Review: DER EXORZISMUS DER TRACY CROWELL (2016)

der exorzismus der Tracy crowell cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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5/10 (1)

Darsteller: Chris Minor, Jake Brinn, Nicky Jasper
Regie: Scott B. Hansen
Drehbuch: Mary J. Dixon, Scott B. Hansen
Länge: 85 min
Freigabe: ab 18
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 02. Mai 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 16

Als William Friedkin 1973 DER EXORZIST filmte, dachten die beiden Priester im Film sicher noch nicht darüber nach, ihr Tun ins Internet zu stellen. Aber die Zeiten ändern sich und in DER EXORZISMUS DER TRACY CROWELL finanziert sich Theologiestudent Brandon sein Uni-Projekt per Crowdfunding.
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Aber der Reihe nach, denn der Film beginnt direkt mit der namensgebenden Teufelsaustreibung und Tracy bzw. der Dämon sorgt für einen blutigen Start.
Zwar werden hier zahlreiche Klischees (Frauen mit dunklen Stimmen, verdrehte Rücken) bemüht, aber gleichzeitig geht es brutal zu, so dass man sich leicht an THE SONG OF SOLOMON erinnert fühlt.

Danach wird es erst mal ruhiger und Bill Moseley, der wohl bekannteste Name des Casts, taucht nach der Anfangsszene auch nicht wieder auf. Moseley ist zwar Dauergast in zahlreichen Horrorfilmen, aber machen wir uns nichts vor, von seinen über 100 Arbeiten waren vielleicht eine handvoll sehenswert. Der Rest waren schwache Filme oder Kurzauftritte, bei denen jemand wie Moseley seinen Namen dalässt. Hier trifft beides zu.der exorzismus der Tracy crowell scott b hanson

Für die Schwächen des Films kann Moseley zwar entsprechend wenig, es wäre jedoch sinnvoll gewesen, seine Gage in ein gehaltvolleres Drehbuch zu investieren.
Das leidet vor allem daran, dass es gerne jedes Horror-Subgenre abdecken will.
Exorzistenfilme natürlich sowieso, etwas Geisterhausgrusel mit staubigen Ouijabrettern, obendrauf aber auch Found Footage und wenn sich ein Besessener Messer auf die Finger steckt und Menschen jagt, fühlt man sich an gewisse Alpträume in der Elm Street erinnert.

Es ist nicht so, dass DER EXORZISMUS DER TRACY CROWELL nicht einige Momente hätte, die sich sehen lassen können, aber auf brauchbare Horror-Sequenzen folgen immer wieder schwach gespielte, schlecht inszenierte Dialoge, wie zum Beispiel der Augenblick, als Brandon von seiner gläubigen Mutter verbannt wird, weil er sich dem Teufel anbietet und Papa auch noch eine Überraschung parat hat.der exorzismus der Tracy crowell

Die Kameraarbeit geht für einen  Low Budget – Film völlig in Ordnung, aber durch die Sprunghaftigkeit des Gesamtwerks will keine Atmosphäre aufkommen und während das im besten Fall bedeuten könnte, dass sich der Streifen nicht ausrechnen lässt, ist vieles dennoch vorhersehbar.
Na, wer ist wohl das Baby, das man am Anfang des Films sieht? Und wird Brandon, der „die Richtige“ noch nicht gefunden hat, ein romantisches Erlebnis haben?

Rechnet man die Pros und Contras des Films gegeneinander auf, bleibt er unterdurchschnittlich. Das Schlimmste an DER EXORZISMUS DER TRACY CROWELL ist aber vielleicht, dass man 24 Stunden nach Sichtung des Films 90% der Handlung schon wieder vergessen hat.

 

 

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