Review: DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE (2017)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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5.7/10 (3)

Darsteller: George MacKay, Anya Taylor-Joy, Charlie Heaton
Regie: Sergio G. Sánchez
Drehbuch: Sergio G. Sánchez
Länge: 105 min
Land:
Genre: , , ,
Veröffentlichung: 26. Oktober 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universum
FSK: ab 16

Erst kürzlich haben wir in unserem MUSE – Review die Eigenart spanischer Filme erwähnt, den Zuschauer lange darüber im Unklaren zu lassen, was er sieht. Was in der Story natürlichem und was übernatürlichem Ursprungs ist, ob man einen Geisterfilm oder „nur“ einen Psychothriller erlebt?
Mit DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE erreicht uns ein weiteres derartiges Beispiel…

Als eine Mutter mit ihren vier Kindern in ein älteres Gebäude aufs Land zieht, will die Familie ihre Vergangenheit und vor allem den gewalttätigen Vater hinter sich lassen.
Doch als die Mutter erkrankt, müssen die noch minderjährigen ihren Tod so lange vertuschen, bis einer von ihnen 21 ist, damit sie das Haus nicht verlieren…was durch einen aufdringlichen Bankangestellten nicht einfacher wird.
Dieser will zum einen die Schulden für das Haus, kommt aber auch dem Geheimnis auf die Schliche, das sich in den Mauern des Gebäudes befindet.

Es verbietet sich, bei einem Film wie DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE allzu viele inhaltliche Details preiszugeben bzw. hier so zu tun, als könnten wir Fakten schaffen, die sich dann aber im Laufe der Handlung ganz anders darstellen, als zunächst vermutet.
Was sich aber sagen lässt, ist dass der Streifen tatsächlich auf Geschichte statt platte Gewalt setzt und neben einer tragischen Familiensaga zunehmend mit Mystery/Gothic aufwartet.

Dabei gehört DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE (wie der erwähnte MUSE) zu jenen spanischen Filmen, die einen internationalen Cast nutzen, allen voran George MacKay (CAPTAIN FANTASTIC), Anya Taylor-Joy (THE WITCH), Mia Goth (SUSPIRIA-Remake) und Charlie Heaton (STRANGER THINGS). Allesamt talentierte Darsteller aus dem englischsprachigen Raum, die sich durch mehr definieren, als Wegrennen und Kreischen.
Angeführt wird der Film aber eben von einem Spanier und wer sich durch DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE stellenweise an DAS WAISENHAUS erinnert fühlt, muss sich nicht wundern, denn dessen Autor Sergio G. Sánchez ist diesmal für Buch und Regie verantwortlich.

Auch DAS WAISENHAUS nutzte die Unwissenheit, die Atmosphäre, menschliche Tragödien und das große unheimliche Haus, um seinen Betrachter in den Bann zu ziehen. Und auch das Element eines verborgenen Raumes, den es – wenn auch anders eingesetzt – in DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE zu entdecken gibt.

Einige Fragen drängen sich allerdings auf (SPOILER): so würde man beispielsweise denken, dass ein auf dem Dachboden Gefangener einen Weg findet, durch das morsche Dach zu entkommen (SPOILERENDE).
Inszeniert ist das alles aber einwandfrei und insofern clever, als dass eben jene Fragen im Strom der Ereignisse untergehen.

Fazit: Es ist sicher Geschmackssache, dass sich DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE auf kein bestimmtes Genre festlegen will, so wie es Geschmackssache ist, dass er mehr auf Geschichte/Figuren als blanken Horror setzt.
Es steht aber außer Frage, dass es sich um einen sauber umgesetzten Mystery-Film handelt, der selbst in sachlichen Momenten viel Fantasie ausstrahlt.

 

 

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