Review: DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987)

Fürsten der Dunkelheit horrorfilme
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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8.4/10 (41)

Darsteller: Donald Pleasence, Lisa Blount, Jameson Parker, Alice Cooper
Regie: John Carpenter
Drehbuch: John Carpenter
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Wenn ein Regisseur Meisterwerke wie HALLOWEEN, THE FOG, DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT oder DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS fabriziert, katapultiert ihn das ohne Wenn und Aber in den Horrorolymp. Da kann man leicht einen Film wie DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT übersehen, der vielleicht kein 100%iger Klassiker ist, aber in jedem Fall ein wertvoller Genre-Beitrag, nach dem sich weniger talentierte Regisseure die Finger lecken würden.

Fürsten der DunkelheitIm Keller einer Kirche mitten in Los Angeles hütet ein Priester jahrelang ein Geheimnis. Nach seinem Tod untersucht eine Gruppe Wissenschaftler die Räume und muss feststellen, dass sich dort ein mit Flüssigkeit gefüllter Zylinder befindet, der Satan persönlich gefangen hält. Damit nicht genug, der Fürst der Dunkelheit steht kurz davor die Ketten, die ihn über Jahrhunderte einsperrten, zu sprengen und seinen Vater auf die Erde zu holen.

Beim Lesen der Inhaltsangabe wird schon klar, dass einiges hätte schieflaufen können und im schlimmsten Fall wäre eine Pappmaschee-Figur des Gehörnten dem Fegefeuer entstiegen. Tatsächlich nutzt der Film ein paar Klischees und bringt Käfer, Würmer und Maden ins Spiel, entschädigt aber mit viel Stimmung und Grusel.

Das Böse als grünliche Flüssigkeit darzustellen, die Besitz von Menschen ergreift, die wiederum in einer Art Schwarmintelligenz den Teufel auf unkonventionelle Art herbeiholen, ist nicht nur ein ungewöhnlicher Einfall, sondern wird auch spannend in Szene gesetzt.
Untermalt wird das Ganze einmal mehr von einem hypnotisch-pulsierenden Synthie-Score, natürlich aus der Feder Carpenters. Zwar ist die Musik manchmal überpräsent und weist nicht den unverkennbaren Sound der HALLOWEEN-Melodie auf, füllt aber wunderbar die dialogarmen Bilder.

Fürsten der Dunkelheit

DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT kommt ohne tiefgründige Charaktere aus, was aber zur Handlung passt, denn die meisten Protagonisten haben sich eben erst kennengelernt und auch wenn es den Ansatz einer Love-Story zu sehen gibt, lenken keine persönlichen Probleme von den wichtigen Ereignissen ab.

Für viele ist DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT nur „der Film mit Alice Cooper“ und richtig, der Horror-Rocker spielt einen brutalen Penner, ist aber in Summe nur kurz zu sehen und bleibt stumm.
Den Obdachlosen kommt dennoch eine wichtige Rolle zu, denn sie verhindern, dass die Wissenschaftler die Kirche wieder verlassen, wodurch trotz der Lage mitten in der Stadt, eine schier ausweglose Inselsituation entsteht, die an Carpenters ASSAULT-ANSCHLAG BEI NACHT erinnert.

Wie in anderen Carpenter-Filmen geht es brutal zu, es fließt aber wenig Blut. Von den monströsen Effekten aus DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT ist nicht viel geblieben, aber neben den angesprochenen Insekten, durften auch die Maskenbildner einige Male ausrücken.

Fürsten der Dunkelheit

Dass im Film immer wieder ein Video gezeigt wird sobald jemand einschläft, ist zunächst nicht weiter wichtig, erzeugt aber einen verstörenden Unterton, erzeugt Neugier, macht am Ende tatsächlich auch noch etwas Sinn und erschafft einen Cliffhanger. Trotzdem bleiben einige damit in Zusammenhang stehende Fragen unbeantwortet.

Nun ist es seit jeher umstritten wie viele Fragen ein Horrorfilm beantworten muss, kritischen Stimmen, kann man aber zugestehen, dass dieser Film nicht in allen Belangen schlüssig ist und manchmal mehr Wert auf Schockelemente als ausgereifte Story gelegt wurde.

Nichtsdestotrotz ist DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT deutlich überm Durchschnitt und nach vielen Jahren auf dem Index inzwischen sogar ungeschnitten „ab 16“ zu haben.

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