen die Idee, dass der einzige Mensch, der weiß, wo sich Mallory aufhält, nicht vor hat sie aus ihrer Lage zu befreien und sie stattdessen auch noch verhöhnt. Das ist jedoch – egal wie irre der Typ ist – nicht allzu plausibel, denn würde Mallory gefunden werden, könnte sie ihn der Polizei nicht nur beschreiben, sondern sie hat sogar seine Papiere bei sich im Wagen, was den Psycho aber nicht zu stören scheint.

Das letzte Viertel gibt dem Film dann noch einmal einen neuen Anstrich und legt eine Schippe Brutalität drauf, indem gezeigt wird, dass der Fremde auch anderen Menschen übel mitspielte.
Die Motive des Widersachers, die anfangs glasklar erscheinen, (SPOILER:) da er Mallory offenbar vergewaltigen will, werden dadurch immer mehr verwässert.
Man kann natürlich auch einfach akzeptieren, dass manche Leute böse sind. Wer das tut, wird mit dem härteren Finale sicher glücklich.
Curve julianne hough

Handwerklich ist CURVE gelungen. Tolle Bilder der kalifornischen Berge, das Gefühl von todbringender Isolation, ein ordentlicher Soundtrack, all das passt. Im Detail kann man sich natürlich wundern, wie leicht eine Person mit minimalem Bewegungsradius ein wärmendes Feuer entfachen kann, dass weder in einem Flächenbrand endet, noch nach 2 min erlischt, aber das ist nicht kriegsentscheidend.

Fazit: CURVE ist sicher kein Film für die Ewigkeit, da gibt es dann doch vergleichbare Werke, die es besser können, für einen ruhigen Fernsehabend geht er aber durchaus in Ordnung.

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