Review: DIE FRAU IM EIS (2018)

die frau im eis
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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6/10 (1)

Darsteller: Baltasar Breki Samper, Ingvar Sigurdsson, Anna Próchniak
Regie: Börkur Sigþórsson
Drehbuch: Börkur Sigþórsson
Länge: 92 min
Land: , ,
Genre:
Veröffentlichung: 28. März 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Koch Media
FSK: ab 16

 

Skandinavische Krimis und Thriller stehen im Ruf so kühl zu sein, wie es die geographische Herkunft vermuten lässt. Die isländisch, dänische und schwedische Produktion DIE FRAU IM EIS macht dabei keine Ausnahme, wer allerdings aufgrund des Titels Gletscherlandschaften und meterhohe Schneewehen in naturbelassenen Landschaften vermutet, liegt falsch.

Inhalt:
Sofia soll Drogen von Polen nach Island schmuggeln. Um dies möglichst unauffällig geschehen zu lassen, verschluckt sie die in Plastik versiegelte Ware. Doch nichts läuft nach Plan. Schon im Flugzeug erbricht sie einen Teil.
Atli, ihr Kontaktmann in Island, ist gerade aus dem Gefängnis entlassen, weiß nicht wirklich wie es weitergehen soll und ist ein kleiner Gangster, der sich zwar um die junge Frau kümmert, aber schnell an das restliche Kokain kommen muss, das sie noch immer im Körper trägt.
Drahtzieher des Ganzen ist wiederum Atlis Bruder Erik, ein Geschäftsmann mit Geldnöten, der dringend die Ware verkaufen muss, um seine Schulden in der Unterwelt zu begleichen.

Drei Menschen mit Problemen also und jeder trägt seinen Teil bei, aber der emotionale Fokus liegt Sofia, deren Leid am nachvollziehbarsten und transparentesten dargestellt ist.
Fans der VOMIT GORE – Filme wird das nicht beeindrucken, aber wer mit Erbrochenem so seine Probleme hat und es auch nicht allzu appetitlich findet, große Plastikhüllen zu schlucken, könnte womöglich hier und da angewidert das Gesicht verziehen.
Als Beobachter ist es deutlich, wie sie körperlich abbaut und das ist nicht schön anzusehen.

Allerdings ist DIE FRAU IM EIS (im Original VARGUR, was aus dem Isländischen stammt und so viel wie „Raubtier“ bedeutet) eben kein effekthaschender Horrorfilm, sondern zeigt neben der Polizeiarbeit auch das ungleiche Bruderpaar.
Mindestens mit Atli kann man als Zuschauer ebenfalls sympathisieren, denn wie Sofie wirkt er trotz seiner kriminellen Aktivitäten wie ein Opfer seiner Umgebung.

Das ist zwar keine alltägliche Situation, sie ist aber schlüssig vorgetragen. Gleichzeitig entsteht daraus eine Eigenwilligkeit der Geschichte, die keinen klaren Spannungsbogen aufbaut und sich scheut den Zerfall von Sofia noch mehr auszuschlachten, gleichzeitig aber zu wenig drum herum zu bieten hat.

Diese Timing- und Gewichtungsprobleme sind vermutlich auf die Unerfahrenheit von Börkur Sigþórsson zurückzuführen, der mit DIE FRAU IM EIS seinen ersten Langfilm präsentiert.
Gute Ansätze sind dennoch genügend vorhanden, allerdings ist es gut möglich, dass DIE FRAU IM EIS ein sehenswerter Film ohne Publikum bleibt, denn er bedient Krimi-Fans, Thriller-Freunde und Horror-Liebhaber nur je zu einem Teil….und der Titel ist wirklich unglücklich gewählt.

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