Review: DAS FENSTER ZUM TOD (2018)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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Darsteller: Irshaad Ally, Ephram Gordon, Amrain Ismail-Essop
Regie: Nosipho Dumisa
Drehbuch: Nosipho Dumisa, Daryne Joshua, Travis Taute
Länge: 96 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 29. März 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Indeed
FSK: ab 16

 

Ein nach Plagiat schreiender Titel wie DAS FENSTER ZUM TOD und ein Cover, das aussieht, als hätte der Designer gerade seine ersten Photoshop-Schritte gemacht, hinterlassen nicht gerade einen appetitanregenden ersten Eindruck, ignoriert man aber Marketing (im Original heißt der Film schlicht NOMMER 37) und Verpackung, weiß der Südafrikaner Nosipho Dumisa zu gefallen.
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Randal Hendricks ist seit kurzem querschnittsgelähmt und damit an den Rollstuhl gefesselt. Sein Apartment kann er nur selten verlassen, er hadert mit seinem neuen Leben und die Langeweile ist groß.
Das Fernglas, das ihm seine Freundin schenkt, erlaubt ihm immerhin sich etwas in der heruntergekommenen Nachbarschaft umzusehen…und dann wird Randal Zeuge eines Mordes.
Bis hierhin sind es nur Details, die den Film von Hitchcocks Thriller-Klassiker DAS FENSTER ZUM HOF abheben, diese sind aber wichtig.
Anders als seinerzeit James Stewart bzw. dessen Figur Jeff blickt Randal nicht auf einen sauberen Apartmentkomplex sondern eine abgewrackte Gegend, die bessere Tage gesehen hat und entsprechendes Gesockse anzieht.das_fenster_zum_tod_Nosipho Dumisa

Er selbst ist auch kein strahlender Held, sondern schuldet einem brutalen Kredithai Geld und als er seine Chance wittert, macht er den Fehler die Mörder erpressen zu wollen.
Und das ist der Punkt, an dem sich der Weg für DAS FENSTER ZUM TOD und DAS FENSTER ZUM HOF gabelt. Sicher, die Ausgangslage ist weitestgehend identisch und auch später finden sich noch verwandte Elemente wieder, aber die Charaktere und das Umfeld sind so andersartig gestaltet, dass diese südafrikanische Version ihre Daseinsberechtigung hat.

Zwar kann Nosipho Dumisa kaum den Suspense aufbauen, der Hitchcock auszeichnete, bzw. nur dann, wenn er auf bekannte Szenen zurückgreift, in denen einer von Randals Freunden in der Wohnung der Killer herumschleicht, dafür ist der Rest nicht nur zeitgemäßer, sondern auch brutaler und direkter.
James Stewart nährte sich von einem Anfangsverdacht und musste eine Menge Überzeugungsarbeit leisten, in DAS FENSTER ZUM TOD wird Randal und uns Zuschauern der Mord auf dem Silberteller präsentiert.

Die Welt in der die Handlung spielt, bietet weitere Unannehmlichkeiten und Gefahren. So wird Randals Freundin auf der Straße aufdringlich angemacht und sein einziger Verbündeter ist nicht nur ein einfältiger Trottel mit windigen Absichten, sondern hat auch noch ein Auge auf sie geworfen.
Immerhin, auch das kann Spannung erzeugen, denn kann sich Randal sicher sein, wem er trauen kann?

DAS FENSTER ZUM TOD ist kein Meisterwerk, aber bei weitem nicht so lausig wie der erste Eindruck vermuten lässt.
Ignoriert man die Tatsache, dass die Idee nicht frisch ist (was in gewisser Weise aber auch bereits für DISTURBIA oder MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN gilt), kriegt man sogar einen überdurchschnittlichen Thriller…und da nicht viele südafrikanische Filme den Weg zu uns finden, kann man diesen Exoten gut schauen.

Hier könnt ihr den Film kaufen

 

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