Review: DIE NACHT BRINGT DEN TOD (2013)

Die Nacht bringt den Tod horrorfilme
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 1.0

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2.7/10 (36)

Darsteller: Tony Todd, Joseph Millson, Cicely Tennant, Simon Bamford, Suzi Lorraine
Regie: S.J. Evans
Drehbuch: S.J. Evans
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Genre:

ACHTUNG, DIES WIRD EIN VERRISS!

Man kann uns nicht nachsagen, dass wir nicht auch in schwachen Filmen etwas Positives suchen. Dass viele Horrorfilme mit kleinem Budget, dafür aber von talentierten, kreativen Machern mit Herzblut gedreht werden, nehmen wir ebenfalls zur Kenntnis. Im Falle von DIE NACHT BRINGT DEN TOD war aber weder Geld noch Muße im Spiel und lasst euch nicht davon täuschen, dass Tony Todd vom Cover winkt.

Die Nacht bringt den Tod horrorfilme

DIE NACHT BRINGT DEN TOD erzählt die Geschichte einiger Geisterjäger, die ein einem alten englischen Herrenhaus nicht nur die Gespenster, sondern auch einen Killer mit Sichel aufschrecken.

Total crazy, eine handvoll junger Filmemacher, die mit Handkameras und viel Nachtoptik ein heruntergekommenes Gemäuer aufsuchen. Sicher kommt dabei niemand auf die Idee an GRAVE ENCOUNTERS, EPISODE 50 oder 20 andere Filme zu denken. Dass man hierbei nicht konsequent auf Found Footage – Stil setzt, sondern immer  wieder unmotiviert zur klassischen Ansicht (inkl. dramaturgischer Musik) wechselt, macht den Film kein bisschen besser.

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Warum sich Tony Todd (CANDYMAN’S FLUCH) für diesen Unfug hergibt, ist genauso unverständlich wie die Tatsache, dass man ihn gebucht hat. Der Mann muss knapp bei Kasse sein, demontiert er mit diesem Schinken doch seinen guten Ruf.
Sicher, er ist der einzige, der den Anschein erweckt etwas von Schauspielerei zu verstehen, aber die unausgegorenen Dialoge machen das sofort wieder zunichte und obwohl er nur eine kleine Rolle innehat, switcht er zwischen grimmigem Hausmeister, aufmüpfigem Zeugen und anzüglichem älteren Herren hin und her ohne dass daraus ein stimmiges Bild wird.
Nicht weiter schlimm, denn nach 15 min verschwindet er ohnehin vom Bildschirm. Trotzdem dürfte seine Gage einen hübschen Happen der gerade einmal 20.000 Pfund verschlungen haben, die  DIE NACHT BRINGT DEN TOD insgesamt kostete.

Wer einen Film mit solch beschränkten Mitteln produzieren muss, hat in der Regel unser Mitleid verdient, wer aber glaubt einen großen Genre-Namen verpflichten zu müssen (Simon Bamford aus HELLRAISER ist auch noch kurz zu sehen), statt ein paar Pence in die anderen Akteure, Schnitt, Drehbuch oder Effekte zu investieren, dem werfe ich arglistige Täuschung vor. Warum nicht gleich eine leere DVD-Hülle verkaufen?

Die Nacht bringt den Tod horror

Aber was passiert denn nun im Film?
Nichts, was ihr nicht schon viel besser gesehen habt.
Das „Jericho Mansion“ klingt zwar nobel, sieht von innen aber abwechselnd wie eine Studentenbude, ein Partyraum oder der Keller eines Plattenbaus aus, da hilft auch ein permanent grünstichtiges Bild nicht weiter. Die Ich-möchte-meiner-Mama-danken-Rede kurz vorm Finale kennen wir aus BLAIR WITCH PROJECT und das Highlight der Effekte ist, dass jemand die Treppe runterfällt. Kampfszenen existieren, wurden aber offenbar mit der Sichel zugeschnitten, die später auch die Filmemacher zerlegt.
Die sterben mit viel Geröchel, aber seltsamerweise trotz brachialer Waffe fast blutlos.

Schlechter ist vielleicht nur das Drehbuch, dass voll der austauschbarsten Dialoge der Filmgeschichte ist. Ich kann mich an keinen Satz erinnern, der DIE NACHT BRINGT DEN TOD gegenüber einem Stummfilm aufwertet und als ob das nicht reichen würd, präsentiert man uns am Ende ein Mordmotiv, das selbst die Intelligenz jener Zuschauer beleidigt, die wie ich dumm genug waren, bis zum Ende auszuharren.

Nicht vergessen werden sollten die deutschen Synchronsprecher, die wohl auch keine Lust auf den Quatsch hatten und oft asynchron oder mit unangenehmer Nasalstimme ans Werk gehen.

Fazit: Allen beteiligten gehört ein (zumindest temporäres) Berufsverbot auferlegt. Potentiellen Käufern kann man nur abraten, denn dies ist nicht mal augenzwinkernder Trash, sondern ausschließlich Zeitverschwendung.

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