Review: DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN (1988)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

Please rate this

8/10 (4)

Darsteller: Bill Pullman, Cathy Tyson, Zakes Mokae
Regie: Wes Craven
Drehbuch: Richard Maxwell, Adam Rodman
Länge: 98 min
Land:
Genre: , , ,
Veröffentlichung: 1988; 28.02.2019 (3-Disc-Mediabook)
Verleih/ Vertrieb: Koch Media
FSK: ab 18

Wes Cravens Karriere war um Highlights wahrlich nicht verlegen, aber während der Horror-Hall-of-Fame-Regisseur primär mit SCREAM, THE HILLS HAVE EYES, THE LAST HOUSE ON THE LEFT und natürlich NIGHTMARE assoziiert wird, ist DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN vergleichsweise unbekannt.
Und das ist ein Fehler.

Anthropologe Dennis Alan wird im Auftrag eines Pharmakonzerns nach Haiti geschickt. Dort soll es ein Mittel geben, das bei Voodoo-Riten eingesetzt wird und sich als spezielles Anästhetikum erweisen könnte.
Vor Ort stellt der weit gereiste Alan nicht nur fest, dass politische Unruhen das Land heimsuchen, sondern auch, dass mit Voodoo nicht zu spaßen ist.

Spätestens seit George A. Romero Ende der 60er die „modernen“ Zombies etablierte, die als kannibalische Tote aus ihren Gräbern steigen, kümmerte sich kaum noch jemand um jene dienenden, durch Rituale entstandenen Zombies, wie sie in den 30er und 40er Jahren u.a. in THE WHITE ZOMBIE oder ICH FOLGTE EINEM ZOMBIE dargestellt wurden.
Genau jenen nimmt sich Wes Craven hier an und lässt seine Hauptfigur zudem in ein sagenumwobenes Land reisen.

Das erinnert wiederum am meist italienische Horrorfilme, wie CANNIBAL HOLOCAUST oder VOODOO – DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES, die einige Jahre zuvor entstanden und oft in Mittel- und Südamerika platziert waren.
Allerdings ist die Aussage, dass es daheim am schönsten und vor allem am sichersten ist, natürlich überall und unabhängig von der Entstehungszeit zu finden.

Für Haiti, ein Land vor dem das auswärtige Amt auch 2019 noch mit diesem Satz warnt: „Von nicht dringend notwendigen Reisen nach Haiti wird derzeit abgeraten.“, gilt das aber ganz besonders.
Selbst, wenn man wie der von Bill Pullman gespielte Dennis Alan zunächst nicht an die übernatürlichen Voodoo-Phänomene glaubt, der dunkle Aberglaube ist ebensowenig zu ignorieren, wie die politischen Konflikte.

Wes Craven nutzt genau das für seine Zwecke und lässt den Zuschauer zunächst weitestgehend im Unklaren, wieviel dessen, was wir an der Seite Alans erleben irdischen oder überirdischen Ursprungs ist.
Allerdings wird dem Wissenschaftler schon rasch nahegelegt die Insel wieder zu verlassen und Nägel durch Hoden zu bohren sind immer glaubwürdige Argumente.
Zur gleichen Zeit baut er sich aber Kontakte auf, die ihn an sein Ziel bringen sollen und macht Bekanntschaft mit einem Schamanen, der ihm ein Pulver verkauft, das bei Menschen jenes zombieartigen Verhalten auslöst…

Die Gefahr ist also vielfältig und dazu kommen noch verschiedene Alpträume, die Alan plagen.
Über all dem schwebt zudem eine atmosphärisch dichtes Haiti, das mal wie idyllischer Karibikstaat, mal wie südamerikanischer Slum aussieht.

Vermutlich hätte DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN anders ausgesehen, wenn er 10 Jahre früher oder später entstanden wäre, aber Ende der 80er wurden Filme eben nicht abgrundtief dunkel produziert, weswegen die letzte Lage Düsternis weggelassen wurde und vor allem im Finale bedient sich Craven vieler Effekte, die dem Gesamteindruck einige Ernsthaftigkeit rauben und das ohnehin fragwürdige „auf Tatsachen beruhend“ in den Bereich der Legenden verabschiedet.

Das ändert aber nichts daran, dass  DIE SCHLANGE IM REGENBOGEN zusammen mit dem ein Jahr früher entstandenen ANGEL HEART zu den besten Voodoo-Filmen seiner Zeit zählt.

 

 

Facebook Comments