Review: DAS BELKO EXPERIMENT (2016)

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Redaktion: 8.0

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8.4/10 (12)

Darsteller: John Gallagher Jr., Tony Goldwyn, Adria Arjona
Regie: Greg McLean
Drehbuch: James Gunn
Genre: Action Survival Thriller
Land: Kolumbien,USA,
FSK: ab 18
Review: DAS BELKO EXPERIMENT (2016)

In den letzten Jahren erschienen immer wieder Filme, die normale Menschen in eine oft futuristische Szenerie versetzten, wo diese nicht nur um ihr Leben kämpfen mussten, sondern auf Anweisung einer höheren Macht agierten, die sie zwingt sich gegenseitig aus dem Rennen zu nehmen.

Zu Werken wie DER KREIS, INCITE MILL oder auch CUBE gesellt sich nun DAS BELKO EXPERIMENT, der aber in einer deutlich weltlicheren Umgebung stattfindet, nämlich einem auf den ersten Blick gewöhnlichen Bürogebäude.

Das befindet sich allerdings in Kolumbien und darin befinden sich sowohl einheimische als auch amerikanische Kollegen. Eines Tages werden die Kolumbianer nach Hause geschickt, während das US-Personal zurückbleibt. Türen und Fenster werden verschlossen und die 76 Menschen werden per Lautsprecher aufgefordert, zwei von ihnen zu töten oder es drohen schlimmere Konsequenzen.

Natürlich hält man das zunächst für einen makabren Scherz, doch als einigen nach Ablauf eines Ultimatums der Schädel explodiert, verstehen die Überlebenden nicht nur, dass der implantierte Chip, der vermeintlich zur Ortung bei Entführungen schützen soll, noch eine andere Funktion hat, sondern auch, dass die Lage ernst ist.

Da die Mitarbeiter selbst entscheiden müssen wer „geht“, entstehen natürlich schnell Konflikte, Grüppchenbildung und unterschiedliche Überlebensstrategien. Die einen verstecken sich, andere üben sich in Vernunft, wieder andere sammeln alle verfügbaren Waffen und blanke Panik ist natürlich auch eine Option.
Das lässt den Zuschauer nicht nur darüber nachdenken, wie er sich wohl selbst verhalten würde, sondern auch welchen der eigenen Kollegen aus dem Großraumbüro man gerne wegballern würde, falls man dazu gezwungen würde.

All das kennt man freilich aus vergleichbaren Filmen, hier ist aber zum einen ein verdammt hoher Bodycount zu erwähnen, der in den Händen von den Spezialisten Greg McLean (WOLF CREEK, JUNGLE) und James Gunn (DAWN OF THE DEAD, SLITHER) in guten Händen ist (am Ende ist ziemlich jede Ecke des Hochhauses voll mit Blut, Hirn und Knochensplittern).

Regisseur McLean gelingt es aber auch die Vielzahl von Menschen gut in Szene zu setzen. Auch wenn einige natürlich kaum mehr als Statisten sind, haben doch 15-20 Personen einen hohen Wiedererkennungswert.
Zusätzlich erinnert das Gezeigte an einen ganz normalen Stellenabbau. Da werden erst mal alle die mit Kindern verschont, Senioren werden hingegen in den „Vorruhestand“ versetzt und wer hat die Pistole, die das eigene Leben schützt? Na klar, der Boss und seine Speichellecker.

Büro ist Krieg

Glücklicherweise verzichtet DAS BELKO EXPERIMENT aber diese Analogien allzu plattzutreten und auch die Kills wirken nicht künstlich überzogen und betont kreativ, sondern hart und roh.

Kritisch mag man anmerken dass bei all den Toten (Spoiler: kaum jemand überlebt) eine gewisse Wiederholung auftritt und es bleibt wenig Zeit alle Protagonisten im Detail vorzustellen, wie auch die Hintergründe dieses morbiden Experiments kaum beleuchtet werden.

Unterm Strich bleibt DAS BELKO EXPERIMENT aber ein blutiger, kurzweiliger Survivalkracher oder wie Stromberg einst sagte: Büro ist Krieg!

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