Review: DEATH KISS (2018)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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Darsteller: Robert Bronzi, Daniel Baldwin, Richard Tyson
Regie: Rene Perez
Drehbuch: Rene Perez
Länge: 87 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 14. Dezember 2018 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Busch Media Group
FSK: ab 18

 

Charles Bronson spielte in Klassikern wie DIE GLORREICHEN SIEBEN, SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, EIN MANN SIEHT ROT und mehr als 150 weiteren Produktionen von denen viele das Motiv Rache aufgriffen.
2003 starb Bronson…bis jetzt.

Nein, selbst Charakterköpfe können nicht von den Toten auferstehen, der Ungar Robert Covacs (genannt Bronzi) erinnert aber äußerlich so sehr an den verstorbenen Bronson, dass er mit DEATH KISS in dessen Fussstapfen treten darf.

Er spielt darin einen nahezu namenlosen Fremden (nur einmal verrät er ein Detail seines Namens), der eine alleinerziehende Mutter und ihre an den Rollstuhl gefesselte Tochter mit Geld unterstützt, obwohl die nicht einmal wissen, von wem dieses stammt.
Soviel zur Sonnenseite, denn gleichzeitig macht der Unbekannte einer Bande von Verbrechern das Leben schwer und präsentiert sich als unbarmherziger „Aufräumer“.

DEATH KISS ist natürlich eine Anlehnung an DEATH WISH, was der Originaltitel für EIN MANN SIEHT ROT war und dass unser Held keinen Namen trägt, erinnert an SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD.
Selbst auf dem Filmposter steht: „Rache hat ein bekanntes Gesicht“ und damit sollte eines klar sein, dies ist ein Coverfilm, eine Hommage an Bronsons Lebenswerk und keiner versucht das zu verbergen, im Gegenteil.

Dass ein solcher Film keine tiefe Handlung, sondern lediglich blutige Shootouts enthält, geht daher erst mal in Ordnung und es passt sogar, dass Autor und Regisseur Rene Perez bislang vorwiegend Mockbuster und/oder B-Filme wie ALIEN PREDATOR WAR oder PLAYING WITH DOLLS drehte.
Ob beabsichtigt oder nicht, DEATH KISS enthält dadurch einen trashigen Exploitation – Stil.
Aber wie viel ist zu viel? Wie viel Trash ist angemessen und ab wann muss man den Filmemachern einfach Qualitäten absprechen?

DEATH KISS kann man einiges durchgehen lassen bzw. dies sogar feiern, vor allem übertrieben splattrige Schusswunden oder dass unser Bronson-Lookalike hinter einer ausgehängten Autotür, die er vor sich herträgt, auch gegen vollautomatische Waffen immun ist. Andere Szenen legen aber eine Schludrigkeit an den Tag, die beim Zuschauer eher für Langeweile als Aufmerksamkeit sorgt.
Manchmal taucht der Unbekannte aus dem Nichts auf oder es wird teils motivationslos durch die Gegend geballert, als ginge es nur darum das Magazin schnell leerzuschießen oder noch ein paar Sekunden Film abzudrehen.

Obwohl DEATH KISS eindeutig dem Low Budget – Segment zuzuordnen ist, spielen mit Daniel Baldwin (JOHN CARPENTER’S VAMPIRES) und Richard Tyson (BOUND TO VENGEANCE) zwei Veteranen mit, die es gemeinsam auf 250 Film- und TV-Einsätze bringen. Womöglich hätte man deren Gagen besser an anderer Stelle investiert….es hätte nicht geschadet.

Star des Streifens ist ohnehin der Bronson-Effekt. Robert Bronzi ist zwar kein toller Schauspieler, seine Bronson-Imitation nimmt man ihm aber ab, hier und da finden sich coole Szenen, einen Retro-Score und auch wenn die Story auf eine Briefmarke passt, fügt sie sich am Ende zusammen.

Fazit:
Entweder eine kürzere Laufzeit oder mehr Liebe zum Screenwriting hätten DEATH KISS gut getan. Bronzi/Bronson ist unterhaltsam, kann alleine den Film aber nicht über anderthalb Stunden tragen.
Eins ist aber auch klar: großkalibrige Waffen, großbrüstige Frauen, schweigsame Rächer und blutige Wunden sind genau was ein solcher Film braucht…und enthält.

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